06.04.2010 13:39 Uhr - 1. Bundesliga - PM Vereine

Sindelfingen empfängt Leverkusen zum Saisonausklang

Anna Loerper fällt ausAnna Loerper fällt aus
Quelle: sportseye.de
Die Hauptrunde geht zu Ende – vor den schwierigen Wochen, in denen die Elfen in Meisterschaft, DHB-Pokal und EHF-Pokal noch jeweils um den Titel kämpfen steht noch das letzte Auswärtsspiel beim VfL Sindelfingen an. Am morgigen Mittwoch um 19.30 Uhr treffen in der Sommerhofenhalle der VfL Sindelfingen und Bayer Leverkusen aufeinander. Für die Sindelfingerinnen geht es um nichts mehr, der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga ist gesichert. „Wir möchten uns dennoch nochmal in Bestform präsentieren und uns mit einer guten Leistung bei den Zuschauern bedanken“, kündigt Spielerin Julia Högl an.

Für die 25-Jährige ist es das letzte Spiel im Trikot des VfL. Seit 2003 ist sie im Verein und hat die Mannschaft als Mittelfeld-Motor von der Regionalliga in die 1. Bundesliga geführt. Aus beruflichen Gründen wird sie künftig nicht mehr in Sindelfingen spielen. „Die letzten zwei Jahren waren sehr anstrengend. Es ist schwierig, Handball und Beruf unter einen Hut zu bringen“, erklärt Högl. Sie möchte sich am liebsten mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen verabschieden. „Leverkusen ist eine sehr starke Mannschaft, die auf allen Positionen gut besetzt ist. Herausheben möchte ich Clara Woltering im Tor, sie kann meiner Meinung nach alleine ein Spiel entscheiden. Das Team hatte dennoch Probleme im Hinspiel gegen uns und ich denke, dass wir in unserer Sommerhofenhalle ein gutes Spiel abliefern werden.“

„Es ist gut, dass wir vor dieser Partie nicht mehr das Zünglein an der Waage spielen können“, ist Leverkusens Trainerin Renate Wolf froh, dass Sindelfingen sich auch in der Tabelle nicht mehr nach oben orientieren kann. Die Chancen auf die Teilnahme an den Meisterschafts-Playoffs hatte der VfL am vergangenen Spieltag im Derby bei Frisch Auf Göppingen ad acta legen müssen. VfL-Coach Emir Hadzimuhamedovic geht hingegen hoch ambitioniert in die Partie. „Wir haben uns ein paar Sachen einfallen lassen und vielleicht schaffen wir eine Überraschung. Wir haben nichts mehr zu verlieren und können ganz befreit aufspielen“, so der Trainer, dem im Vorjahr als Coach von Frisch Auf Göppingen ein Sieg in Leverkusen gelang. Nicht nur national, wo Leverkusen derzeit mit 33 Zählern den zweiten Rang belegt gehören die Rheinländerinnen zur Spitze, auch international gehört Levekusen laut Hadzimuhamedovic zu den Topteams: „Es gibt nur wenige Teams, die besser sind in Europa.“

Nach der Ligapause, in der Renate Wolf durch die Absage von Penda Bönighausen am Lehrgang der U20-Nationalmannschaft fünf Spielerinnen zur Verfügung hatte, konnte das Team nach der Rückkehr seiner zehn Auswahlspielerinnen erst am gestrigen Abend wieder komplett miteinander trainieren. Nicht mit von der Partie sein wird Anna Loerper. Die Spielmacherin zog sich während der EM-Qualifikation in der vergangenen Woche einen Muskelfaserriss zu und muss nun eine mehrwöchige Pause einlegen. Dafür tritt Leonie Huckenbeck aus dem eigenen Nachwuchsteam die Reise ins Ländle an. Auch für Sindelfingen verlief die Nationalmannschaftspause nicht nach Wunsch, denn Linksaußen Ina Grossmann kehrte mit einem im Training erlittenen doppelten Bänderriss vom Vierländerturnier der U20-Auswahl zurück. Somit lastet die Last auf der linken Außenbahn vor allem auf die ehemalige Leverkusenerin Silke Meier, die zum Beginn der Saison gemeinsam mit Karin Weigelt zum VfL gewechselt war.

Nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen ist in der Sindelfinger Sommerhofenhalle eine große Saisonabschlussfeier geplant. Neben der Verlosung des neuen Hosensponsors wird es auch für die Zuschauer eine Tombola geben. Am Eingang erhält jeder Besucher ein Los, es werden unter anderem Gutscheine, Fanartikel und Tickets verlost. Zudem werden morgen Abend die Spielerinnen verabschiedet, die den Verein verlassen werden: Neben Julia Högl sind das Magdalena Chemicz, Maja Sommerlund, Nicola Freudemann, Sevgi Öztürk, Franziska Kölbl und Anna Galinskaja. Auch Coach Emir Hadzimuhamedovic wird zum letzten Mal an der Seitenlinie stehen, der 40-Jährige hat seinen letzten Arbeitstag.