21.01.2010 10:42 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Ingo Feiertag - Südkurier

Allensbach darf endlich wieder jubeln

Der SV Allensbach hat am Mittwoch Abend einen eminent wichtigen Sieg im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga gefeiert. Dank eines Treffers von Barbara Harter in der Schlusssekunde gewann das Team von Interimstrainerin Jenny Wiedenmaier beim Schlusslicht TV Beyeröhde mit 32:31.

Nachdem der SV Allensbach am Wochenende das Abstiegsduell in Riesa mit 27:29 verloren hatte, zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Trainer Oliver Lebherz musste gehen, die Verantwortung auf der Trainerbank übernahm die frühere Spielerin und bisherige Co-Trainerin Jenny Wiedenmaier. Sie sollte mit ihrer ehemaligen Mitspielerin Sonja Pannach das Team im Abstiegskampf motivieren.

Viel Zeit blieb dem neuen Trainerduo dabei aber nicht, denn schon gestern setzte sich der SVA-Tross erneut in Bewegung. Diesmal führte die Reise zum Schlusslicht TV Beyeröhde, wo die Hinrundenpartie der beiden Mannschaften nachgeholt wurde. Und siehe da: Allensbach startete mit richtig viel Schwung. Zwar führte der Gastgeber in der 3. Spielminute mit 2:1, doch danach nahmen die Gäste das Heft in die Hand. 6:3 stand es vier Minuten später aus Allensbacher Sicht. Der SV Allensbach hielt den TVB auf Distanz - gleich viermal hatte Lena Landenberger bis dahin getroffen.

Ebenso wie die Allensbacherinnen erholte sich der Tabellenletzte aber auch schnell von diesem frühen Rückschlag. Einmal gelang Laura Denk noch die Führung für die Gäste (10:9, 14.), doch fortan hatte der TV Beyeröhde die Nase vorn. In kleinen Schritten wurde Allensbach abgehängt. Zur Pause stand es 19:17. Auch nach dem Wechsel rannten die Allensbacherinnen dem Ligaletzten hinterher, der bis dahin nur zwei Punkte aus dem Heimsieg über Riesa auf dem Konto hatte. Eine Zeitlang sah es so aus, als würden nun die nächsten beiden Zähler folgen. Dann gelang dem SVA jedoch in Unterzahl ein Doppelschlag binnen 40 Sekunden durch Nathalie Witt und Jaqueline Maier zum 22:22. Das Spiel war wieder offen.

Als Laura Denk in der 48. Minute zum dritten Mal für zwei Minuten auf die Bank musste, waren die Chancen auf einen Auswärtssieg schlagartig gesunken. Bis dahin war Denk mit sieben Treffern die zweitbeste Schützin des SVA, und als sie nicht mehr dabei war, kassierten die Allensbacherinnen prompt zwei Gegentreffer binnen einer halben Minute zum 25:27. Die Entscheidung? Von wegen, denn jetzt kam Lena Landenberger. Sie überbot nicht nur Denks Quote mit zwölf Toren, sie traf auch dreimal in Serie. Als dann noch Nathalie Jänisch erfolgreich war, führte Allensbach knapp vier Minuten vor Ende mit 29:27.

In den spannenden Schlussminuten kämpften beide Teams erbittert um die Punkte. Maier musste für zwei Minuten raus. Beyeröhde glich aus zum 29:29. Jänisch traf zum 30:29. Nadia Zogg bekam eine Zeitstrafe aufgebrummt. Beyeröhde glich aus zum 30:30. Jänisch traf zum 31:30. Beyeröhde glich aus zum 31:31. Noch 20 Sekunden. Noch fünf Sekunden. Dann ein Freiwurf für Allensbach. Landenberger täuscht einen Wurf an, passt zu Harter - und die trifft mit der Schlusssirene zum 32:31 für die Gäste.

Nun gab es kein Halten mehr. So laut wie gestern Abend jubelte die Allensbacher Mannschaft zuletzt vor anderthalb Jahren, als sie das Endspiel um die Aufstiegsplayoffs erreichte. Nun hat sie einen überaus wichtigen Schritt gemacht, um zumindest die Abstiegsrunde zu vermeiden.