21.05.2010 02:23 Uhr - Jugend/Juniorinnen - chs/PM ÖHB und DHB

U20-Nationalmannschaften kämpfen um WM-Tickets

Marlene Zapf will mit Deutschland zur WMMarlene Zapf will mit Deutschland zur WM
Quelle: sportseye.de
Am heutigen Freitag startet für die weiblichen U20-Nationalmannschaften die entscheidende Phase der WM-Qualifikation. Vom 17.-31. Juli wird in Korea der neue Weltmeister ermittelt. Während Österreich vor heimischer Kulisse das WM-Ticket lösen möchte, muss die DHB-Auswahl im niederländischen Wognum antreten. Insgesamt 24 Mannschaften kämpfen um die zwölf europäischen Plätze bei diesen Titelkämpfen.

In der Gruppe 1 kämpf Österreich in der Südstadt gegen Russland, Schweden und Bulgarien um die WM-Teilnahme. Teamtrainer Martin Matuschkowitz rechnet sich durchaus Chancen aus, dass die ÖHB-Auswahl die Quali schaffen kann, allerdings nur, wenn „der Heimvorteil auf unserer Seite ist, das Publikum auch richtig mitgeht.“ Zum Auftakt geht es mit Bulgarien für das ÖHB-Team gegen den vermeintlich leichtesten Gegner. Lediglich der Ausfall von Kerstin Schimon macht dem Coach zu schaffen. Das prognostizierte Schlüsselspiel findet dann bereits am Samstag statt, wenn Österreich auf Schweden trifft. „Mit dem Heimvorteil im Rücken können wir es gegen die Schwedinnen schaffen. Wir dürfen aber nicht glauben, dass es locker wird, nur weil wir zuhause spielen“, so Matuschkowitz, der Russland in der großen Favoritenrolle sieht.

„Die Russinnen sind sehr kompakt und haben eine lange Handballtradition und -kultur, die seit Jahren voll durchgezogen wird. Ein Sieg gegen sie wäre natürlich schön. Ich spekuliere ein bisschen darauf, dass sie, wenn sie gegen uns bereits fix qualifiziert sind, nicht mehr mit vollem Einsatz zur Sache gehen und wir vielleicht einen Punktegewinn einfahren können. Aber das ist nur Hoffnung. Das wichtigste Spiel ist das gegen Schweden, das müssen wir einfach gewinnen“, sagte Matuschkowitz, der mit Beate Scheffknecht (Bietigheim), Sabrina Stumvoll und Katharina Doppler (beide Greven) auf drei Bundesligaspielerinnen zurückgreifen kann.

In der Gruppe 2 muss die deutsche U20 gegen Israel, Portugal und Gastgeber Niederlande antreten. Die Hausherrinnen in Wognum verfügen über einen starken Jahrgang, in dem einige Spielerinnen mit Blick auf die Heim-EM 2012 bereits Erfahrungen in der A-Nationalmannschaft gesammelt haben, wie die in der kommenden Saison in Deutschland spielenden Laura van der Heijden und Danick Snelder. „So ein wichtiges Turnier in der eigenen Halle zu spielen macht es natürlich zu etwas Besonderem“, bekennt Esther Schopp gegenüber handbalstartpunt.nl. Die Niederländerin, die auch im Verein in Wognum spielt, blickt dem Turnier freudig entgegen. „Ich hab ein gutes Gefühl hinsichtlich unserer Chancen zur WM-Qualifikation. Wenn wir nach Korea gehen, dann wird das mein letztes Turnier im Jugendbereich sein, da will ich natürlich dabei sein.“

Aber auch in der deutschen Nationalmannschaft sind einige Spielerinnen schon auf dem Sprung in die A-Nationalmannschaft, wie die Linkshänderin Marlene Zapf (Leverkusen) oder Kreisläuferin Anika Leppert (Blomberg), die für die EM-Qualifikation in das erweiterte Aufgebot gerückt sind. Bundestrainer Rainer Osmann verfolgt die Ergebnisse der U20 genau. „Aus dieser Mannschaft habe ich bereits einige Spielerinnen im Visier“, sagt Osmann. „Über die Qualifikation und die WM in Südkorea sollen diese den Nachweis erbringen, dass ich mit ihnen gedanklich auf dem richtigen Weg bin.“ Israel geht als Außenseiter in die Qualifikation, die Partie gegen Portugal wird sowohl für die deutsche wie auch für die niederländische Auswahl schon einen richtungsweisenden Charakter haben, bevor es am Sonntag zum Duell der beiden Favoriten kommt.

In der Gruppe 3 richtet Rumänien das Qualifikationsturnier aus, in dem auch Frankreich, Kroatien und Island ihre Chancen auf ein WM-Ticket suchen wollen. In Serbien kämpfen neben dem Turnierausrichter auch Polen, Tschechien und die Ukraine um zwei Startplätze für das Turnier in Korea. Für die Schweiz heißt das Reiseziel zunächst Alicante, wo man in Monovar neben Gastgeber Spanien auch gegen Slowenien und die Türkei bestehen muss. In der Gruppe 6 kämpfen Montenegro, Finnland, Weißrussland und die Slowakei um ihre WM-Tickets.