27.06.2010 13:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Mit dem Handballvirus infiziert: Milena Rösler

Milena RöslerMilena Rösler
Quelle: Eibner Pressefoto
Die gebürtige Reutlingerin Milena Rösler ist seit 2008 ein fester Bestandteil der Handball-Damen des VfL Sindelfingen. Die 24-Jährige wechselte vom TuS Metzingen in die Daimlerstadt – bei Metzingen hatte sie mehr als fünfzehn Jahre lang gespielt. Den Wechsel hat die sympathische Studentin, die aktuell in einer Wohngemeinschaft in Tübingen lebt, nie bereut: „Es war für mich definitiv der richtige Schritt. Ich wurde in Sindelfingen super aufgenommen, fühle mich hier sehr wohl und bin rundum zufrieden.“

Milena Rösler vor der Eberhard-Karls-Universität in TübingenMilena Rösler vor der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen
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Mit vier Jahren begann sie mit dem Handball, nachdem sie verschiedene Sportarten wie Schwimmen, Leichtathletik, Fußball oder Turnen ausprobiert hatte. Ihr Vater hatte sie mehr oder weniger dazu gezwungen: „Ich wollte damals unbedingt einen Mini-Fußball haben. Mein Papa meinte, dass ich diesen nur bekomme, wenn ich einmal ins Handballtraining gehe. Das habe ich gemacht und seitdem bin ich mit dem Handballvirus infiziert,“ erzählt Milena augenzwinkernd.

Beim TuS Metzingen spielte sie zuerst bei den Minis, konnte sich aber im Laufe der Jahre nach oben arbeiten und spielte schon mit sechzehn in der 2. Bundesliga. Hier freundete sie sich mit Iris Cartarius an, mit ihr erlebte sie auch ihre schlimmste Niederlage im Handball: „Der Nichtaufstieg in der Saison 2006 / 2007 war extrem heftig, das war echt unglaublich.“ Dem Metzinger Team wurden wegen einer nicht spielberechtigten Spielerin sechs Punkte abgezogen – der Aufstieg in die 1. Bundesliga war dahin. Deshalb wechselte sie gemeinsam mit Cartarius zum VfL Sindelfingen, der Verein war damals in die 2. Bundesliga aufgestiegen. „Mich hat das Gesamtpaket überzeugt und ich wollte sportlich weiterkommen. Ein weiterer Faktor war Coach Jörg Plankenhorn, er hatte mich schon früher in Metzingen trainiert,“ so die 24-Jährige.

Sportlich ist Milena mit den bisherigen Spielzeiten beim VfL hochzufrieden, auch wenn sie zugeben muss, dass das Tempo im Oberhaus deutlich höher ist als in der 2. Bundesliga: „Es ist ein riesiger Unterschied zwischen den beiden Ligen. Man muss in der 1. Bundesliga deutlich fitter sein, ich hatte nach dem Aufstieg Sondertrainingseinheiten eingelegt. Außerdem gibt es einige englische Wochen und die vielen Spiele gehen ganz schön an die Substanz.“

Da kommt es ihr ganz gelegen, dass sie keinen besonders stressigen Beruf ausübt. Aktuell studiert sie an der Tübinger Eberhard-Karls-Universität Spanisch, Sport und Philosophie auf Lehramt. „In gut anderthalb Jahren bin ich vermutlich mit dem Studium fertig. Anschließend werde ich mein Referendariat absolvieren und dann an einer Schule unterrichten. Ich habe schon immer gern mit Kindern und Jugendlichen zusammengearbeitet.“ Auch Spanisch ist für sie kein Problem, da ihre Mutter aus Venezuela kommt und sie zweisprachig aufgewachsen ist.

Als Hobbys zählt Milena unter anderem Musik und Hörbücher hören auf, mit Freunden etwas unternehmen, auch sportlich mit ihnen außerhalb des Handballfeldes tätig sein und kochen. Zudem liebt sie den Strand und die Sonne und reist jedes Jahr ans Meer. Energie tanken kann sie aber auch bei ihrem Freund Sandro, mit dem sie seit acht Jahren zusammen ist. Wobei: Der 26-Jährige spielt in der ersten Handballbundesliga bei der HBW Balingen-Weilstetten und so wird natürlich auch privat über Handball diskutiert. „Er ist bei vielen Heimspielen von uns dabei und ich schaue mir ganz gerne mal Spiele von ihm an. Zurzeit ist er aber verletzt“, verrät sie.

Ansonsten telefoniert die Rechtsaußen-Spielerin oft mit ihrer Familie oder ihrer älteren Schwester Ania. Die 28-Jährige geht aktuell für Meister Leipzig auf Torejagd und ist für Milena ein echtes Vorbild: „Sie hat schon sehr früh in der 1. Bundesliga gespielt und gehört sicherlich zu den besten Spielerinnen. Meiner Meinung nach zeichnet sie ihre Erfahrung und ihre Dynamik aus, sie nimmt das Spiel in die Hand. Ich bin aber nicht neidisch auf ihren Erfolg, sondern gönne ihr das.“ So oft es zeitlich geht, besuchen sich die beiden Schwestern, auch wenn die Distanz zwischen Sindelfingen und Leipzig sehr groß ist. Übrigens: In der Jugend in Metzingen hatten beide zusammengespielt und Milena hätte nichts dagegen, wieder mit ihr zu spielen: „Jedes Team profitiert von Ania. Wer weiß, vielleicht spielen wir mal gemeinsam beim VfL Sindelfingen“, meint sie lachend.