15.04.2010 10:26 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Cartarius: „Das Erreichen der Play-Offs wäre nächste Saison ein großer Erfolg“

Goalgetterin: Iris CartariusGoalgetterin: Iris Cartarius
Quelle: Eibner Pressefoto
Die Verantwortlichen des VfL Sindelfingen können auch weiterhin auf ihre Toptorjägerin Iris Cartarius zählen. Die 27-Jährige hat ihren Vertrag bei den Bundesliga-Handballerinnen verlängert und spielt auch in der Saison 2010 / 2011 beim VfL. Ihre erste Saison im Oberhaus war ein voller Erfolg: Mit 154 Treffern belegte sie Rang vier in der Torschützenliste. Im Interview geht sie auf die vergangene Saison ein und richtet den Blick optimistisch nach vorne.

Iris Cartarius, nach einer starken Saison bleibst du dem VfL Sindelfingen treu. Warum hast du dich dazu entschieden, weiter für den VfL zu spielen?

Cartarius: Ich fühle mich in Sindelfingen sehr wohl und das Konzept überzeugt mich auch weiterhin. Von Vorteil ist auch, dass ich von meinem Wohnort nur ein paar Minuten zur Sommerhofenhalle und zu meiner Arbeitsstelle brauche. Die Mannschaft ist super - von daher gab es für mich keinen Grund zu wechseln.  

Wie lief die Saison 2009 / 2010 aus deiner Sicht ab?

Cartarius: Anfangs lief es richtig gut, die Siege hatten uns Selbstvertrauen gegeben. Dann war aber diese Niederlagenserie sehr anstrengend, da hat man es als Aufsteiger auch nicht leicht. Die Gegner unterschätzen einen nicht mehr und kennen die Stärken und Schwächen. Gefehlt hat uns in dieser Phase Anna Galinskaja, die schwanger wurde. Sie wäre im Rückraum eine große Entlastung gewesen. Aber wir haben am Ende zum Glück doch noch den Klassenerhalt geschafft.  

Acht Spielerinnen haben den Verein verlassen, unter anderem Julia Högl und Maja Sommerlund. Fällt der Abschied schwer?

Cartarius: Ich finde es bei jeder einzelnen Spielerin schade, dass sie geht. Jede Einzelne hat nämlich ihren Anteil zu unserer außergewöhnlichen Truppe beigetragen. So einen Zusammenhalt habe ich selten erlebt. Sogar in unserer Niederlagenserie sind wir nicht auseinander gefallen. Im Nachhinein bin ich sehr stolz ein Teil von dem Ganzen gewesen sein zu dürfen.  

Denkst du, dass ihr die Abgänge ersetzen könnt?

Cartarius: Soweit ich die Planungen für nächstes Jahr überschauen kann, sieht es bisher ganz gut aus. Wahrscheinlich wird die größte Aufgabe die Torhüterposition sein, da klafft nach dem Abgang von Magdalena Chemicz eine große Lücke. Mit Marielle Bohm haben wir ja schon einen Neuzugang, sie würde ich als souveräne Erstligaspielerin bezeichnen, die uns sicherlich weiterhelfen wird.  

Du hast in dieser Saison den vierten Platz der Bundesliga-Torschützenliste belegt. Alle Spielerinnen vor dir sind Nationalspielerinnen. Hast du in diese Richtung auch Ambitionen?

Cartarius: Es ist natürlich eine große Ehre für jeden Sportler für sein Land spielen zu dürfen. Aber ich habe mir darüber ehrlich gesagt noch nie den Kopf zerbrochen und werde auch weiterhin alles auf mich zukommen lassen.  

Ihr könnt euch jetzt etwas ausruhen, erst im September startet die neue Saison. Wie froh bist du, dass die Saison vorbei ist?

Cartarius: Ich bin sehr froh darüber, die letzten Wochen waren richtig anstrengend. Für die Mannschaft war es ein großer Kraftakt, da wir unbedingt die wichtigen Spiele gegen Dortmund und Celle gewinnen mussten. Das geht einem ganz schön an die Substanz. Außerdem hat man viel nebenher zu tun, alle haben einen Beruf oder studieren und da gab es auch viele Prüfungen. Deshalb haben wir uns die Pause verdient und ich freue mich drauf.  

Welche Ziele hast du für die kommende Saison?

Cartarius: Das Erreichen der Play-Offs wäre nächste Saison ein großer Erfolg. Mit dem Abstiegskampf wollen wir nichts zu tun haben – wir möchten uns auf jeden Fall steigern.