25.05.2010 14:15 Uhr - 1. Bundesliga - Holger Putz - handball-world.com

Neue Chancen, Herausforderungen und Dialekte - Julia Schulz auf dem Weg in die 1. Liga

Julia SchulzJulia Schulz
Quelle: sportseye.de
Die Vertragsunterschrift war am Ende nur noch Formsache. Die Verhandlungen kurz, intensiv und sehr ertragreich. Seit wenigen Tagen ist der Wechsel von Torfrau Julia Schulz vom SC Riesa nach Göppingen offiziell. Damit geht für die gebürtige Berlinerin ein kleiner Traum in Erfüllung. Immerhin verpasste Schulz in ihren Jahren beim SC Markranstädt mehrmals den Sprung in die erste Liga sehr knapp. Doch all das scheint vergessen, schaut man in das strahlende Gesicht der 24-jährigen, die sich in Leipzig Zeit nahm, um mit handball-world.com über ihren Wechsel, ihre Ziele und neue Herausforderungen zu sprechen.

Julia, du hast jahrelang um den Aufstieg in die erste Liga gespielt. Beim SC Riesa ging es dieser Saison in der Relegation um den möglichen Abstieg in die Regionalliga. Wie unterscheiden sich die Entscheidungsspiele voneinander?

Julia Schulz:
Die Anspannung und der Siegeswillen ist der gleiche. Aber der enorme Druck bei Abstiegsspielen ist doch noch mal etwas ganz Anderes.

Dein nächster Schritt hat weder mit Abstiegs- noch Aufstiegsspielen zu tun. In Göppingen heißt das Ziel sicherer Mittelfeldplatz. Wie kam es zu den ersten Gesprächen?



Julia Schulz:
Thomas Pientka rief mich im April an und wir waren von Anfang auf einer Wellenlänge und im Endeffekt wurden wir uns schnell einig und konnten einen erfolgreichen Vertragsabschluss über die Bühne bringen.

In den letzten Wochen gab es viele Gerüchte und Spekulation um den Kader von Göppingen und mögliche Neuzugänge. Allen voran die vielen Abgänge und die Rückkehr von Birute Stellbrink sorgten für viel Gesprächsstoff. Hat dich das beeindruckt?



Julia Schulz:
Nein, eigentlich nicht. Thomas Pientka war immer ehrlich zu mir und das war eine gute Grundlage für unsere Gespräche. Grundsätzlich muss man sagen, auch wenn nächste Saison eine fast völlig neue Mannschaft auf dem Feld ist, haben wir doch alle ein gemeinsames Ziel: Erfolgreich die Spiele gestalten und ich denke, wir werden vielleicht für die eine oder andere Überraschung sorgen.

Der Wechsel in die höchste deutsche Spielklasse bedeutet gleichzeitig neue Erfahrungen, neue Herausforderungen und natürlich auch neue Chancen. Wie beurteilst du die Situation?



Julia Schulz:
Es wird kein Zuckerschlecken und der Unterschied zwischen den Ligen ist schon gewaltig, aber ich freue mich auf diese Herausforderung und die neuen Erfahrungen, die ich sammeln kann. Das Göppinger-Trainergespann hat viel Erfahrung und kann dadurch gut auf mich einwirken. Zusammen mit der Mannschaft werde ich die neue Situation schon meistern.

Deine alten Mannschaftskameradinnen spielen zum Beispiel in Bensheim und Bietigheim. Was haben Sie dir über den südlichen Teil von Deutschland erzählt?



Julia Schulz:
Trinkpäckchen heißen Trinkerle! Als erstes kommt natürlich der Dialekt. Man lernt viele neue Wörter kennen, aber ich denke, da sind die Sachsen auch nicht immer einfach und auch mit ihnen komme ich klar. Auch von der Umgebung und den netten Menschen ist mir nur Gutes zu Ohren gekommen. Und bisher kann ich das auch alles nur positiv bestätigen.