01.12.2009 09:24 Uhr - Primo Tours Dameligaen Dänemark - Frank Härterich und Christian Stein - handball-world.com

Randers verliert Hauptsponsor, Aarhus droht die Insolvenz

Randers verliert einen wichtigen SponsorRanders verliert einen wichtigen Sponsor
Quelle: Katja Boll
Im Moment haben die Frauenligen wegen der Weltmeisterschaft Pause, aber in der dänischen Guldbageren Liga geht es jetzt erst richtig los. Nun vermeldet auch der letzte, ohne Finanzprobleme behaftete, Klub aus dem Toptrio, Randers HK, dass nach dem Rückzug eines wichtigen Sponsors zur nächsten Saison ein Minus in der Kasse des Klubs droht. Dramatischer ist die Situation jedoch für den SK Aarhus. Der Klub hat noch bis zum 15. Januar Zeit seine finanziellen Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Spielzeit verlief für Randers HK bislang äußerst erfolgreich. Nach dem Ende der Hinrunde rangiert der Klub, bei dem unter Anderem die deutsche Nationalspielerin Nina Wörz und die ehemalige Torhüterin des HC Leipzig Chana Masson unter Vertrag stehen, auf dem zweiten Tabellenplatz. Auch die Nachwuchsmannschaften sind äußerst erfolgreich, doch es droht Ungemach, denn Kristelig Fagbevægelse, einer der Hauptsponsoren, wird voraussichtlich sein Engagement zum Ende der Saison beenden oder zumindest deutlich reduzieren. "Wir hatten viel vom Sponsoring. Unser Erfolg in Randers war sehr groß, seit wir 2005 Hauptsponsor wurden. Aber alles hat seine Zeit und nun haben wir uns dazu entschieden den Vertrag als Hauptsponsor nicht zu verlängern. Wir waren aber mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden und verhandeln über ein geringeres Sponsoring", so Krifa-Marketingdirektor Peder van der Schaft.

Dagegen könnten beim SK Aarhus bald die Lichter ganz ausgehen. Der Klub, bei dem die dänischen Nationalspielerinnen Karin Mortensen, Trine Troelsen und Maibritt Kviesgaard unter Vertrag stehen, hat laut eigenen Angaben eine Frist bis zum 15. Januar um eine Lösung für die finanziellen Probleme zu finden, ansonsten droht die Insolvenz. Bereits seit zwei Monaten sollen dänischen Medienberichte zu Folge die Gehaltszahlungen ausgeblieben sein. Der Schuldenstand wird auf ca. eine halbe Millionen Euro taxiert. Der Grund dieser eindeutig prekären Lage sei das Abspringen eines Sponsors, so der Verein in einer Presseerklärung. Vieles deutet daraufhin, dass die Spielerinnen einem Gehaltsverzicht zustimmen müssen.

Ein weiteres Problem ist die Führungskrise, da die bisherigen Amtsinhaber zurücktraten und nun Rolf Schmidt Nielsen als Präsidenten eingesetzt haben, um den Versuch zu unternehmen, den Scherbenhaufen zusammenzukehren und den Klub zu retten. Der ehemalige Verwaltungsdirektor Søren Broberg gibt sich jedoch, trotz der schlechten Situation, kämpferisch: "Das war richtig hart! Ich habe viel Zeit investiert und versucht viele Quellen anzuzapfen, um eine Lösung zu finden. Nun sind wir tiefer im Sumpf und müssen versuchen, für dieses Projekt eine Lösung zu finden!" Das kleinere Problem ist jedoch der sichere Abzug von zwei Punkten in der aktuellen Meisterschaftssaison. Aarhus, aktuell mit fünf Zählern auf dem zehnten Platz, hätte dann nur noch einen Punkt Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz. Das Pokalfinale sei jedoch nicht in Gefahr und die Spielerinnen signalisierten auch, dass sie dem Klub die Treue halten wollen.