05.05.2010 00:50 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - PM Oldenburg

Oldenburgerinnen verbreiten Optimismus vor Playoff-Halbfinale

Wiebke Kethorn will mit Oldenburg ins FinaleWiebke Kethorn will mit Oldenburg ins Finale
Quelle: Hermann Jack
Für den VfL Oldenburg geht in der ersten Mai-Hälfte die erfolgreichste Saison in der Handball-Bundesliga seit den 1980er Jahren zu Ende. Offen ist nur noch der Zeitpunkt. Am heutigen Mittwochabend (19.30 Uhr, EWE ARENA) empfängt der VfL den neuen DHB-Pokalsieger Bayer Leverkusen im Halbfinal-Hinspiel der Meisterschafts-Playoffs. Das alles entscheidende Rückspiel findet am kommenden Sonntag (16 Uhr) in der Smidt-Arena in Leverkusen statt.

"Das erste Spiel bringt noch keine Entscheidung", ist sich auch Oldenburgs Trainer Leszek Krowicki sicher: "Ich kann gar nicht sagen, welches Resultat wir anstreben. Ich denke, auf jeden Fall müssen wir gewinnen." Seine 13 Spielerinnen seien einsatzbereit. In das Finale einziehen werde die Mannschaft mit dem größeren Willen: "Die Tagesform, die Einstellung, das Herz und der Kopf werden das Duell entscheiden", sagt Krowicki und setzt auf ein "maximales Leistungsniveau" seiner Spielerinnen: "Alles andere wird nicht reichen."

1981, 1983, 1984 und 1985 stand der VfL bereits im Meisterschafts-Halbfinale. Damals war die Erste Liga noch in eine Nord- und eine Süd-Staffel aufgeteilt. Seit der Einführung der eingleisigen Bundesliga 1986 aber wurde der VfL nur noch zweimal Vierter (1987 und 1989), spielte danach meist im Mittelfeld der Liga mit. Der dritte Rang nach Abschluss der diesjährigen Hauptrunde ist somit die beste Platzierung in der eingleisigen Bundesliga.

Doch die Oldenburgerinnen wollen mehr. Der Optimismus verbreitet sich quer durch den Kader. "Jetzt geht es erst richtig los", sagt Wiebke Kethorn etwa, auch Barbara Hetmanek hofft auf "nochmal so eine Leistung" wie im Viertelfinal-Rückspiel gegen FA Göppingen (32:21): "Dann kommen wir gegen Leverkusen weiter." Und Angie Geschke sagt: "Vielleicht ist Leverkusen auf dem Papier der Favorit, aber wir sind keineswegs chancenlos. Besonders dann nicht, wenn unsere Deckung so gut steht wie im Viertelfinale gegen Göppingen. Wir haben Hunger auf Mehr."

Formell ist die Mannschaft von Trainerin Renate Wolf ganz sicher der erste Kandidat auf den Einzug ins Finale am 12. und 15./16. Mai gegen den HC Leipzig oder ProVital Blomberg-Lippe. Während der Hauptrunde sammelte der elffache deutsche Meister drei Punkte mehr als der VfL und ist auch im direkten Vergleich vorne: Das erste Spiel in Leverkusen verlor Oldenburg mit 22:33, im Rückspiel gewann der VfL (21:20). Zudem triumphierten die "Elfen" am vergangenen Wochenende beim Pokal-Endturnier in Riesa, gewannen ihre Partien gegen den Buxtehuder SV (31:21 im Halbfinale) und Blomberg (34:23 im Finale) beeindruckend souverän.

Auf der anderen Seite spricht auch viel für den VfL. Der Supercupgewinner war mit acht Siegen und drei Unentschieden die beste Rückrundenmannschaft der Liga und zeigte gerade in wichtigen Spielen oft eine beeindruckend ansprechende Leistung: So wurde Meister HC Leipzig nach dem Sieg im Supercup-Endspiel auch in der Liga bezwungen. Im Playoff-Viertelfinale konnte Göppingen dem VfL trotz eines 30:29-Hinspiel-Erfolges nicht mehr gefährlich werden, Leverkusen dagegen musste gegen den Frankfurter HC die im Handball umstrittene Auswärtstorregelung bemühen, um weiterzukommen (25:27, 25:23). "Diese Konstanz hatten wir in den vergangenen Jahren nicht. Das ist die beste Saison, seit ich in Oldenburg bin. Ich glaube ganz fest an meine Mädels", versprüht die verletzt zuschauende Anna Badenhop (Knorpelschaden) in einem Interview mit dem VfL-Hallenmagazin "Fireball" ebenfalls Optimismus und hofft: "Vielleicht hat Leverkusen nach dem anstrengenden Pokal-Wochenende ja noch schwere Beine."