06.03.2010 01:26 Uhr - 1. Bundesliga - Holger Riegel / Ole Rosenbohm

Göppingen erwartet "die dritte Kraft"

Eine der "besten ihres Fachs": FAG-Keeperin Alexandra MeislEine der "besten ihres Fachs": FAG-Keeperin Alexandra Meisl
Quelle: fa-frauen.de
Vor einer erneut schweren Aufgabe stehen am Sonntag die Handballerinnen von Frisch Auf. Um 16.00 Uhr gastiert mit dem DHB-Pokalsieger und Tabellendritten VfL Oldenburg die Mannschaft der Stunde in der EWS-Arena. Die Bilanz der Gäste in 2010 liest sich beeindruckend und untermauert die These, dass sich der VfL neben dem HC Leipzig und Bayer Leverkusen zur dritten Macht im deutschen Frauenhandball entwickelt. Zwölf Spiele absolvierte das Team von Trainer Leszek Krowicki in diesem Jahr und tanzte dabei mit Liga, DHB-Pokal und Europa-Cup auf drei Hochzeiten. Zehn Siege bei zwei Unentschieden machen deutlich, dass es die Grün-Weißen mit einem Hochkaräter zu tun haben.

Selbst der Krösus Leipzig musste sich dem VfL in dieser Saison zweimal geschlagen geben, unterlag in der Liga und dem HBVF-Supercup. Die größte Stärke sieht Aleksandar Knezevic in der Offensive der Gäste. „Die erste und zweite Welle ist Oldenburgs Trumpf“, beschreibt der FA-Trainer das schnelle Tempospiel der Niedersachsen. „Diese Gegenstöße gilt es zu unterbinden, besser noch zu stoppen“, fordert er und sieht darin einen entscheidenden Faktor für den Ausgang der Begegnung. Aber auch im Positionsangriff ist der VfL bestens unterwegs und glänzend besetzt. Angie Geschke, Sabrina Neuendorf und Julia Wenzl stellen einen äußerst torgefährlichen Rückraum dar, der zudem mit Wiebke Kethorn immer die Option Kreisläuferin ziehen kann. Diese Achse bekamen die Göppingerinnen auch im Hinspiel zu spüren. Bei der 26:32-Niederlage gingen immerhin 19 Treffer auf das Konto dieses Quartetts.

"Das war ein sehr schönes Spiel", blickt VfL-Trainer Leszek Krowicki gerne an den damals dritten Sieg des VfL in Folge zurück: "Wenn wir so eine Leistung wiederholen, müssen wir nichts befürchten. Doch Göppingen hat einige sehr gute Spielerinnen und ist in der Lage, jedes Team in der Bundesliga in Bedrängnis zu bringen." Das die Aufgabe eine große Herausforderung darstellt ist im Göppinger Lager allen klar, doch Angst hat man vor den Gästen in keinster Weise. „Wir spielen zu Hause und das müssen wir zeigen“, blickt Knezevic auf die Begegnung voraus und hofft auch auf das gesteigerte Selbstvertrauen aus dem Punktgewinn bei Blomberg-Lippe. „Das hat uns natürlich sehr gut getan“, erläutert der Trainer auch mit der Rückblende auf den letzten Heimauftritt der Grün-Weißen, der mit einer verdienten 26:31-Schlappe gegen Buxtehude endete.

„In Blomberg haben Konzentration und Moral gestimmt und daran wollen und müssen wir anknüpfen“, formuliert Knezevic seine Erwartungen für den Vergleich mit dem Favoriten. Auch die Fortschritte in Sachen Personal sollen dafür sorgen, dass die Spielerinnen wieder befreiter aufspielen können. Allerdings bangt Knezevic um seine Kreisläuferin. Kartin Schröder kam zwar mit vielen tollen Eindrücken und hoch motiviert vom Lehrgang der Nationalmannschaft zurück, allerdings auch mit einer Muskelverhärtung im Oberschenkel. Ob es für den Sonntag für einen Einsatz reicht, wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden.

Will der VfL hingegen auch die 13. Partie in Serie überstehen, muss er den starken Rückraum Göppingens in den Griff bekommen und genügend Mittel gegen Torfrau Alexandra Meisl finden. "Meisl gehört zu den besten ihres Faches. Sie kann Spiele alleine entscheiden", sagt Krowicki, der sich mit elf Spielerinnen am Samstagmittag auf den Weg macht. Torfrau Julia Renner stößt erst am Samstagabend zur Mannschaft. Die 22-Jährige wird das VfL-Regionalligateam am Nachmittag (16.30 Uhr) bei Eintracht Hildesheim unterstützen und sich am Abend in Hildesheim in den Zug nach Göppingen setzen. Dem VfL II fehlt seit dem Kreuzbandriss von Tomke Köther eine etatmäßige Torfrau, Renner besitzt ein Doppelspielrecht.