09.05.2010 17:58 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine und dpa

Leverkusen zieht erneut ins Finale ein

Mit einem souveränen 35:25 (17:13) gegen den VfL Oldenburg hat Pokalsieger Bayer Leverkusen den Finaleinzug in der Meisterschaft perfekt gemacht. Gegner im letzten Shodown der Saison wird in einer Neuauflage des Vorjahresfinals Titelverteidiger HC Leipzig sein. Leverkusen hatte bereits das Hinspiel mit 24:21 für sich entschieden und agierte auch im Rückspiel von der ersten Minute an souverän. Über weite Strecken der ersten Halbzeit konnte Oldenburg, das mehrfach in Führung lag, die Begegnung noch ausgeglichen gestalten, spätestens als Leverkusen mit einem 5:0-Lauf zwischen der 38. und 45. Minute auf 25:15 davonzog war die Entscheidung aber gefallen. Für Oldenburg traf Julia Wenzl (5) am häufigsten. Beste Bayer-Torschützin war Marlene Zapf mit neun Toren, acht davon im zweiten Abschnitt.

Marlene Zapf erzielte neun Treffer, acht davon im zweiten DurchgangMarlene Zapf erzielte neun Treffer, acht davon im zweiten Durchgang
Quelle: Heinz Zaunbrecher
Dominierten am Mittwoch noch die Abwehrreihen, so ließen dieses Mal die Offensivformationen zum Beginn der Partie ihr Können aufblitzen. Mit extrem hoher Intensität schlugen in den ersten zwanzig Minuten die Bälle in beide Tore ein. Beide Mannschaften schlossen ihre Angriffe nach wenigen Abspielen ab, daraus resultierten die vielen Tore. Nach fünf Minuten stand es 5:5, nach acht 7:7. Meist führte der VfL zwar, absetzen konnte sich aber Leverkusen. Nach dem 11:10 für den VfL durch die just vorher eingewechselte Monic Burde (17.) trafen die Gastgeberinnen dreimal in Folge, der VfL blieb dagegen acht Minuten ohne Torerfolg, vergab in dieser Phase zwei Gegenstöße.

Kleinigkeiten sollten in der Schlussphase einer temporeichen ersten Halbzeit das Pendel aber zu Gunsten der Elfen ausschlagen lassen. Das Team von Renate Wolf nutzte seine Überzahlsituationen konsequenter, die Abwehr stand ein bisschen souveräner und auch auf der Torhüterposition konnte Oldenburg kein Plus für sich verbuchen. Die erste Zeitstrafe für Angie Geschke brachte die Elfen mit 13:11 (22.) nach vorne, in der Schlussminute gelang dann dann einer Glanzparade von Woltering, sowie einem Block der aufmerksamen Abwehr der 17:13-Pausenstand.

Nach dem Seitenwechsel wollte Oldenburg, mittlerweile in der Gesamtabrechnung mit sieben Toren in Rückstand, noch einmal das Blatt wenden und agierte mit einer offensiv ausgerichteteren 6:0-Deckung. Die guten Gegenstoßchancen von Ulrike Stange und Angie Geschke machte aber Clara Woltering zunichte und nahm so schnell den Wind aus den Segeln der Gäste. Auf der Gegenseit konnten die Elfen dann ihre Chancen für die einfachen Tore nutzen. Marlene Zapf im Dreierpack sowie Anna Loerper zwangen Leszek Krowicki beim Stand von 23:15 (40.) zu einer Auszeit. "Woltering? Das war Wahnsinn", sagte Oldenburgs Stange nach der Partie anerkennend über einen der entscheidenden Faktoren, der die Gäste nicht ins Spiel zurückließ.

Die Niedersächsinnen beorderten Julia Renner zwischen die Pfosten und auch im Leverkusener Gehäuse wurde ein Wechsel nötig, nachdem Sabrina Neuendorf bei einem Torwurf Clara Woltering am Kopf traf, musste Lena Knipprath ins Elfentor. Die Elfendeckung stand sicher, Denisa Glankovicova und Anna Loerper sorgten beim 25:15 (45.) erstmals für einen zweistelligen Vorsprung. "Nach der Pause war Leverkusen wacher, spritziger und konsequenter. Unsere Abwehrleistung hat leider nicht dem entsprochen, das wir in der Saison gezeigt haben", so Oldenburgs Ulrike Stange nach der Begegnung.

Die Partie war entschieden, in der Schlussviertelstunde gaben beide Trainer den Spielerinnen aus der zweiten Reihe Einsatzzeiten, die Endspielteilnahme und der Sieg der Leverkusenerinnen gerieten nicht mehr in Gefahr. Leverkusen hatte dabei auch in der Schlussphase noch einiges zu bieten, zeigte den 1000 Zuschauern ein gutes Rückzugsverhalten, eine nun im Positionsangriff kaum zu überwindende Abwehr und eine hervorragende Chancenverwertung.

Stimmen zum Spiel:

Leszek Krowicki (Oldenburg):
Zwanzig gute Minuten sind gegen so eine Topmannschaft zu wenig. Zuerst haben wir von unserem guten Angriff und unserem Tempo profitiert, doch plötzlich lief die Maschine nicht mehr. Die Enttäuschung ist natürlich groß. Aber wir haben es in beiden Spielen nicht geschafft, konstant unsere Leistung abzurufen und für die Überraschung zu sorgen

Renate Wolf (Leverkusen):
Oldenburg hat von Beginn an Vollgas gegeben und uns zwanzig Minuten lang Paroli geboten. Wir haben es lange nicht rechtzeitig geschafft in unseren Abwehrverbund zu gelangen. Das änderte sich als Clara über sich hinauswuchs. In der zweiten Halbzeit haben wir richtig gut gedeckt.