11.03.2010 00:20 Uhr - 1. Bundesliga - PM Bayer Leverkusen / red

Oldenburg rückt nach Sieg weiter an Gegner Leverkusen heran

Bayer Leverkusen verliert weiter Boden auf Spitzenreiter Leipzig, der VfL Oldenburg hingegen ist nach dem 21:20 (10:9) Sieg bis auf drei Punkte an die Rheinländerinnen herangerückt. IN einem Spiel, welches von den Abwehrreihen sowie den Torfrauen dominiert wurde, rannte Leverkusen von Beginn an einem Rückstand hinterher. Erst beim 19:19 konnte Bayer ausgleichen, danach flatterten beiden Mannschaften die Nerven: In den verbleibenden siebeneinhalb Minuten gab es nur noch drei Tore, der entscheidende war Angie Geschkes Treffer gut 70 Sekunden vor Schluss. Während der letzte Leverkusener Angriff nichts mehr einbrachte, spielte der VfL am Ende die Zeit herunter und sicherte den Sieg - auch dank einer starken Tatiana Surkova im Tor.

Die beiden Trainer waren sich am Ende der Partie einig. „Oldenburg hat heute verdient gewonnen“, musste Renate Wolf konstatieren und fügte an: „Wir haben heute einfach nicht ins Spiel gefunden und Chancen für zwei Spiele vergeben.“ Doch auch bei den positiven Erkenntnissen vor den Auftritten auf dem internationalen Parkett, wo beide Vereine auf serbische Vertreter treffen, war man sich einig. „Beide Teams haben gut in der Abwehr gearbeitet und verfügten über gute Torhüterinnen“, so Krowicki und Wolf unisono.  

Die Elfen taten sich schwer in die Partie zu finden. Immer wieder wurden gute Wurfchancen herausgearbeitet, im Abschluss fehlte jedoch entweder die Genauigkeit oder Tatiana Surkova stand einem Treffer im Weg. Erst in der elften Minute sollte den Bayer Handballdamen der erste Treffer gelingen. Dass Anna Loerper zum 1:2 verkürzen konnte, war ein Beleg für die Defensivqualitäten des Teams mit den wenigsten Gegentoren der Bundesliga. Oldenburg scheiterte ebenfalls bei zahlreichen Versuchen, lediglich Linksaußen Julia Wenzl gelang es Clara Woltering zu überwinden.  

Sicherheit kehrte durch den ersten Torerfolg jedoch nicht ein, Renate Wolf musste nach weiteren Gegentreffern von Neuendorf, sowie einem Gegenstoß von Kethorn zum 4:1 (13.) mit einer Auszeit entgegensteuern. Durch Heike Ahlgrimm gelang es beim 5:4 den Anschluss herzustellen, doch immer wieder wurden gut heraus gespielte Chancen vergeben. Den Hausherrinnen gelang es, sich erneut auf drei Treffer abzusetzen, doch mit Kampfgeist konnten Penda Bönighausen und Katrin Engel die letzten beiden Treffer vor dem Seitenwechsel erzielen. Oldenburg ging mit einer knappen 10:9-Führung in die Pause.  

Auch im zweiten Spielabschnitt hatten die Gäste Mühe, ins Spiel zu finden. Geschke und Wenzl per Gegenstoß, sowie Neuendorf aus dem zentralen Rückraum legten vor, ehe Laura Steinbach zum 10:13 (36.) traf. Oldenburg konnte den Vorsprung zunächst behaupten, doch das Team von Renate Wolf steckte nicht auf.  

Nachdem Neuendorf eine Viertelstunde vor Schluss zum 17:13 getroffen hatte, kämpften sich die Elfen dank ihrer Abwehrarbeit und der starken Keeperinnen Tor um Tor heran. Neben Clara Woltering, die aus dem Positionsangriff zahlreiche Einwurfchancen zunichte machte, konnte sich Lena Knipprath mit zwei gehaltenen Siebenmetern auszeichnen. Sieben Minuten vor Schluss glich Marlene Zapf zum 19:19 aus, doch Oldenburg legte durch Anita Herr erneut den Spielstand vor.  

Die Partie war nun an Spannung nicht zu überbieten, immer wieder vereitelten Surkova und Woltering beste Torchancen. Laura Steinbach konnte den Freiraum bei einem Freiwurf mit Block nutzen, um erneut zum 20:20 (56.) auszugleichen und in der Folgezeit hatte die Mannschaft von Renate Wolf gar die Chance selbst erstmals in Führung zu gehen. Es sollte den Elfen jedoch kein Treffer mehr gelingen. Auf der Gegenseite war es Angie Geschke, die mit ihrem Tor zum 21:20 letztlich für die Entscheidung sorgte. Bezeichnend das Ende der Partie, denn auch der direkte Freiwurf von Laura Steinbach nach dem Ende der Spielzeit ging nur an den Pfosten und nicht ins Tor.  

„Das Spiel war heute sehr anstrengend und hat viel Kraft gekostet“, erklärte Oldenburgs Ulrike Stange nach der Partie. Auch Clara Woltering musste anerkennen, dass „Oldenburg heute die bessere Mannschaft war.“ Die Mannschaftskapitänin sah aber auch eine positive Erkenntnis: „Ich bin froh, dass wir uns heute herangekämpft haben und sogar noch die Chance auf einen Sieg hatten.“