02.02.2010 17:09 Uhr - 1. Bundesliga - PM VfL Sindelfingen

Nichts zu verlieren: Sindelfingen empfängt den HCL

Milena Rösler trifft auf Schwester AniaMilena Rösler trifft auf Schwester Ania
Quelle: Eibner Pressefoto
In Sindelfingen kommt es am Mittwoch zu einer ungleichen Begegnung. Der Tabellenführer und Meister HC Leipzig spielt gegen den Tabellen-Elften, VfL Sindelfingen. Doch die Bundesliga-Handballerinnen von Coach Jörg Plankenhorn möchten in der heimischen Sommerhofenhalle Vollgas geben. „Wir sind klarer Außenseiter, können befreit aufspielen und haben nichts zu verlieren“, meint Milena Rösler vom VfL.

Für sie wird es ein ganz besonderes Spiel. Die 24-Jährige trifft auf ihre ältere Schwester Ania. Für die Leipziger Nationalspielerin ist es ein Trip in die Heimat, denn die Röslers kommen aus Metzingen. „Unsere Eltern sind bei unseren Schwesterduellen aber immer neutral und drücken beiden die Daumen“, stellt Milena klar. „Sie hoffen, dass sich niemand von uns verletzt.“ „Die familiäre Bande ist dann für einige Zeit mal ausgeschaltet und man konzentriert sich nur auf das Spiel“, sagt Ania vor dem Familienduell.

Auch wenn Ania und Milena räumlich fast 500 Kilometer getrennt sind, sehen sie sich regelmäßig. Logisch, dass bei den Treffen viel über Handball diskutiert wird und man auch gut über die gegnerische Mannschaft Bescheid weiß. Ania: „Sindelfingen hat eine gute Hinrunde gespielt, das Team wurde von vielen Mannschaften unterschätzt. Und im Tor steht mit Magdalena Chemicz eine klasse Torhüterin“. Ein großes Lob also für das Sindelfingen-Team, das aktuell mit neun Punkten auf dem elften Tabellenplatz steht. Milena gibt die Komplimente gerne zurück: „Leipzig ist eine konstante Mannschaft mit vielen Nationalspielerinnen, da stimmt wirklich alles. Ich gehe davon aus, dass die Mädels Meister werden“.

„Wir haben zwar am nächsten Wochenende unser erstes Spiel in der Hauptrunde der Champions League, doch momentan gilt all unsere Konzentration unserem nächsten Gegner und der heißt nicht Larvik sondern Sindelfingen. Das Team steht derzeit mit neun Punkten auf dem Vorletzten Tabellenplatz und muss unbedingt Punkten. Doch wir werden weiterhin keinen unserer Gegner unterschätzen und ich erwarte von den Mädels, das sie auch in diesem Spiel 100 Prozent geben“, fordert HCL-Trainer Heine Jensen.

Das Team führt souverän die Tabellenspitze an und hat von fünfzehn Spielen nur eins verloren. Ganz anders sieht dagegen die Bilanz beim VfL Sindelfingen aus. Die Plankenhorn-Mädels haben die letzten sieben Partien verloren und stehen seit dem Wochenende zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Der letzte Sieg datiert vom 07. November 2009, damals konnte man Celle zu Hause mit 35:34 bezwingen.

„Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen und müssen gegen Dortmund, Celle und Frankfurt Punkte sammeln“, so Trainer Jörg Plankenhorn. „Wir sind punktgleich mit Trier und Celle, da schreiben wir uns jetzt sicher noch nicht ab.“ Er ist optimistisch, dass die Klasse gehalten werden kann.