01.05.2010 18:51 Uhr - DHB-Pokal - Sandra Pleines - hbvf.de

Leverkusen zieht locker ins Finale ein

Heike  Ahlgrimm traf acht malHeike Ahlgrimm traf acht mal
Quelle: Alex Wipf
Durch einen von Anfang an ungefährdeten 31:21 (15:11) Erfolg über den Buxtehuder SV folgt der TSV Bayer 04 Leverkusen der Mannschaft von ProVital Blomberg-Lippe ins diesjährige Pokalfinale. Die 850 Zuschauer in der Erdgas Arena in Riesa sahen eine dominierende Leverkusener Mannschaft, gegen die die deutlich ersatzgeschwächte Mannschaft aus Buxtehude keine Chance hatte. Beste Werferinnen waren Heike Ahlgrimm (8) für Leverkusen sowie Diane Lamein (10/5) für den BSV.

Der Buxtehuder SV musste auf Kapitänin Isabel Klein verzichten, die nach ihrer im Europapokalhalbfinale erlittenen Beckenprellung nicht einsatzfähig war. Trainer Dirk Leun musste daher umbauen und brachte Randy Bülau auf Rückraum rechts, während Diane Lamein die Spielmacherposition übernahm und Susanne Henze am Kreis startete. Leverkusen in Bestbesetzung konnte von der ersten Minute auf Torfrau Clara Woltering bauen. So ging Buxtehude zunächst zwar mit 2:1 in Führung, musste dann aber nach zwei Treffern von Heike Ahlgrimm und Anne Müller früh einem Rückstand hinterher laufen.

Heike Ahlgrimm brachte in der 9. Minute ihre Mannschaft mit ihrem bis dahin vierten Treffer mit 6:3 in Führung, per Gegenstoß erhöhte Katrin Engel den Vorsprung sogar auf vier Tore. Buxtehude tat sich schwer gegen die bewegliche Bayer-Abwehr, fast jeder Ball blieb hängen und Leverkusen startete Gegenstoß an Gegenstoß. BSV-Coach Leun reagierte, indem er zunächst Debbie Klijn für Jana Krause im Tor brachte und schließlich beim Stand von 3:8 eine Auszeit nahm.

Immerhin stabilisierte sich seine Mannschaft danach soweit, dass sie in den nächsten fünf Minuten nur ein Gegentor hinnehmen musste, im Angriff aber fehlte es weiterhin völlig an Ideen. Debbie Klijn verhinderte mit einigen gute Paraden Schlimmeres. Erst in der 18. Spielminute traf Randy Bülau nach 12 torlosen Minuten wieder für Buxtehude. Lone Fischer setzte per Gegenstoß noch einen Treffer dazu und prompt wurde das Spiel der Norddeutschen besser. Der Schalter war umgelegt. Diane Lamein verkürzte auf 6:9.

Nun fing sich aber Leverkusen wieder. Zwei Treffer durch Müller und erneut Ahlgrimm erweiterten den Vorsprung wieder auf fünf Tore. Das Spiel war jetzt abwechslungsreich mit Treffern auf beiden Seiten. Fünf Minuten vor der Pause konnte Buxtehude zunächst wieder auf drei Treffer verkürzen, keine zwei Minuten später waren es wieder fünf Tore Vorsprung für Leverkusen. Anna Loerper erhöhte in der 28. Minute sogar auf 15:9, doch auch jetzt folgten zwei Buxtehuder Treffer in Folge, dieses Mal durch Friederike Lütz und Diane Lamein und mit einem Spielstand von 11:15 ging es in die Kabine.

Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte wieder Leverkusen. Vier Treffer in Folge, davon zwei von der überragenden Heike Ahlgrimm, und bereits in der 35. Minute war die Vorentscheidung gefallen. Buxtehude tat sich erneut unglaublich schwer gegen die gute Leverkusener Deckung und Bayer konnte bereits jetzt einen Gang zurücknehmen. Doch es lief fast wie von selbst, zwei Gegenstoßtore von Elisabeth Garcia-Almendaris brachten in der 40. Minute sogar die 22:12 Führung.

Buxtehude ackerte vergeblich, es lief nicht mehr viel. Der Kräfteverschleiß war dem durch diverse Verletzungen arg dezimierten Kader deutlich anzumerken. Aufgegeben hat sich die Mannschaft von Dirk Leun trotz den hohen Rückstandes aber nicht. Doch war es nur noch der Versuch von Ergebniskosmetik, Leverkusen war zu sicher in den meisten Aktionen. Die höchste Führung Leverkusens betrug 12 Tore beim Stand von 25:13, doch Buxtehude arbeitete sich vor allem durch die unermüdlich kämpfende Diane Lamein wieder auf einen Zwischenstand von 17:26 (48.). Die niederländische Nationalspielerin erzielte bis dahin neun Treffer für den BSV.

Bei Bayer konnte sich nun fast jede Spielerin in die Torschützenliste eintragen, Buxtehude war einfach mit den Kräften am Ende. Den letzten Treffer der Partie zum Endstand von 31:21 für Leverkusen erzielte Marlene Zapf vom Siebenmeterpunkt.


Stimmen zum Spiel:

Dirk Leun (Buxtehude): Es gibt viele Gründe für die Niederlage. Zunächst Gratulation für den in allen Belangen verdienten Sieg von Leverkusen. Leverkusen hat eine gute und agressive Verteildigung gespielt und wir sind nicht konsequent den Weg zu Tor gegangen und haben uns den Schneid abkaufen lassen. Die Mannschaft hat nicht daran geglaubt die Überraschung schaffen zu können, sie hat es gewollt und versucht, aber nicht daran geglaubt.

Renate Wolf (Leverkusen): Wir haben von Beginn an sehr konsequent in der Abwehr agiert und sind gut ins Spiel gekommen, auch wenn wir im Angriff den einen oder anderen leichtfertigen technischen Fehler gemacht haben. Wir haben uns einen Vorsrpung erspielt, der Garant dafür war aber die Abwehrleistung. Das was Heike Ahlgrimm hier seit Wochen spielt ist erste Sahne. Bei Heike spürt man, dass sie will und sie will sich mit einem Titel aus Leverkusen verabschieden.