23.05.2010 17:00 Uhr - EHF European Cup - Felix Buß - handball-world.com

Buxtehude bejubelt den Challenge Cup-Sieg 2010

Starke Leistung im Rückspiel: Kaja SchmäschkeStarke Leistung im Rückspiel: Kaja Schmäschke
Quelle: sportseye.de
16 Jahre sind vergangen, seit der Buxtehuder SV einen internationalen Titel feierte. 1994 gewann das Team das Finale des City Cups gegen Bækkelagets Oslo. Am Pfingstsonntag 2010 holte die Mannschaft nun den Challenge Cup. Im Hinspiel hatte sich der BSV dabei gegen Frisch Auf Göppingen mit einem 40:28 ein beruhigendes Polster für das Rückspiel geschaffen. Beim letztlichen Pokalsieg nicht zum Ball greifen durfte Jana Stapelfeldt, die im Training umgeknickt war. Der langjährige Betreuer Michael Jungblut hatte das Krankenhaus verlassen um den Triumph live mitzuerleben. Göppingen bewies dabei im Rückspiel vor 1600 Fans in der Halle Nord eine große Portion Moral, musste sich aber letztlich auch im Rückspiel mit 26:28 geschlagen geben.

Nahtlos knüpfte Buxtehude an seine im Hinspiel gezeigte Leistung an, aus einer konzentrierten und kampfbetonten offensiven Abwehr zog das Team von Dirk Leun in den ersten Minuten ein sicheres Angriffsspiel auf und stellte Göppingen zunächst vor Probleme. Als Katrin Schröder nach sieben zum 2:2 (7.) ausglich, kamen die Schwäbinnen aber besser ins Spiel. Aleksandar Knezevic ließ Spielmacherin Randy Bülau neutralisieren, was nach anfänglichen Schwierigkeiten funktionierte. Buxtehude legte dabei allerdings weiterhin vor und das Spiel nahm Fahrt auf. Bereits nach neun Minuten fiel das 4:3 durch Susanne Henze und Göppingen führte durch gute Kombinationen und Ballgewinne beim 4:5 erstmals.

Göppingen riss in dieser Phase die Spielführung an sich, ohne dass der Buxtehuder Vorsprung in der Gesamtaddition zunächst in Gefahr geriet. Hannah Breitinger traf zum 5:8, während die Göppinger Schlachtenbummler allmählich merkten, dass sich ihre Mannschaft heute besser verkaufen wollte als im Hinspiel, die anfängliche Nervosität abgelegt hatte und Einsatz zeigte. Besonders mit hohen Würfen konnten die Gäste Jana Krause immer wieder überwinden und verteidigten so die Führung, nach 17 Minuten ließ sich die BSV-Torfrau genervt auswechseln, während auf der Gegenseite Alexandra Meisl trotz Verletzung zu glänzen vermochte. Dirk Leun musste lautstark eingreifen und übertönte das Heimpublikum, das erst bei einer Parade von Debbie Klijn wieder applaudieren durfte. Als Susann Henze nach einer Klijn-Parade zum Konter kam und das 10:11 (22.) herstellte, war die Welt in der Halle Nord wieder in Ordnung.

Buxtehude war wieder am Drücker, Aleksandar Knezevic nahm folgerichtig die Auszeit um Buxtehude den wieder aufkommenden Spielrhythmus zu nehmen. Dennoch kamen die Gastgeberinnen noch vor dem Wechsel zum Ausgleichstreffer, Isabell Klein erzielte das 13:13 (27.). Leun hatte inzwischen durchgewechselt, vor allem der Mittelblock mit Klein und Lamein funktionierte und Kaja Schmäschke sorgte im Angriff für die nötigen Impulse. Sie eroberte beim 15:14 (29.) die Führung zurück, während die Defensive erneut einige Male den Ball stiebitzte und so die Grundlage für die 16:15-Pausenführung legte. Dirk Leun schnappte gleich nach dem Pfiff der beiden Schiedsrichterinnen seine beiden Torfrauen um taktische Anweisungen zu geben.

Noch immer lag Buxtehude damit mit elf Toren vorn. Göppingen war verhältnismäßig leicht zu Rückraumtreffern gekommen, Lone Fischer und Christina Vogt, die mit dieser Partie ihre sportliche Karriere beendete, sorgten jedoch im Gegenstoß direkt nach der Pause mit ihren Treffern zum 18:15 (32.) für die Vorentscheidung, 15 Tore Unterschied würde Göppingen in den verbleibenden 28 Minuten nicht mehr aufholen können. Dennoch konnte Trainer Aleksandar Knezevic heute auch weiterhin mit der Einstellung seiner Spielerinnen zufrieden sein, die durchaus weiterhin gewillt waren, in der Halle Nord ein Ausrufezeichen zu setzen und zumindest das Rückspiel positiv zu gestalten. Gleiches galt auch für Dirk Leun, der in der Kabine, so wie Buxtehude nach der Pause losgelegt hatte, an seine Schützlinge die richtigen Worte gefunden hatte.

Die Gäste konnten sich im weiteren Verlauf in der Abwehr steigern, brachten aber den Ball nicht an Klijn vorbei. So führte Buxtehude durch Lamein beim 21:18 (43.) weiterhin mit drei Toren, bevor Vojtiskova die Göppinger Torflaute beendete. Hannah Breitinger stellte zehn Minuten vor Abpfiff beim 22:23 nochmals den Anschluss her, Alexandra Meisl war aber inzwischen der Mangel an nötiger Beweglichkeit deutlich anzumerken. Sie konnte die Fehler ihrer Vorderleute nicht mehr immer ausbügeln und so hielten sich die Gastgeberinnen vorn. Leun nahm knapp eine Minute vor Schluss nochmals die Auszeit, die Zuschauer spendeten inzwischen stehende Ovationen und feierten nach dem 28:26-Strafwurf von Prior zum Endstand den Gewinn des Challenge Cups 2010. Die Halle Nord versank nach dem Schlusspfiff im Jubel.

Stimmen zum Spiel:

Aleksandar Knezevic (Göppingen): Buxtehude war besser als wir, aber wir waren auch besser als im Hinspiel. Wir haben die Kraft gehabt heute nochmal zu zeigen was wir können. Dafür ein großes Lob, vor allem an Alexandra Meisl, die eigentlich noch nicht spielen konnte.

Dirk Leun (Buxtehude): Wir sind überglücklich. Wir haben etwas geschafft, was wir uns vorgenommen hatten. Ich kann einfach nur sagen, das ist eine richtig geile Mannschaft, die wir haben, und die hat das hoch verdient. Zu taktischen Sachen in diesem Spiel sage ich heute gar nichts. Ich möchte meiner Frau danken, dass sie mir ermöglicht hat hier Trainer zu sein. Ich möchte auch Peter Prior danken, der rund um die Uhr arbeitet für diesen Verein, diese Leistung kann man ihm nicht hoch genug anrechnen.

Buxtehuder SV - FA Göppingen 28:26 (16:15)

Tore BSV: Vogt 3, Klein 4/1, Wode 1, Lütz 2, Schmäschke 2, Henze 5, Lamein 8/3, Oldenburg 2, Prior 1/1

Tore: FAG: Vojtiskova 5, Unseld 3, Stellbrink 4/1, Schröder 2, Fritz 6, Dinkel 3, Dangel 1/1, Breitinger 2