28.07.2010 00:32 Uhr - EHF-Pokal - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Island oder Slowakei: VfL Oldenburg trifft im EHF-Cup auf Erstrunden-Qualifikanten

Mitten in der ersten Phase der Saison-Vorbereitung dürfen die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg bereits ihre internationalen Aufgaben denken. Am heutigen Dienstag wurden in Wien die ersten beiden Runden im EHF-Pokal ausgelost. Demnach trifft der direkt für die zweite Runde qualifizierte Bundesliga-Dritte der vergangenen Saison auf den Sieger der Erstrunden-Begegnungen zwischen Iuventa Michalovce (Slowakei) und Valur Reykjavik (Island). Die Partien dieser zweiten Runde sind für den 16./17. und 23./24. Oktober angesetzt. Michalovce und Reykjavik spielen voraussichtlich an den ersten beiden September-Wochenenden um den Einzug in die nächste Runde. In der zweiten Runde fände das erste Spiel in Oldenburg statt.

Der VfL, der 2009/10 erst im Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger an KIF Vejen aus Dänemark gescheitert war, muss für diesen Vergleich wohl die Favoritenrolle annehmen. "Es ist sicherlich ein Vorteil, dass wir beide Mannschaften schon mal beobachten können", sagte Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki: "Vielleicht wird es ein enges Duell, aber ich tippe auf Michalovce. Diese Mannschaft ist recht erfahren, der Verein steht für erfolgreichen Handball."

Iuventa belegte in der vergangenen Saison in der tschechisch-slowakischen Liga den sechsten Platz. Mit zum Team gehört in Lucia Tobiasova eine ehemalige Oldenburgerin. "Für eine Auftaktrunde ist das mit Sicherheit kein leichtes Los", sagte Krowicki, der mit dem Buxtehuder SV 2003/04 an Iuventa scheiterte. Die Slowakinnen gehören seitdem zu den Dauergästen im Europapokal, nahmen im vergangenen Jahrzehnt auch dreimal an der Champions League teil. Vergangene Serie kam im Europapokal der Pokalsieger das Aus nach einem Unentschieden und einer Niederlage gegen den polnischen Spitzenclub Zaglebie Lubin.

Valur spielte zuletzt 2004/05 im EHF-Cup. 2007 erreichten die Isländerinnen das Halbfinale im Challenge Cup. 2008 war im Viertelfinale dieses Wettbewerbs trotz eines Heimsieges gegen den späteren Finalteilnehmer Merignac HB aus Frankreich Schluss. Merignac verlor das Finale damals gegen den VfL Oldenburg. "Das wäre natürlich eine sehr reizvolle Reise", blickte Krowicki auf ein mögliches Duell auf Island: In diesem Fall müssten wir mit einem sehr heimstarken Gegner rechnen."

Die beiden anderen deutschen Vertreter im EHF-Cup steigen ebenfalls in Runde 2 in den Wettbewerb ein: Der Buxtehuder SV hat in Motor Zaporozhye einen wohl schweren Gegner zugelost bekommen, Frisch Auf Göppingen hat es vermutlich leichter, spielt gegen Latsia Kentriki Asfalistiki aus der zyprischen Hauptstadt Nikosia.

Mit dem Europapokal-Gegner beschäftigen wird sich das VfL-Team so schnell nicht. In den ersten elf Trainingstagen standen im wesentlichen Konditionseinheiten, Teambuildungsmaßnahmen und nur wenige Einheiten in der Halle auf dem Programm. So arbeitete Lauftrainer Frank Feldhus mit den zurzeit zwölf anwesenden Spielerinnen des Kaders intensiv an verschiedenen Hügeln in Oldenburg. Auf der anderen Seite genossen die Spielerinnen abwechslungsreiche Einheiten beim Ultimate Frisbee (mit der Oldenburger Hochschulsportmannschaft), beim Rudern (mit dem Oldenburger Ruderverein) sowie beim Reiten auf dem Mariannenhof in Westerstede).

Drei Oldenburgerinnen weilen zurzeit noch in Südkorea bei der U-20-WM: Maike Schirmer, Julia Wenzl und der niederländische Neuzugang Laura van der Heijden. Deutschland und die Niederlande trafen am heutigen Dienstag im letzten Hauptrundenspiel aufeinander. Das Team van der Heijdens setzte sich dabei mit 34:30 durch. Ab kommenden Freitag ist dann Lois Abbingh abwesend. Die 17-Jährige nimmt mit der Niederlande von Montag (2. August) bis zum 12. August an der Jugend-WM in der Dominikanischen Republik teil.