19.03.2010 21:27 Uhr - EHF European Cup - Felix Buß & Frank Härterich - handball-world.com

Challenge Cup: Göppingen stellt die Zeichen im Hinspiel auf „Halbfinale“

Göppingen auf dem Weg ins Halbfinale.Göppingen auf dem Weg ins Halbfinale.
Quelle: sportseye.de
Zufriedene Gesicher gab es in der Wernauer Neckartalsporthalle nach den ersten sechzig Minuten im Challenge Cup-Viertelfinale gegen Podatkova-Istil Irpin aus der Ukraine. Die Schwäbinnen hatten den Gästen das Heimrecht abgekauft und kehrten für das Hinspiel in die während des Ausbaus der Hohenstaufenhalle genutzte Heimstatt zurück. Die etwa 600 Zuschauer sahen eine unterhaltsame und auf vor allem auf Göppinger Seite torreiche Partie. Dem 20:8-Pausenstand folgte der 42:16-Sieg, bei dem alle Feldspielerinnen zum Einsatz kamen – neun von ihnen warfen mindestens drei Tore und wurden am Ende gefeiert. Garant des Sieges war Torfrau Alexandra Meisl mit 21/1 Paraden.

Die Frisch Auf Frauen starteten im Hinspiel gegen Podatkova-Istil Irpin zwar nicht optimal und verbuchten zu Beginn drei Fehlversuche, Torfrau Alexandra Meisl erwies sich jedoch als sicherer Rückhalt und hielt ihr Tor fast sieben Minuten lang mit fünf Paraden sauber. Derweil warfen Schulz und Schröder im Duett in dem „Auswärtsspiel“ in Wernau die 5:0-Führung heraus. Die Gäste aus der Ukraine kamen jedoch allmählich ins Spiel, Ganna Rogozhynska verkürzte nach zehn Minuten bereits auf 3:5 und die erst 18-jährige Torfrau Snizhana Kirlan hatte ihren ersten Wurf pariert. Während das Spiel flüssiger wurde, schien Göppingen weiterhin wenig Mühe zu haben. Beim 9:4 durch Alena Votiskova betrug der Vorsprung wieder fünf Tore, Meisl hatte zwei weitere Würfe pariert.

Die sehr jungen ukrainischen Gäste konnten den Rückstand zunächst in Grenzen halten, wenngleich die mangelnde Erfahrung in den schwachen Abschlüssen und den bis zum 13:6 (20.) zehn Paraden von Göppingens Alexandra Meisl ersichtlich wurde. Zudem steuerte die 31-jährige Spielmacherin Nataliia Panasiuk keine spielerischen Ideen bei und scheiterte allzuoft mit Einzelaktionen aus dem Stand. Göppingen agierte derweil als Team und setzte sich weiter ab, beim 16:6 (25.) hatten Schröder, Stellbrink und Vojtiskova bereits viermal getroffen. Irpins Trainerin Maia Karbunar reagierte und schickte Ganna Rogozhynska auf die Mittelposition. Die Ukrainerinnen traten unter ihrer Führung beherzter auf, mussten aber mit der Sirene einen direkten Schulz-Freiwurf zum 20:8-Pausenstand hinnehmen.

Schon zu Beginn der zweiten Hälfte konnten die Frisch Auf Frauen also risikolos in die Trickkiste greifen, als Alena Vojtiskova Martina Fritz und Jessica Schulz Christine Dangel in Szene setzten. Mit einer gewissen Lässigkeit arbeiteten die Göppingerinnen weiterhin am Grundstein zum Halbfinaleinzug, der am Sonntagabend in Göppingen bereits perfekt gemacht werden soll. Beim 24:9 (34.) war die Führung bereits auf fünfzehn Tore angewachsenen. Die taktische Disziplin und Aufmerksamkeit der Schwäbinnen ließen kurzzeitig nach, ehe eine Tempoverschärfung das Publikum bei Dangels 30:12 (42.) jubeln ließ. Auch Anna-Lena Unseld hatte inzwischen das Visier richtig justiert und distanzierte die Ukrainerinnen beim 33:13 (44.) erstmals auf 20 Tore.

Göppingens Trainer Aleksandar Knezevic gab derweil inzwischen allen Feldspielerinnen Einsatzzeiten. Frances Günthel hatte die Regie übernommen und Kreisläuferin Josipa Bundovic setzte beim 35:14 (50.) einen Strafwurf in den Winkel, nur Sekunden später traf sie auch aus dem Feld. Durch die schwache Abwehr beider Teams kamen die Kontrahentinnen häufig zu Treffern und die Partie blieb für die Zuschauer unterhaltsam, Nicole Dinkel erzielte das 40:15 (54.). Zu diesem Zeitpunkt war die Spielzeit für eine Göppingerin bereits zu Ende: Alena Vojtiskova hatte die dritte Zeitstrafe erhalten. Die Frisch Auf Frauen ließen aber nicht locker und bauten den Vorsprung bis zum 42:16-Endstand gegen die harmlosen und überforderten Gegnerinnen noch auf 26 Tore aus und wurden dafür mit stehenden Ovationen gefeiert. Die Tür zum Halbfinaleinzug steht weit offen.


Stimmen

Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Frauen
Da wir den Gegner ernstgenommen haben und die Abwehr von Anfang an gut stand, wurde es ein leichtes Spiel für uns. Ich bin sehr zufrieden und muss meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Am Sonntag wollen wir gewinnen und schönen Handball zeigen.

Hannah Breitinger, Spielerin Frisch Auf Frauen
Wir haben hundert Prozent Einsatz gebracht. Dabei haben wir aber zu viele technische Fehler gemacht. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden.