21.05.2010 00:34 Uhr - EHF European Cup - Matthias Kornes - handball-world.com

Dirk Leun: "So ein Titel hat sicher einen riesen Stellenwert"

Dirk Leun warnt vor dem RückspielDirk Leun warnt vor dem Rückspiel
Quelle: sportseye.de
Es ist ein wichtiges, aber auch ein gefährliches Spiel, welches auf den BSV Buxtehude am Sonntag Nachmittag (Anwurf 17 Uhr) wartet: 12 Tore Vorsprung nimmt Buxtehude aus dem Hinspiel um den Challenge-Cup im deutschen Duell gegen Frisch Auf Göppingen mit – ein deutlicher Vorsprung, aber kein Ruhepolster. Man dürfe sich nicht auf diesem Ergebnis ausruhen, meint BSV-Trainer Dirk Leun, der im Ausblick auf die kommende Runde auf Kontinuität setzt und die neue Konkurrenz aus Rosengarten als gut für die „Frauen-Handball-Region hier im Norden“ ansieht.

„Wir bereiten uns auf dieses Spiel vor wie auf jedes andere“, sagt Dirk Leun, Trainer des BSV Buxtehude: „Es wäre ein fataler Fehler, jetzt aufgrund des Hinspielergebnisses mental etwas schleifen zu lassen. Aber die Mannschaft arbeitet sehr konzentriert und will natürlich vor eigenem Publikum auch den Titel holen.“ Sein Team konnte im zweiten Durchgang in Göppingen einen klaren Hinspielsieg herauswerfen, nun steht das Rückspiel an. Dabei sein werden wohl alle Frauen des BSV: „Nach derzeitigem Stand können bis auf unsere langzeitverletzten Spriestersbach und Hayn, die am Mittwoch operiert wurde, alle spielen“, sagt Leun.

Das Ambiente soll dem Anlass entsprechend sein, ist es doch das letzte Spiel der Runde und aus Buxtehuder Sicht auch dasjenige, in dem der ersehnte Titel geholt werden kann: „Es ist das letzte Spiel der Saison und einer unserer Sponsoren richtet dabei ein großes Sportwochenende aus, los geht es am Samstag mit der Großbild-Übertagung des Spiels HSV-THW, dann wird das Fußballspiel Mailand gegen FCB übertragen und dann hoffen wir natürlich darauf, das am Sonntag Abend ein erfolgreiches Spiel unserer Mannschaft mit dem Gewinn des Challenge Cups gekrönt wird“, berichtet Leun: „Wir haben dazu die Spielerinnen des Jahres 1994 eingeladen, die damals das letzte Mal einen Europapokal für Buxtehude gewonnen haben, die werden natürlich nicht alle kommen können, aber wir freuen uns auf diese Spielerinnen. Des weiteren wird die Wahl zur Spielerin der Saison anstehen und auch die Verabschiedung von Spriestersbach und Vogt.“

Seit 1989 spielt der BSV in der ersten Liga, der Gewinn des City-Cups 1994 gegen die Norwegerinnnen von Bækkelagets SK Oslo war dabei der bislang größte Erfolg – damals mit Größen wie Andrea Bölk oder Camilla Andersen. „Wir sind seit 16 Jahren ohne einen Titel, wenn man so lange wie der BSV in der ersten Liga spielt und dabei auch viel gute Platzierungen erreicht hat, dann hat so ein Titel sicher einen riesen Stellenwert“, sagt Leun: „Es ist, das muss man auch sagen, sicher nicht der Titel mit dem höchsten Wert, aber auch diesen Europacup muss man erst einmal gewinnen. Für mich persönlich hat das einen ganz großen Stellenwert, denn wir haben aus meiner Sicht wohl alle schweren Mannschaften im Wettbewerb als Gegner gehabt, außerdem war es für meine Mannschaft eine schwere Saison aufgrund der ganzen Verletzungen, Leute wie Maxi Hayn haben uns in den letzten Wochen natürlich enorm gefehlt.“

Überhaupt zieht Leun den Hut vor seiner Truppe: „Man muss auch die Gesamtbilanz sehen, wir waren in allen drei Wettbewerben lange dabei. Hinter Leipzig und Leverkusen klafft in der Liga sicher eine Lücke, aber gerade gegen Blomberg haben wir nachgewiesen, dass wir auf Augenhöhe mit einem Team wie Blomberg sind.“ In Zukunft soll die Entwicklung der Mannschaft in Ruhe weitergehen, schnelle Sprünge ausgeschlossen: „Uns verlassen Vogt und Spriestersbach, darüber hinaus setzten wir auf Kontinuität und unser Konzept, mit jungen deutschen Spielerinnen zu arbeiten“, sagt Leun und schaut voraus: „Ich freue mich dabei sehr auf die Zusammenarbeit mit Josephine Techert, die als Spielertyp gut in unser schnelles Spiel passt und uns ganz sicher verstärken wird.“

In Zukunft wird man in Buxtehude allerdings Konkurrenz in nächster Nähe haben: Mit der SGH Rosengarten, bestückt mit einigen Spielerinnen, die ehemals für den BSV die Schuhe schnürten, ist ein Lokalrivale aufgestiegen. „Ich gratuliere Rosengarten zu diesem Aufstieg, der aus meiner Sicht auch absolut verdient war“, sagt Leun. „Ich habe mir in der abgelaufenen Runde einige Spiele angesehen, das ist eine sehr konterstarke Mannschaft.“ Den neuen Erstligisten in nächster Nähe sieht Leun allerdings überwiegend positiv: „Das wird sehr reizvoll, nun zwei Derbys vor der Türe zu haben. Natürlich ist das auch eine Form der Konkurrenz, aber eine, die mir sehr lieb ist. Mit Rosengarten, Oldenburg und uns gibt es nun drei Nordklubs in der ersten Liga und damit ein Gegengewicht zu den Südklubs Sindelfingen, Göppingen und Bietigheim. Das ist gut für die Frauen-Handball-Region hier im Norden. Ich freue mich, dass sie es sportlich geschafft haben und auch den Mut aufbringen, den Schritt in die erste Liga zu wagen.“