04.04.2010 13:14 Uhr - Europameisterschaft - Marco Ellenberger - PM SHV und red

Schweizer Kantersieg in Portugal

Das Schweizer Frauen-Nationalteam hat die starke Vorstellung vom Mittwoch eindrücklich bestätigt. Die SHV-Auswahl setzte sich im Rückspiel auswärts gegen Portugal gleich mit 27:17 durch. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit 13:12-Führung verdiente sich die Equipe von Alex Milosevic den deutlichen Erfolg mit einer überragenden Defensivleistung.

Die Schweizer Frauen sind am Samstagabend innert weniger Tage zum zweiten Mal über sich hinausgewachsen. Dank einem geschlossenen Auftritt des gesamten Teams setzten sie sich auswärts gegen Portugal diskussionslos durch und meldeten sich im Kampf um die Teilnahme an der EM-Endrunde wieder zurück. Mit vier Punkten belegt die SHV-Auswahl nun in ihrer Gruppe den dritten Platz, nur einen Zähler hinter Rumänien, das zu Hause gegen die Ukraine etwas überraschend mit 35:36 verlor. "Wir haben uns den Erfolg in Portugal als Kollektiv verdient. Wir sind mit unbändigem Willen aufgetreten und haben es geschafft, uns im Vergleich zum ersten Spiel noch einmal zu steigern", sagte Trainer Alex Milosevic.

Die auf dem Papier stärker eingeschätzten Portugiesinnen, die erneut auf ihren Superstar Alexandrina Barbosa verzichteten, hatten dem Schweizer Auftritt nur in den ersten 30 Minuten etwas entgegenzusetzen. Nach einem ausgeglichenen Beginn setzten sich die Schweizerinnen zwar schon nach etwas mehr als einer Viertelstunde mit vier Toren ab, vergaben danach aber eine Reihe von guten Chancen und mussten den Gegner wieder zum 12:12 aufschliessen lassen.

In der zweiten Halbzeit schaffte die SHV-Auswahl aber dann die große Differenz. Die Schweizerinnen setzten sich von 14:13 auf 19:15 ab und ließen in der Folge nichts mehr anbrennen. Aus dem überragenden Kollektiv hoben sich auf Schweizer Seite zwei Akteurinnen ab: Die neunfache Torschützin Annick Bosshart, die in der zweiten Bundesliga für den TuS Weibern spielt, und die erneut überragend haltende Torhüterin Manuela Brütsch.

Die Portugiesinnen fanden gegen die starke Schweizer Verteidigung keine Lösung mehr und blieben chancenlos. Trainer Duarte Freitas ging das zu weit. Nach rund 50 Minuten wechselte er völlig entnervt seine zweite Garnitur ein, sagte seinen Spielerinnen lautstark die Meinung und ergab sich danach mehr oder weniger widerstandslos seinem Schicksal. Ganz im Gegenteil zu den Schweizerinnen: Diese kämpften jederzeit weiter und verdienten sich den nicht erwarteten Kantersieg. "Wir haben unser Spiel bis zum Schluss voll durchgezogen. Das war fast schon unschweizerisch. Wir sind einfach nur grossartig aufgetreten", sagte Alex Milosevic.

Portugal – Schweiz 17:27 (12:13)

Portugal: Gomes, T. Silva;
Sousa (5), Aguiar (2), Andrade (1), Sabino, Ferreira, Regadas, Pereira, Seabra (4), D. Silva (3), F. Silva, Lopes (2), Pinheiro.

Schweiz: Brütsch, Huber;
Eckenfels, Weigelt (6), Geissmann (1), Bosshart (9), Mustafoska (1), Ganz (1), Willimann (1), Wenger, Dinkel (5), Haag, Dolder (2), Marty (1)

Strafminuten: 6/12 Zuschauer: 1100 (ausverkauft) Schiedsrichter: Di Domenico/Fornasier (Italien)