03.01.2010 17:26 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - hbvf.de

Zuschauerrekord beim fünften Göppinger Sieg in Serie

Katrin Schröder war eine der Schlüsselfiguren beim Göppinger Sieg.Katrin Schröder war eine der Schlüsselfiguren beim Göppinger Sieg.
Quelle: fa-frauen.de
Die rund 1500 Zuschauern in der unerwartet gut besuchten Göppinger EWS-Arena – gleichbedeutend mit dem Zuschauerrekord nach dem Umbau - sahen eine zähe erste Spielhälfte gegen die letztplatzierte Borussia aus Dortmund. Erst kurz vor dem 17:12-Pausenstand konnte Göppingen davonziehen und gab den Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Mit dem 32:26-Erfolg fuhr Göppingen in der Liga den fünften Sieg in Folge ein. Zentrale Spielerinnen auf Göppinger Seite waren Katrin Schröder (7) und Birute Stellbrink (10/5). Für Dortmund erzielte Dagmara Kowalska 10/3 Treffer. Bereits vor der Partie wurde die zum TV Nellingen wechselnde Daniela Stratmann mit einem Blumenstrauß und einem herzlichen Applaus verabschiedet (wir berichteten), sie kam nicht mehr zum Einsatz.

Schnell stand es zwischen Göppingen und Dortmund 1:1, Alexandra Meisl musste nach einer Parade zur möglichen Dortmunder 2:1-Führung ihre Vorderleute zu erhöhter Aufmerksamkeit ermahnen, doch reagierte Verena Breidert auf den Antritt ihrer Gegenspielerin ebenso zu spät wie Stellbrink gegen Porvaznikova. So kamen die Gäste zu Strafwürfen und gingen beim 3:4 (8.) erneut in Führung. Schwache Abschlüsse der Göppingerinnen taten ihr übriges, Stella Kramer und Stephanie Glathe erhöhten nach elf Minuten auf 6:4 aus Sicht der Westfälinnen, die wesentlich engagierter zu Werke gingen, dabei aber ebenfalls nicht fehlerfrei blieben. Dennoch fielen die Treffer in rascher Folge und die Partie sah nach einer Viertelstunde trotz Breiderts 7:7-Ausgleichstreffers erneut Dortmund mit 9:7 vorn. Porvaznikova hatte zum dritten Mal einen Strafwurf erkämpft, den Kowalska verwandelte.

Nach einer Zeitstrafe gegen Stellbrink musste Göppingen danach in Unterzahl agieren, aber Alena Vojtiskova hielt die Schwäbinnen im Spiel und Katrin Schröder glich zum 10:10 aus (19.). Dortmund profitierte vor allem von den Würfen Kowalskas, die in der bislang zerfahrenen Partie bereits sechsmal getroffen hatte. Göppingen konnte sich zwar in der Abwehr stabilisieren, doch dauerte es bis zur 24. Minute, ehe Jessica Schulz Katrin Schröder am Kreis zum 12:11 fand. Birute Stellbrink ließ sich danach ebenfalls nicht lange bitten, da die BVB-Abwehr passiv blieb und sich den Gastgeberinnen kaum ernsthaft entgegenstemmte. Beim 11:14 Rückstand (27.) beantragte BVB-Trainer Gustl Wilke schließlich die Auszeit, die Mittel fehlten jedoch bis zum 17:12-Pausenstand weiterhin, Göppingen hatte sich mit einer Temposteigerung ins Spiel manövriert.

Nach der Pause schien Dortmund zunächst die konzentriertere Mannschaft, Schröder und Stellbrink, nun unter der Regie von Frances Günthel, wiesen die Bemühungen der Gäste jedoch beim 20:14 (36.) erneut in Schranken, während der BVB zu selten zwingende Torchancen erkämpfte oder neben das Tor warf. Schröder zog beim 22:15 (38.) mit Stellbrink gleich, beide hatten siebenmal getroffen. Verena Breidert brach dann mit ihrem Gegenstoß zum 26:18 (47.) vollends den Bann zugunsten der Gastgeberinnen. Über eine offene Deckung versuchte Dortmund noch alles und Jessica Schulz holte sich bei einem Gegenstoß Kowalskas eine unnötige, aber berechtigte Disqualifikation. Die Zeit tickte aber unerbittlich gegen den BVB, der letztlich mit 26:32 unterlag. Für Einzelleistungen von Nicole Dinkel zum 29:22 (54.) und Torfrau Celia Schneider spendete das Publikum Szenenapplaus und feierte am Ende den siebten Göppinger Sieg in Serie ausgelassen, während die Dortmunderinnen nach dem Lichtblick gegen Celle vor der WM-Pause eine weitere Niederlage verarbeiten müssen.

Stimmen zum Spiel:

Gustl Wilke, Trainer BVB Borussia Dortmund: Herzlichen Glückwunsch an Alexander und die Göppinger Mannschaft. Wir hatten keine Chance und die haben wir auch nicht genutzt. Wir haben zwar zunächst gut mitgehalten, hatten dann aber unsere verflixten fünf Minuten. In der zweiten Hälfte konnten wir das Spiel offen gestalten, hatten aber aus dem Rückraum zu wenig gegen die kompakte, harte Deckung der Göppingerinnen. Alexandra Meisl hat uns immer wieder geprüft. Göppingen war heute weitaus stärker als Thüringen am Mittwoch. Wir müssen andere Mannschaften schlagen und dann haben wir vielleicht Chancen auf den Klassenerhalt. Wir müssen nicht unbedingt die Klasse halten, wir haben zum Ende der vergangenen Saison fast alle gestandenen Spielerinnen verloren. Neu sind einige Juniorinnen, die werden natürlich in kritischen Situationen nervös. Wir haben einen Dreijahresplan, der auch finanziell abgesichert ist. Das heißt, dass wir sicher auch nach einem Abstieg wiederkommen.

Aleksandar Knezevic, Trainer Frisch Auf Frauen Dortmund hat gut gekämpft, ich dachte, es würde ein bisschen leichter. Die ersten 10 Minuten waren ziemlich schwer, dann haben wir am Ende gegen die offensive Mannschaft zu langsam gespielt. Mit den Punkten und dem Sechs-Tore-Sieg sind wir auf dem richtigen Weg. Klar kann man immer wieder ein bisschen besser Spielen, aber das kommt auch mit der Zeit. Unser Ziel ist unter den ersten acht zu sein. Alles andere wäre natürlich noch besser, aber unser Ziel sind die Playoffs. Wir können nach oben klettern, aber mit ein oder zwei schlechten Tagen kann man auch abrutschen. Femke hat sieben Monate nicht gespielt, man muss sehen, wo sie im Handball steht. Sie braucht Zeit, bis sie unser Spiel kennt und eingespielt ist.