25.04.2010 21:03 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Heiner Lehmann – handball-world.com

Bietigheim im Schongang ins Aufstiegsfinale

Bereits in ihrer ersten Zweitligasaison stehen die Frauen der SG BBM Bietigheim im Finale um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Im Halbfinale hatten die Schützlinge von Hagen Gunzenhauser mit den Berliner Spreefüxxen auch im Rückspiel in der Hauptstadt keine Probleme und siegten erneut zweistellig mit 37:27. Die vor allem in der Abwehr über weite Strecken nur halbherzig agierenden Berlinerinnen hatten nach einer insgesamt sehr erfolgreichen Saison gegen den Südkonkurrenten aus Schwaben keine Chance und stehen in der kommenden Spielzeit vor der Aufgabe, sich für die eingleisige 2. Liga zu qualifizieren. Die Schwäbinnen erwartet das Duell mit der HSG Bensheim/Auerbach, die sich klar gegen Halle-Neustadt durchsetzen konnten.

Jenny Karolius setzte sich an alter Wirkungsstätte mit Bietigheim gegen die Spreefüxxe druch.Jenny Karolius setzte sich an alter Wirkungsstätte mit Bietigheim gegen die Spreefüxxe druch.
Quelle: sportseye.de
„Ich war heute noch viel aufgeregter als beim Hinspiel in Bietigheim“, bekannte Jenny Karolius, Berlinerin in schwäbischen Diensten, nach dem Spiel augenzwinkernd. Dabei hatte die Kreisläuferin, die am heutigen Spielort ihre ersten Bundesliga-Schritte ging, nach dem deutlichen Heimsieg eigentlich keinen Grund für Befürchtungen. Mit einen Zwölf-Tore-Polster waren die Bietigheimerinnen bereits am Freitag in die Hauptstadt gereist und trainierten nach einer Stadtführung durch die mannschaftseigene Berlinerin am Samstagmittag in der Halle von Pro Sport 24 in Mitte, wo Karolius einst das Handball-Einmaleins erlernte.

Im heutigen Spiel zeigten die Gäste dann von Beginn an, daß sie nicht gewillt sein würden, den Berlinerinnen noch eine Chance, das Duell zu drehen, zu lassen. Bereits in der 10. Spielminute hatten sie eine Vier-Tore-Führung herausgeworfen und zwangen Spreefüxxe-Coach Edgar Fahrenwald zu einer frühen Auszeit.

Erfolg hatte der Berliner Trainer mit der Neueinstellung seines Teams indes nicht, die Schwäbinnen blieben spielbestimmend und bauten ihren Vorsprung gegen eine oft inkonsequente Abwehr weiter aus. In der 30. Minute betrug die Führung dann bereits neun Tore und hatte bei der Heimmannschaft bereits die entsprechende Wirkung erzielt. Die Bemühungen der Berlinerinnen blieben trotz des Treffers von Sandra Woycieszack zum 13:21-Pausenstand viel zu oft bereits im Ansatz stecken. Technische Fehler im Spielaufbau und der permanente Druck aufs Tempo durch die schnelle Mitte der Bietigheimerinnen ließen den Gastgeberinnen kaum Hoffnung auf eine Wendung.

Die SG BBM konnte nach dem Seitenwechsel auf zehn und später gar auf zwölf Tore erhöhen können. Daraufhin nutzte BBM-Coach Gunzenhauser die Gelegenheit, auch seinen Wechselspielerinnen Einsatzzeit zu geben. Der Bruch, der dadurch im Bietigheimer Spiel entstand, war lediglich gering und sorgte nur dafür, daß die Gastgeberinnen ein wenig aufschließen konnten. Am Ende stand schließlich ein leistungsgerechtes 27:37, das für die Berlinerinnen sicher einen etwas ungerechten Schatten auf das Finale einer alles in allem sportlich unerwartet erfolgreichen Saison wirft. So waren die Stimmen aus dem hauptstädtischen Lager denn nach Spielschluß auch versöhnlich: „Die Play-offs hat uns eigentlich ja keiner zugetraut“, so Organisationsleiter André Schünke im Rahmen der Verabschiedung von Franziska Müller, Antje Dietz, Josefine Wenzel und Monika Seidel, „wir blicken auf einen erfolgreichen Neuanfang im Berliner Frauen-Handball zurück.“

Für die Schwäbinnen kommt es nun am 8. und 15. Mai zu einer erneuten Auseinandersetzung mit dem Südstaffel-Meister HSG Bensheim-Auerbach. Gegen die aufstiegswilligen Bergsträßerinnen können die BBM-Frauen jedoch ohne großen Druck aufspielen. „Ich freu mich schon auf die Spiele gegen Bensheim. Unsere Mannschaft hat sich mittlerweile gefunden und jetzt macht es richtig Spaߓ, so noch einmal Jenny Karolius, die in den letzten beiden Spielen der Saison mit Annika Hermenau nicht nur auf eine weitere Berlinerin, sondern auch auf ihre beste Freundin trifft.