18.04.2010 21:32 Uhr - 2. Bundesliga Nord - Heiner Lehmann – handball-world.com

Bensheim/Auerbach legt Grundstein für Play off-Finaleinzug

Antje Lauenroth fand immer besser ins Spiel.Antje Lauenroth fand immer besser ins Spiel.
Quelle: sportseye.de
Nach einigen Anlaufschwierigkeiten konnte sich die HSG Bensheim-Auerbach im Halbfinalhinspiel der Aufstiegs-Play Offs zur 1. Bundesliga beim SV Union Halle-Neustadt letztlich klar mit 34:27 durchsetzen. Dabei hatten die Gäste von der Bergstraße zunächst recht große Probleme, gegen die hochmotivierten Hallenser Wildcats ins Spiel zu finden. Nachdem die Bensheimerinnen bereits zur Pause die Führung übernehmen konnten, legten sie zu Beginn der zweiten Halbzeit nach und bestraften die Fehler der Gastgeberinnen konsequent. Die Hallenserinnen bäumten sich zwar noch einmal auf, mußten sich aber am Ende klar geschlagen geben und haben damit eine große Hypothek für das Rückspiel am kommenden Samstag an der Bergstraße.

Judy Martin erzielte vier Tore für Halle.Judy Martin erzielte vier Tore für Halle.
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Die Gastgeberinnen fanden zunächst deutlich besser ins Spiel und bestimmten die erste Viertelstunde der Begegnung. Der Angriff der Wildcats fand immer wieder Lücken in der noch unsicheren Bensheimer Deckung. Die Abwehr der Wildcats hingegen sorgte mit viel Bewegung und Aggressivität dafür, daß sich die Gäste immer wieder festrannten und effektiv gebremst wurden. Zudem hielt Nele Kurzke im Tor der Unionerinnen in dieser Phase nahezu alles, was die Abwehr noch durchließ, so auch einen Strafwurf von Annika Hermenau inklusive Nachwurf.

Auch eine Umstellung des Rückraums der Bensheimerinnen nach deren Auszeit fruchtete nicht sofort. Zwar lief der Spielaufbau der Hallenserinnen nicht mehr so rund wie zu Beginn, doch fanden die Gastgeberinnen selbst in Unterzahl immer wieder Lücken in der Bensheimer Deckung. Erst in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs gelang es den Gästen, sich mit individuellen Leistungen ins Spiel zu kämpfen und letztlich die Regie zu übernehmen. Nach dem 15:15-Ausgleich durch Ingrida Bartaseviciene (25.) gelang Halle bis zum 15:18-Pausenstand kein Treffer mehr.

Auch die ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff gehörten ganz den Gästen. Die Hallenser Fehler im Angriff wurden nun umgehend durch erfolgreiche Tempogegenstöße bestraft, die die HSG Bensheim-Auerbach bis auf 15:21 (33.) davontrugen. So wuchs der Bensheimer Vorsprung schnell auf sieben Tore an und auch die Hallenser Auszeit konnte die Gäste nicht bremsen. In der 42. Minute erhöhte Annika Hermenau beim 17:26 gar auf neun Tore Differenz.

Im Gefühl der nun scheinbar gefallenen Vorentscheidung schlich sich in der Folge jedoch der Schlendrian bei der HSG ein. Die Wildcats nutzten die Gelegenheit und bäumten sich noch einmal auf. Die Niederlage konnten die Gastgeberinnen damit jedoch nicht mehr verhindern, zumal sie immer wieder von Hinausstellungen behindert wurden. Vor allem die dritte Zeitstrafe und damit verbundene Disqualifikation von Silvia Hofman machte ein besseres Resultat für Halle unmöglich.

Am Ende setzte sich der auch im Vorfeld als Favorit gehandelte Südmeister mit 34:27 durch und hat damit im am kommenden Samstag folgenden Rückspiel daheim gute Chancen auf das Erreichen des Finales um den Aufstieg in die erste Bundesliga.

Stimmen zum Spiel:
Arne Kühr (Trainer SV Union Halle-Neustadt):
„Das Ergebnis geht sportlich in Ordnung, wenn wir uns auch einen etwas geringeren Abstand gewünscht hätten. Dafür hat es leider nicht gereicht, vor allem, weil uns die Zeitstrafen immer wieder zurückwarfen. Die Einstellung der Mannschaft hat gestimmt und wir fahren trotz der eher schlechten Chancen nach Bensheim, um uns so gut wie möglich zu präsentieren.“

Lucky Cojacar (Trainer HSG Bensheim-Auerbach):
„Halle war wie von uns erwartet der hoch motivierte Gegner und hat uns vor allem in der ersten Halbzeit das Leben schwer gemacht. Wir haben da auch nicht konsequent genug gedeckt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser zugepackt und das war letztlich entscheidend.“

Annika Hermenau (Spielerin HSG Bensheim-Auerbach):
„Es war ein schweres Spiel heute und natürlich fehlen noch 60 Minuten zum Finale. Aber wir wollen und müssen das erreichen. Die Mannschaft kämpft mit vollem Einsatz für unser großes Ziel Aufstieg, und es ist einfach geil, Teil dieser Mannschaft zu sein.“