17.02.2010 00:08 Uhr - DHB-Pokal - PM Frisch Auf! Göppingen / red

Leipzig will in Göppingen Wiederholung des Vorjahres verhindern

Sieht sich als Außenseiter: FAG-Trainer Aleksandar Knezevic Sieht sich als Außenseiter: FAG-Trainer Aleksandar Knezevic
Quelle: fa-frauen.de
Für die Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf gehen die Heimaufgaben ohne Pause weiter. Am Mittwoch treten die Göppingerinnen im Achtelfinale des DHB-Pokals um 20.00 Uhr in der EWS-Arena gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Leipzig an. Eine besondere Partie, denn im Vorjahr verweigerte Frisch Auf Göppingen dem HC Leipzig den erneuten Einzug in das Pokalfinale. Zwischen den Verpflichtungen in der Champions League, wo der Vorstoß unter die besten acht Teams Europas gelang, will der HCL eine Wiederholung der Ereignisse verhindern.

Für Aleksandar Kenzevic ist die Rollenverteilung vor dem Achtelfinale klar definiert: „Der HCL ist das Beste, was der Frauenhandball in Deutschland zu bieten hat“, erklärt der FA-Trainer vor dem Spiel. Und der Coach untermauert seine Aussage mit den Worten „und zwar mit Abstand“. Es besteht kein Zweifel, die Rollen sind am Mittwoch klar verteilt. Und die Gäste aus Sachsen reisen dabei mit den besten Empfehlungen unter den Hohenstaufen. Die Liga dominiert man. Bei sechzehn Spielen gelang es lediglich dem VfL Oldenburg das Team von Heine Jensen zu besiegen, zudem trotzte Leverkusen dem Krösus ein Unentschieden ab.

Ansonsten war der amtierende Meister immer siegreich und führt somit souverän das Tableau im Oberhaus an. Aber auch auf europäischem Parkett sorgte der HC dieses Jahr für Furore und zog als erste deutsche Mannschaft in die zweite Gruppenphase der Königsklasse ein. Ein beachtlicher Erfolg, der auch durch die beiden Niederlagen zum Auftakt der Hauptrunde keineswegs geschmälert wird. Immerhin steht man unter den acht besten Mannschaften Europas und hat damit das Saisonziel für diesen Wettbewerbs schon erreicht.

Doch die Vorgaben in Sachsen sind hoch gesteckt. Europa ist die Kür, in Deutschland wartet auf den HCL die Pflicht. Natürlich wollen die Sächsinnen ihren Titel als Meister verteidigen und dazu soll sich der Einzug ins Final Four des DHB-Pokals gesellen. Gerade für Leipzig ist die Endrunde in Riesa fast schon eine Pflichtaufgabe, denn die Auftritte im Finale werden durch die räumliche Nähe zu echten Heimspielen.

Aber es gibt eine Komponente, die für Nervenkitzel sorgen könnte und ziemlich genau ein Jahr zurückliegt. Ende Februar 2009 trafen beide Teams im Viertelfinale, seinerzeit in Wernau, aufeinander und Göppingen sorgte dabei für eine faustdicke Pokal-Überraschung. Nach einem 16:22 in der 42. Minute spielten sich die Grün-Weißen in einen wahren Torrausch und zerstörten mit einem vollkommen unerwarteten 28:24-Erfolg die Leipziger Pokalträume. „Leipzig wird auf eine Revanche für diese Niederlage aus sein, der Stachel sitzt beim HC immer noch tief“, erwartet FA-Manager Thomas Pientka einen hochmotivierten Gegner.

Erschwerend kommt für die Gäste allerdings hinzu, dass Renate Urne entgegen den bisherigen Erwartung nach ihrer schweren Gehirnerschütterung noch nicht wieder spielen kann und nun auf ein Comeback am Sonntag in der Champions League hingearbeitet wird. "Auch wenn Renate nicht mit dabei sein kann, wollen wir einen weiteren Schritt machen und ins Viertelfinale einziehen. Da müssen eben andere in die Bresche springen", meint Trainer Heine Jensen im Hinblick auf das Pokalspiel.

Und auch Göppingens Trainer Knezevic spricht von einer „ganz schweren Aufgabe“. Allerdings gefällt den Göppingerinnen die Rolle als Außenseiter, zumal man gegen den Favoriten eigentlich nichts zu verlieren hat. Erinnern sollten sich die Grün-Weißen dabei nicht nur an das Pokalereignis vor Jahresfrist, sondern auch an das Heimspiel in dieser Saison. Der Vergleich ging mit 28:29 denkbar knapp an die Gäste und Frisch Auf war über sechzig Minuten auf Augenhöhe. Am Mittwoch gilt es nun die Euphorie aus dem spannenden und euphorischen Challenge-Cup-Auftritt mit in den nationalen Pokalwettbewerb zu nehmen. Eine wichtige Rolle könnte dann erneut Martina Fritz zukommen, die schon am Samstag stark Regie führte und nach ihrer Verletzung zu alter Stärke zurückgefunden hat.