07.04.2010 21:19 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Göppingen gewinnt das direkte Duell um Platz 6

Alexandra MeislAlexandra Meisl
Quelle: fa-frauen.de
Göppingen schien Frankfurt mit einem 4:1-Start zu überrennen, doch bereits beim 9:9 (18.) war die Partie wieder ausgeglichen. Vor dem 15:15-Pausenstand vergab Göppingen erneut eine 3-Tore-Führung, nach dem 23:24-Rückstand (53.) ging allerdings ein Ruck durch die Mannschaft von Aleksandar Knezevic, die vor allem von den Paraden Alexandra Meisls profitierte. Frankfurt konnte von einer Steigerung in der Abwehr nicht profitieren und vergab in einer aufgeheizten EWS Arena viele Möglichkeiten. Beide Teams waren zwar bereits für die Play-Offs qualifiziert, der 32:26-Heimsieg bringt jedoch Göppingen den sechsten Rang und den vermeintlich einfacheren Viertelfinalgegner aus Oldenburg. Frankfurt/Oder wird in der ersten K.O.-Runde auf Leverkusen treffen.

Göppingen startete hellwach, während die Gäste aus Frankfurt/Oder scheinbar die lange Anreise noch nicht aus den Knochen geschüttelt hatten. Alena Vojtiskova stellte mühelos die 2:0-Führung her, die Gastgeberinnen kombinierten sehenswert und führten nach sechs Minuten mit 4:1. Das Team von Aleksandar Knezevic ließ dabei zwar ein paar Möglichkeiten liegen, doch Frankfurt hatte nach der frühen Auszeit von Dietmar Schmidt auch Glück, als Gubernatis die Gäste auf 3:4 (8.) heranbrachte. Besonders Gubernatis und Schneider gaben der Gästeabwehr nun den nötigen Halt und Göppingen tat sich zunehmend schwer.

Spannung war in die Partie eingekehrt und die Frisch Auf Frauen hatten Mühe, einen Zwei-Tore-Vorsprung zu verteidigen. Schmidt schickte Janine Wegner auf der Regisseursposition und Christine Beier sollte stattdessen im linken Rückraum wirbeln, wo Franziska Mietzner mangels korrekt eingestelltem Visier und zu Beginn starker Gegenwehr der Göppinger Abwehr noch keinen Stich gemacht hatte. Die Steigerung in der Abwehr und die Umstellung im Angriff zahlten sich für Frankfurt aus, Göppingen verlor zunehmend den Faden, scheiterte immer häufiger an Melanie Herrmann im Gästetor und verlor dadurch offenbar auch den Halt in der Abwehr. Franziska Mietzner gelang schließlich mit einem direkt verwandelten Freiwurf der erste Treffer zum 9:9-Ausgleich (18.).

Aleksandar Knezevic musste reagieren, nahm die Auszeit, aber es folgten keine personellen Änderungen in der Aufstellung. Alena Vojtiskova konnte zwar sofort Katrin Schröder sehenswert am Kreis in Szene setzen, doch die Aktion schlug fehl und Kira Eickhoff brachte die Frankfurterinnen im Gegenzug beim 10:11 erstmals ins Führung. Allerdings kämpfte sich Göppingen zurück ins Spiel. Vojtiskova und Schröder glichen aus, die zwischen Licht und Schatten agierende Jessica Schulz holte die Göppinger Führung beim 13:12 (23.) zurück ins Spiel. Zudem schaltete sich Alex Meisl im Tor mit einer Glanzparade ins Geschehen ein. Erstmals im Spiel kam Göppingen auf diese Weise in Ballbesitz, für die Gastgeberinnen ein Weckruf.

