17.12.2009 07:56 Uhr - Weltmeisterschaft - Christian Stein

Ungarn schlägt Österreich mit Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt

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Quelle: Silvio FerrariSilvio Ferrari
Eine Halbzeit lang konnte Österreich gegen Ungarn mithalten, doch dann zog das Team von Eszter Matefi auf und davon. War das Team Austria beim 15:17 noch in Schlagdistanz, so gab es am Ende eine deutliche 25:41 Niederlage. Katrin Engel und Simona Spiridon für Österreich, sowie die erst im zweiten Spielabschnitt eingewechselte Timea Toth für Ungarn waren mit jeweils sieben Treffern die erfolgreichsten Werferinnen der Partie. Katrin Engel übernahm mit 67 Toren nun die Führung in der Torschützinnenwertung vor der Ivorerin Paula Gondo-Bredou. Auf Welthandballerin Linn-Kristin Riegelhuth, die als beste noch im Wettbewerb aktive Spielerin auf Platz 9 folgt, hat die Leverkusenerin 21 Tore Vorsprung.

Auch ohne die am Knie verletzte Stephanie Subke konnte das Team Austria die Anfangsphase gegen die ungarische Mannschaft ausgeglichen gestalten. Simona Spiridon riss im Spiel gegen viele ihrer Vereinskolleginnen aus Györ immer wieder Lücken am Kreis für die junge Rückraumreihe. Laura Magelinskas, Beate Scheffknecht und Toptorjägerin Katrin Engel entwickelten viel Zug zum Tor scheiterten aber auch einige Mal an Orsolya Herr.

Trotz eines von Blazek parierten Strafwurfes von Szucsanszki legte Ungarn zunächst den Spielstand vor und kam durch eine aufmerksame Deckungsarbeit immer wieder zu einfachen Gegenstoßtoren, die immer wieder von Orsolya Verten abgeschlossen wurden. Die pfeilschnelle Linksaußen sorgte beim 3:5 in der neunten Minute für die erste Führung von zwei Toren und zeichnete sich auch mit einem Konter-Doppelpack für das 5:9 (14.) verantwortlich.

Herbert Müller hatte genug gesehen und beantragte für den sich immer wieder in der Deckung aufreibenden Rückraum eine Auszeit. „Aufwachen! Kämpfen muss man hier“, fand der Trainer klare Worte ehe er seinen Distanzschützinnen noch die klare Aufgabe auf den Weg gab bei Torhüterin Herr eher die oberen Ecken anzuvisieren. Beate Scheffknecht setzte dies prompt um. Ein Gegenstoßtor von Magelinskas, sowie Spiridon vom Kreis – innerhalb von zwei Minuten hatte die Mannschaft der Alpenrepublik den Anschluss wieder hergestellt.

Auch Eszter Matefi vertraute mit Zita Szucsanski und Szandra Zacsik zwei jungen Spielerinnen im Rückraum. Die zum Saisonbeginn von FTC Budapest nach Györ gewechselte Halblinke Zacsik wurde immer wieder schön in Szene gesetzt oder nahm sich einfach die Würfe, die platziert im österreichischen Kasten landeten. Fast im Alleingang warf sie die ungarische Auswahl wieder mit vier Toren (13:9) nach vorn.

Österreich steckte jedoch nicht auf, kämpfte hinten und vorne nun mit Leidenschaft, Blazek glänzte mit einigen Paraden, vorne erzwang man immer wieder die Strafwurfpfiffe, die Katrin Engel eiskalt verwandeln konnte. In der Schlussminute bot sich gar die Möglichkeit zum Ausgleich, doch Nina Stumvoll scheiterte vom Kreis und im Gegenzug erhöhte Szucsanszki mit einem Stemmwurf aus dem Rückraum zur 17:15 Pausenführung.

Im zweiten Spielabschnitt richtete Ungarn seine Abwehr offensiver aus. Szucsanski agierte nun als vorgezogene Abwehrspielerin und erschwerte somit das Zusammenspiel zwischen Simona Spiridon und dem Rückraum. Ungarn zog auf 21:16 davon, Herbert Müller steuerte früh mit einer Auszeit gegen und der Coach erinnerte seine Mannschaft an die erfolgreichen Aufholjagden im ersten Durchgang und forderte eine bessere Rückzugsbewegung ein.

Doch Österreich konnte nur noch kurz dagegen halten. Stumvolls schönen Durchbruch an den Kreis zum 18:22 (35.) folgte eine neunminütige Schwächephase, in der sich die Magyarinnen vorentscheidend auf elf Tore absetzen konnten, ehe Spiridon vom Kreis zum 19:29 traf. Die Anspiele an den Kreis gelangen jedoch zu selten und aus dem Rückraum oder den Außenpositionen konnte nur noch selten der notwendige Druck aufgebaut werden. Die Folge war mit hohem Tempo vorgetragener Einbahnstraßenhandball. Mühelos zogen die Magyarinnen auf und davon und siegten am Ende mit 41:25.