30.01.2010 15:06 Uhr - 1. Bundesliga - Holger Riegel, FA Frauen

Ehemalige Nationaltorhüterin Alexandra Meisl beendet Karriere im Sommer

Alexandra MeislAlexandra Meisl
Quelle: fa-frauen.de
Nun haben die Verantwortlichen der Bundesligahandballerinnen von Frisch Auf die erste große Baustelle in der Kaderplanung für die kommende Saison. Nicht ganz unerwartet hängt Alexandra Meisl nach einer tollen Karriere zwischen den Pfosten am Saisonende die Handballschuhe an den berühmten Nagel. Die vielen noch unter ihrem Geburtsnamen "Gräfer" besser bekannte Torfrau stand seit 1996 in der Bundesliga, wurde mit Trier Deutsche Meisterin und absolvierte 63 Länderspiele. Für das Karriereende in Göppingen gaben unterdessen persönliche Gruünde den Ausschlag.

Alex Meisl im Nationaltrikot im Jahre 2006Alex Meisl im Nationaltrikot im Jahre 2006
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"Natürlich tut diese Entscheidung auch weh", erklärt die Torhüterin, die auf ihre Zeit ohne den Handball sehr gespannt ist. Seit Alexandra Meisl als 17-jährige im Jahr 1996, damals unter ihrem Geburstnamen Gräfer, ihr Debüt in der Bundesliga feierte, spielt die 63-fache deutsche Nationalspielerin ohne Unterbrechung Leistungshandball. "Ich bin jetzt 32 und möchte nicht mehr auf die Dinge neben dem Handballfeld verzichten", erzählt Meisl, die sich ab dem Sommer auf gemütliche Abende mit ihrem Ehemann Martin und freie Wochenenden mit Freunden freut. Dazu kommt ihre Haltung, dass sie sich in sportlich starker Verfassung von der Handballbühne verabschieden will. "Die Leute sollen nicht sagen, dass ich endlich aufhören soll, sondern es Schade finden, dass ich meine Karriere beende", formuliert die Torfrau der Grün-Weißen einen weiteren Beweggrund ihrer Entscheidung.

Ihre letzten Spiele will Alexandra Meisl nun einfach genießen und natürlich alles für den sportlichen Erfolg ihres Teams geben, denn das entspricht ihrem Credo. "Ich bin froh, dass ich vor drei Jahren nach Göppingen gekommen bin und es ist schön, dass meine Karriere hier zu Ende geht", erzählt die deutsche Meisterin von 2003. Leverkusen, Blomberg-Lippe, Leipzig, Hersfeld und Trier lauten die Stationen einer Handballlaufbahn, die nun unter dem Hohenstaufen ihren Abschluss findet. Vielleicht ja mit einem weiteren großen Erfolg, denn noch tanzen die Frisch Auf Frauen mit Liga, DHB-Pokal und Challenege Cup auf drei Hochzeiten.

"Wir hätten sie natürlich sehr gerne ein weiteres Jahr im Kader gesehen", macht FA-Manager Thomas Pientka keinen Hehl daraus, dass die Grün-Weißen mit Alexandra Meisl eine Schlüsselspielerin verlieren. Natürlich stehen jetzt die Verhandlungen mit der zweiten Torhüterin Celia Schneider ganz oben auf der Prioritätenliste, aber auch der Markt wird intensiv sondiert. "Es wird auf jeden Fall mindestens eine neue Torhüterin im nächsten Kader geben, aber eigentlich hätten wir die Position gerne dreifach besetzt. Möglichst mit einem jungen Talent, dass über ein Zweitspielrecht Spielpraxis sammeln kann, uns aber bei Bedarf auch zur Verfügung steht", lässt sich Pientka in die Karten blicken. In den nächsten Wochen werden entsprechende Kandidatinnen geprüft und gegebenenfalls auch zu Probetrainingseinheiten eingeladen. Eines ist dabei aber klar, die von Alexandra Meisl hinterlassene Lücke wird nicht leicht zu schließen sein.