Fritz und Vojtiskova nach einem Ballgewinn brachten Göppingen zwei Minuten vor der Pause mit 15:12 in Führung, doch diese hielt nicht lange, obwohl Meisl im Tor aufdrehte und ihr Gegenpart Melanie Herrmann nach zuvor sechs Paraden bis zur Pause keine Hand mehr an den Ball brachte. Gubernatis und Hering mit einem schön herausgespielten Treffer führten Frankfurt zum 15:14, Göppingen lag nur noch mit einem Tor vorn und musste neun Sekunden vor der Pause sogar noch den 15:15-Ausgleich durch Schneider hinnehmen. Wie zu Beginn der Partie war es Göppingen nicht gelungen einen Drei-Tore-Vorsprung zum Vorteil zu nutzen, weiter blieb die Partie spannend, zumal Friederike Gubernatis mit einem direkten Freiwurf zum 17:18 (35.) bereits ihren fünften Treffer setzte.

Mit offensiven Abwehrformationen und einer vorgezogen agierenden Janine Wegner irritierte Frankfurt Göppingen erfolgreich. Doch die Gäste zogen daraus keinen Vorteil, weil die so schwach gestartete Alexandra Meisl ihr Team nun im Alleingang im Spiel hielt und auch beste Möglichkeiten zunichte machte. So überstand Göppingen nicht nur eine Unterzahl schadlos, Stellbrink konterte nach 43 Minuten zum 21:18, während Frankfurt auf den nächsten Treffer warten musste. Der Zwischenspurt setzte scheinbar bei Göppingen neue Kräfte frei und auch das Publikum in der EWS Arena hatte wieder Vertrauen gefasst und unterstützte sein Team nach Kräften.

Allerdings währte der Zwischenspurt wieder nur kurz und Frankfurt schien noch nicht aufzugeben. Nach dem Strafwurf zum 21:22-Anschluss (50.) schien Göppingen neben der Spur, der Konter zur Frankfurter 24:23-Führung (53.) geschah praktisch ohne Gegenwehr. Doch Hannah Breitinger holte die Führung beim 25:24 zurück und Breidert erhöhte auf 27:24. Wieder lag Göppingen mit drei Toren vorn und brachte den Vorsprung diesmal über die Zeit. Dangel brachte einen Strafwurf zum 30:25 (58.) unter. Frankfurt unterlag am Ende deutlich mit 26:32, das Team nahe der polnischen Grenze konnte vor allem offensiv nicht überzeugen. Somit beendet Göppingen die Hauptrunde auf dem sechsten Platz und trifft im Viertelfinale der Play-offs auf den VfL Oldenburg, während es Frankfurt auf Rang sieben liegend in der ersten Playoffrunde mit Leverkusen als Tabellenzweitem aufnehmen muss.

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Schmidt, Trainer Frankfurt/Oder
Der Sieg geht insgesamt in Ordnung. Wir haben 55 Minuten gut mitgehalten, aber am Ende zu viele gute Möglichkeiten vergeben. Garant für euren Sieg war heute die FAG-Torfrau, die heute gigantisch gehalten hat, vor allem in der zweiten Halbzeit. Zunächst sind wir froh, dass wir die Play-offs erreicht haben, so ausgeglichen, wie die Bundesliga dieses Jahr war. Sicher hatten wir zu Beginn der Saison Rang fünf oder sechs als Saisonziel ausgegeben, aber wir haben in der Hinrunde nicht so gut gespielt und müssen jetzt über diesen siebten Platz froh sein.

Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Frauen
Der Sieg war sehr wichtig für uns, weil wir noch Ambitionen in den Play-offs haben. Gegen Leipzig wäre das nicht leicht geworden. Daher bin ich sehr zufrieden, nicht nur mit den zwei Punkten, vor allem auch mit dem Kampfgeist. Wir hatten am Ende einen klaren Kopf und noch genügend Kraft, dass die beiden Punkte bei uns geblieben sind. Wir wussten, dass Frankfurt in letzter Zeit gut und sehr konstant spielt, auch wenn sie zu Beginn der Saison auch Probleme hatten. Es ist ein sehr unangenehmer Gegner, vor allem gegen Mietzner hat man immer wieder Schwierigkeiten. Aber am Ende hat es für uns geklappt.