20.01.2010 13:09 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Markus Waibel - Südkurier

Allensbach trennt sich von Lebherz

Oliver LebherzOliver Lebherz
Quelle: SV Allensbach
Die Ära Oliver Lebherz beim SV Allensbach ist vorbei: Der abstiegsbedrohte Handball-Zweitligist hat seinen Trainer bis zum Saisonende beurlaubt. Bereits heute, 20 Uhr, treten die Allensbacherinnen unter der Interimstrainerin Jenny Wiedenmaier im Schlüsselspiel beim Tabellenletzten TV Beyeröhde an.

„Wir mussten die Reißleine ziehen. Wenn der Baum brennt, muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen", begründet der Allensbacher Manager Manfred Lüttin den Beschluss, der nach der Analyse der jüngsten Niederlage beim Abstiegskonkurrenten Riesa gefasst worden war. In einer entscheidenden Phase für den Tabellen-Drittletzten habe Oliver Lebherz die Mannschaft nicht mehr erreicht, habe dem „Verein nicht aus der Bredouille" helfen können. Deshalb habe man vor dem eminent wichtigen Abstiegsduell gegen Beyeröhde reagieren müssen.

Am Training habe es nicht gelegen, stellt Lüttin klar: „Oliver Lebherz ist ein anerkannter Handball-Fachmann." Doch jetzt brauche der SV Allensbach ganz dringend einen Motivator. Und diese Rolle habe Lebherz nicht mehr erfüllen können, glaubt Manfred Lüttin, dem die Entscheidung nicht leicht gefallen sei. Schließlich habe Lebherz auch Erfolge mit dem SV Allensbach gefeiert, habe das Team in der Saison 2007/2008 sogar in die Play-offs geführt. Oliver Lebherz selbst wollte sich gestern auf Anfrage des Südkurier nicht zu seiner Demission äußern und lehnte jegliche Stellungnahme ab.

Vorerst liegt die sportliche Leitung der Allensbacher Mannschaft nun in den Händen der bisherigen Co-Trainerin Jenny Wiedenmaier, die von Sonja Pannach, Trainerin der zweiten Mannschaft, unterstützt wird. „Wir suchen aber so schnell wie möglich einen Nachfolger für Oliver Lebherz", so Lüttin, der schon Gespräche mit möglichen Kandidaten geführt hat, jedoch noch keine Namen nennen will.

Bevor die Führungsfrage hinter den Kulissen geklärt werden kann, sind jetzt erst einmal die Spielerinnen gefordert. Eine Niederlage am heutigen Abend beim TV Beyeröhde wäre fatal, da der SV Allensbach dann mit dem Zweitletzten Riesa die Plätze tauschen und auf einem Abstiegsplatz landen würde.

Dass die Partie im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld keine einfache wird, weiß auch Manager Lüttin. „Die haben in der letzten Zeit ganz ordentliche Ergebnisse gespielt, auch wenn es nie ganz gereicht hat", warnt Lüttin davor, das Team um die österreichische Nationalspielerin Laura Magelinskas wegen des Tabellenplatzes zu unterschätzen. Angst sei aber ebenso fehl am Platz, fordert Lüttin seine Spielerinnen auf, mit breiter Brust nach Wuppertal zu fahren: „Wer Angst hat, der hat schon verloren."