19.01.2010 16:59 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Alexander Mareis

Metzingerin Urszula Lipska kehrt nach Polen zurück

Die Fälle Kathleen Wiese und Urszula Lipska sind beim Frauenhandball-Zweitligisten TuS Metzingen abgeschlossen. Beide Spielerinnen erhalten eine Abfindung vom Ermstalverein. "Wir haben uns mit beiden Spielerinnen geeinigt und Klarheit über die Höhe der Abfindung erzielt. Vollkommen abgeschlossen ist die Sache nur insofern nicht, weil die Summe an Lipska und Wiese noch nicht vollständig überwiesen wurde. Denn die Zahlungstermine der Abfindung verlaufen in zwei Raten", verrät Ferenc Rott, Geschäftsführer der TuS Metzingen Handball-Bundesliga GmbH.

Urszula LipskaUrszula Lipska
Quelle: tusmetzingen
Die 29-jährige Urszula Lipska und Kathleen Wiese (24) waren die beiden einzigen Spielerinnen aus dem Metzinger Zweitligakader, die den radikalen Sparkurs aufgrund der großen wirtschaftlichen Sorgen im Metzinger Frauenhandball im Spätsommer 2009 nicht mitmachen wollten oder konnten. In Folge dessen trennten sich die Wege der Beiden und ihrer bisherigen TusSies-Kolleginnen. Von der blonden Kreisläuferin Kathleen Wiese (2008 war sie von Sachsen Zwickau nach Metzingen gewechselt) ist derzeit nur bekannt, dass sie längst aus der WG in Grafenberg ausgezogen ist, die sie mit Rückraumspielerin Franziska Ramirez zuvor bewohnt hatte. Ramirez, die vor kurzem eigentlich eine eigene Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung beziehen wollte, hat sich aufgrund der veränderten Lage umorientiert und neigt dazu, vorerst in Grafenberg wohnen zu bleiben.

Urszula Lipska, die beruflich als Sportlehrerin ausgebildet wurde, hatte neben ihrer Rolle als Rückraumspielerin im Zweitligateam der TusSies auch den Posten als Trainerin der weiblichen C-Jugend der JSG Neuhausen/Metzingen inne und war als Übungsleiterin des Nachwuchses sehr anerkannt. "Mir ist bekannt, dass Ulla mit ihrem Lebenspartner wieder zurück nach Polen in ihre Heimat gekehrt ist", lässt Ferenc Rott wissen. Lipska hatte während ihrer eineinhalbjährigen TuS-Zeit im Stadtteil Neuhausen gewohnt und brach jetzt ihre Zelte in Deutschland ab. 2008 war die Polin von der TSG Ketsch ins Ermstal gewechselt.

Die wirtschaftliche Lage im Handball-Lager der TuS Metzingen ist mittlerweile längst nicht mehr so brisant wie noch vor wenigen Monaten. Die radikalen Sparmaßnahmen trugen ebenso Früchte wie das Klinkenputzen bei vielen mittleren und kleineren Sponsoren. "So ein ganz dicker Fisch in der Sponsorenlandschaft fehlt uns noch, den haben wir noch nicht an Land gezogen. Auf der anderen Seite muss es kein grundsätzlicher Nachteil sein, viele Kleinsponsoren zu besitzen - dann ist man von einem einzelnen Unternehmen weniger stark abhängig", macht Ferenc Rott klar.

Der Ungar, der als Nachfolger von Carmen Baumgärtner die Leitung der TuS Metzingen Handball-Bundesliga GmbH im Sommer 2009 in größter Not übernahm, geht davon aus, dass die TuS bis zum Ende der Saison 2009/2010 nicht mehr ins Schlingern gerät. "Wenn alle Werbepartner und Sponsoren die vereinbarten Summen überweisen, dann kommen wir durch. Hoffen wir, dass die diversen Unternehmen die kalkulierten Zahlungen leisten", betont der ehemalige ungarische Erstliga-Fußballtorwart Rott.

Humorvoller geht Ferenc Rott mit dem Thema Mannschaftsfoto bei den Handball-TusSies um. Die Fluktuation im Kader und dessen Umfeld war in den vergangenen Monaten außergewöhnlich. "Eigentlich hätten wir fast jeden Monat ein neues Mannschaftsfoto machen können. Das ist kaum zu glauben und absolut kurios. Unser Ziel ist es, dass solche permanenten Veränderungen künftig nicht mehr vorkommen. Aber diese Runde ist einfach ein Sonderfall", macht Rott in einer Mischung aus Selbstironie und Entschlossenheit klar.

Auf dem ersten Mannschaftsfoto der Saison 2009/2010 war noch der damalige TuS-Handballboss Andreas Baumgärtner zu sehen, der erst später ins Amt gehievte Ferenc Rott fehlte auf dieser Aufnahme. Während der Vorrunde wurde die Jugendliche Freya Stonawski zur Ersten Mannschaft hochgezogen, dann kam Annika Schmid aus Göppingen zurück und Olga Savanyú wurde von der TSG Ober-Eschbach verpflichtet. Auf der Abgangsseite während der Vorrunde bzw. bis zur Winterpause notierte man die erst zu Saisonbeginn vom ungarischen Erstligisten Feherep Alcoa FKC geholte Zsófia Lévai, die beiden eingangs genannten Spielerinnen Kathleen Wiese und Urszula Lipska, Anna-Lena Artschwager (nach Allensbach), Nadine Wilhelm (erklärte kürzlich ihr Karriereende) sowie Physiotherapeut Martin Hahn.