05.07.2010 03:53 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Endlich wieder Handball spielen: Jasmin Ott will angreifen

Das „Küken“ möchte in der kommenden Saison erwachsen werden: Jasmin Ott von den Sindelfinger VfL-Handballerinnen plant den großen Durchbruch. Dieser hätte bei der jüngsten Spielerin der Handballbundesliga schon im vergangenen Jahr erfolgen sollen – ein Kreuzbandriss stoppte die ehrgeizigen Pläne der gebürtigen Metzingerin. „Natürlich hatte mich die Verletzung Ende letzten Jahres runtergezogen. Ich bin aber eine Kämpferin und habe nie ans Aufhören gedacht,“ verrät die 17-Jährige.

Jasmin OttJasmin Ott
Quelle: Eibner Pressefoto
Jasmin Ott kam vor der letzten Saison von der HSG Schönbuch zum VfL Sindelfingen. Zuvor spielte sie bei ihrem Heimatverein in Metzingen, mit sieben begann sie mit dem Handballsport. Sie gilt seit Jahren als eines der größten Talente in Deutschland, hat unter anderem in der württembergischen Auswahl gespielt und kommt bislang auf 20 Junioren-Länderspiele. Ihre erste Partie im Trikot der deutschen Jugend-Nationalmannschaft absolvierte sie mit der U17 gegen Polen, das Spiel konnte direkt gewonnen werden. „Ich weiß noch genau, wie aufgeregt ich damals war. Auch mein erstes Bundesligaspiel in der vergangenen Saison war für mich etwas ganz besonders.“ Nach vier Spielen im Oberhaus folgte für die begeisterte Snowboardfahrerin dann aber der Schock: Eine Untersuchung im Oktober letzten Jahres ergab einen Kreuzbandriss, die Saison 2009 / 2010 war für Jasmin gelaufen. Unterstützung in der schwierigen Zeit bekam das Nesthäckchen von ihrer Sindelfinger Mannschaft, die sie nicht hängen ließ: „Der Support des Teams war hammergeil,“ erzählt die Spielmacherin. „Alle haben angerufen, Postkarten geschrieben und sich einfach klasse um mich gekümmert. Das ist auch unser Erfolgsrezept: Jeder kämpft für jeden.“

Deshalb freut sie sich schon jetzt auf den 19. Juli, dann ist beim VfL Sindelfingen offizieller Trainingsstart. In den vergangenen Monaten hat Jasmin Ott vor allem im athletischen Bereich gearbeitet, in der nächsten Zeit steht handballspezifisches Training auf dem Programm. Ott: „Es ist schön, wieder mit dem Ball zu trainieren. Obwohl ich eine lange Pause einlegen musste, bin ich überzeugt davon, bald wieder meine Form zu finden.“ Bis zum Trainingsbeginn möchte sie weiterhin individuell trainieren um gerüstet zu sein für die neue Saison, die Anfang September startet.

Gelegen kommt ihr da die freie Zeit in den Sommerferien, die 17-Jährige besucht aktuell die elfte Klasse des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Metzingen. Ihre Lieblingsfächer sind Sport und Erdkunde, dafür kann sie Deutsch, Englisch, Französisch, Mathematik und Physik nicht besonders gut leiden. „Meine Noten sind aber ganz okay. Mir ist das auch sehr wichtig, dass ich ein einigermaßen ordentliches Abitur mache,“ sagt sie. Bislang weiß Jasmin aber noch nicht, was sie nach der Schule machen möchte. „Auf jeden Fall etwas mit Sport. Ich habe ja noch zwei Jahre Bedenkzeit“, meint sie schmunzelnd.

Ihre handballerischen Ziele hat sie dafür schon fest im Visier: Jasmin Ott möchte in der neuen Saison verletzungsfrei bleiben und in den kommenden Jahren in der deutschen A-Nationalmannschaft auflaufen. „Es wäre toll, irgendwann mal dort zu spielen. Ich weiß aber, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist und ich weiterhin mein Bestes geben muss.“ Über eine Nominierung würden sich auch ihre Eltern freuen, die selbst handballverrückt sind und ihre Tochter bei allen Heimspielen und fast allen Länderspielen begleiten. „Sie waren sogar bei der Europameisterschaft in Serbien dabei. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, ohne sie wäre ich nie so weit gekommen.“ Man darf gespannt sein, wie weit es das Küken in seiner Handballkarriere noch bringen wird.