19.05.2010 11:51 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Handballverrückt: Kathrin Fischer

Kathrin FischerKathrin Fischer
Quelle: Eibner Pressefoto
Seit 2007 spielt Kathrin Fischer beim VfL Sindelfingen. Die Kreisläuferin kam von ihrem Heimatverein, dem TV Großbottwar und stieg mit dem VfL von der Regionalliga in die 1. Bundesliga auf. Privat hat sich dadurch für die 21-jährige aber nicht viel geändert: Sie wohnt  immer noch bei ihren Eltern in Großbottwar und studiert an der Heilbronner Hochschule Produktion und Logistik. „Klar ist es ein gewisser Aufwand, zwischen Großbottwar, Heilbronn und Sindelfingen zu pendeln. Aber die Mannschaft ist klasse und es macht super viel Spaß beim VfL“,  erklärt die Spielerin.

Die Weichen für den Handballsport wurden bei Kathrin Fischer schon früh gestellt: Im zarten Alter von sechs Jahren startete sie ihre Karriere beim TV Großbottwar. „Meinen Eltern war es wichtig, dass ich Sport mache und der Verein war früher die Nummer eins in der Stadt. Es gab deshalb gar keine großen Alternativen“. Dennoch probierte sie nebenbei etliche Sportarten aus: Von Fußball über Tischtennis und Badminton war alles dabei. Trotzdem blieb Handball die Nummer eins und so spielte sie erfolgreich als Kreisläuferin in der Oberliga und in der baden-württembergischen Auswahl. „In der Jugend hatte ich eigentlich im Rückraum gespielt. Bei den Auswahlspielen wurde ich dann aber am Kreis aufgestellt und dabei ist es geblieben“, erzählt die 21-Jährige. 2007 erfolgte dann der Wechsel in die Regionalliga zum VfL Sindelfingen. „Ich hatte ein Angebot bekommen und das hat mich schon sehr gereizt. Man möchte sich ja immer weiter entwickeln und deshalb habe ich mich zu einem Wechsel entschlossen“. Bereut hat sie diesen nie, im Gegenteil: „Ich habe in den vergangenen Jahren viel gelernt und es macht Spaß ein Teil der Mannschaft zu sein.“  

Teilweise ist es allerdings schwierig, Handball, Studium und Privates unter einen Hut zu bringen. Vor allem wenn die Prüfungen anstehen, wird es zeitlich bei Kathrin Fischer sehr eng. „Dann ist es natürlich schon etwas stressiger, weil man viel lernen muss. Im Großen und Ganzen bekommt man das aber schon irgendwie hin.“ Aktuell befindet sie sich im vierten Semester, knapp zwei Jahre lang dauert das Studium an der Heilbronner Hochschule noch. „Wir haben während der Saison vier Mal in der Woche Training, da passt es mit dem Studium ganz gut. Ich bin morgens in Heilbronn und abends in Sindelfingen.“ Für den Studiengang Produktion und Logistik hat sie sich ganz bewusst entschieden. „Meine Lieblingsfächer in der Schule waren Naturwissenschaften, Mathematik und Physik. Deshalb wollte ich auch etwas technisches studieren.“

Abschalten von Handball und Studium kann die gebürtige Stuttgarterin unter anderem beim Snowboarden, Inline-Skaten oder beim VfB Stuttgart. In ihrer Freizeit besucht sie gerne die Mercedes-Benz-Arena und unterstützt den Fußballverein. „Ich bin ein glühender VfB-Anhänger, schon seit Jahren. Wenn es zeitlich passt, gehe ich gerne ins Stadion“. Ansonsten verbringt Kathrin ihre Freizeit mit ihrem Freund Sören, der in der ersten Männermannschaft des VfL Sindelfingen Handball spielt.  

Man merkt: Ganz ohne Ball wird es bei Kathrin Fischer wohl nie gehen. Auch nach 15 Jahren Handball gibt sie immer noch in jedem Spiel Vollgas und hat außerdem große Pläne. „Ich möchte mich in der kommenden Spielzeit weiterentwickeln“. In der vergangenen Saison erzielte sie in 22 Partien 14 Treffer. Wichtiger als der eigene Erfolg, ist ihr aber das Team: „Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ich kann das immer schwer einschätzen, aber ich gehe fest davon aus. Der achte Platz sollte mit unserer Mannschaft drin sein“.