01.05.2010 16:48 Uhr - DHB-Pokal - Christian Stein - hbvf.de

Blomberg erreicht Pokalfinale - 29:27 über Frankfurt/Oder

Michaela Seiffert traf acht malMichaela Seiffert traf acht mal
Quelle: sportseye.de
ProVital Blomberg-Lippe steht erstmals im Finale um den DHB-Pokal der Frauen. Das Team aus Ostwestfalen gewann am Samstag beim Final Four in Riesa das erste Halbfinale gegen den FHC Frankfurt/Oder mit 29:27 (12:11). Vor rund 850 Zuschauern in der erdgas Arena warfen Sabrina Neukamp (7) und Michaela Seiffert (7/1) die meisten Tore für Blomberg. Bei Frankfurt überzeugten die Nationalspielerinnen Franziska Mietzner (10/3) und Christine Beier (6). Anschließend spielten Europacup-Finalist Buxtehuder SV und Rekordsieger Bayer Leverkusen um den Einzug ins Endspiel, das an diesem Sonntag (16.30 Uhr) stattfindet.

Der FHC musste auf Mandy Hering verzichten, für die Nationalspielerin agierte Janine Wegner von Beginn an auf dem linken Flügel. Den besseren Start erwischten aber die in Bestbesetzung angetretenen Blomberginnen, angeführt von Spielmacherin Kerstin Wohlbold, die den Auftakttreffer selbst und danach zwei weitere Assists zum 3:1 (5.) lieferte. Frankfurts Offenive fokussierte sich unterdessen vor allem auf Franziska Mietzner, die Nationalspielerin erzielte die ersten vier Treffer für die Brandenburgerinnen, die in die Partie fanden und nach einem Durchbruch von Christine Beier beim 5:3 (12.) mit zwei Toren in Führung lag.

Anschließend entwickelte sich eine packende Partie, einen entscheidenden Vorteil konnte sich zunächst keine Mannschaft erarbeiten. Der FHC, der noch am Mittwoch in der Meisterschaft ein kraftraubendes Viertelfinale in Leverkusen gespielt hatte, legte zunächst den Spielstand vor, Blomberg ließ sich jedoch nicht distanzieren und kämpfte sich immer wieder zum Ausgleich heran. Vom 5:3 bis zum 9:9 wurde dabei der Rhythmus gehalten, dass der FHC immer zwei Tore vorlegte und Blomberg mit einem Doppelschlag wieder nachzog.

Eine doppelte Überzahl, Schneider und Beier mussten bei Frankfurt auf die Strafbank, konnte Blomberg nutzen, um erneut die Führung zu übernehmen, Saskia Lang hatte zum 11:10 (28.) getroffen. In der hart umkämpften Schlussphase der ersten Halbzeit wurden die Torabschlüsse dann fast ausschließlich von der Siebenmeterlinie durchgeführt. Franziska Mietzner scheiterte dabei mit einem Versuch an Nancy Oldenburg, auf der Gegenseite erhöhte Annamaria Ilyes vom Strich, ehe Gubernatis zum 11:12 Pausenstand traf.

Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts dominierte zunächst Blomberg das Spielgeschehen. Frankfurt lag, auch aufgrund zweier weiterer vergebener Strafwurfchancen, zunächst mit 12:15 zurück, kämpfte sich aber postwendend zum Ausgleich heran. Die Partie lebte von der Dramatik, vor allem Mandy Burrekers brachte die Lipperinnen zur Verzweiflung und hatte mit ihren Paraden Anteil, dass Frankfurt beim 22:21 (47.) durch den zehnten Treffer von Franziska Mietzner wieder die Führung übernehmen konnte.

Der FHC versuchte mit einer 5:1-Abwehr mit Janine Wegner auf der Spitze der im zweiten Durchgang stärker werdende Blomberger Offensive Einhalt zu gebieten, das Team von André Fuhr fand aber schnell andere Lösungsstrategien, um zum Torerfolg zu kommen. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende konnte Anne Krüger vom linken Flügel die Lipperinnen beim 26:25 in Front werfen und Sabrina Neukamp legte mit einem Gegenstoß gleich das 27:25 nach. Die Oderstädterinnen kämpften, konnten aber den Rückstand nicht mehr wettmachen. Vor allem den Rückraum und die Anspiele an den Kreis hatten die Blombergerinnen in der Deckung nun etwas besser in den Griff bekommen, auch durch ein frühes Heraustreten auf Franziska Mieztner.

Für die endgültige Entscheidung benötigte Blomberg jedoch zwei Anläufe. Als Michaela Seiffert zum vermeintlichen 29:27 getroffen hatte, lag die Gründe Karte bereits auf dem Zeitnehmertisch. André Fuhr hatte in dem Moment seine Auszeit beantragt, als der Arm der Schiedsrichter zur Passivwarnung in die Höhe ging. Anschließend konnte jedoch Saskia Lang den entscheidenden Treffer erzielen, der Blomberg die erste Endspielteilnahme im Pokal bescherte. Frankfurt versuchte alles, brachte eine zusätzliche Feldspielerin für die Torhüterin, doch die Wende gelang nicht mehr. Eine Parade von Natalie Hagel beendete auch die letzten Hoffnungen der Frankfurterinnen und löste den Blomberger Jubelsturm aus.

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Schmidt (Frankfurt):
Glückwunsch an André. Wir wären gerne im Finale gewesen, hatten in den letzten Spielen aber kein Fortune auf unserer Seite. Ich kann meinen Girls keinen Vorwurf machen, Blomberg hat die Big Points gemacht und sind dann einfach etwas abgeklärter als wir. Wir hatten es trotzdem selbst in der Hand, es waren am Ende in der Summe einfach 2-3 technische Fehler zu viel.

André Fuhr (Blomberg):
Dietmar hat bereits alles gesagt. Wir haben bis zum Ende gefightet, Kleinigkeiten waren entscheidend und die waren halt dieses Jahr auf unserer Seite. Das Spiel hätte aber auch Frankfurt gewinnen können. Ich habe im letzten Jahr hier gesessen und gesagt - Nach Platz vier und drei möchte ich ins Finale - und das haben wir nun geschafft.