30.10.2009 05:29 Uhr - 1. Bundesliga - Uwe Meier - Cellesche Zeitung / PM DJK/MJC Trier

Die Defensive wird entscheiden: Celle empfängt Trier

Waleria Galouza ist wieder im SVG-KaderWaleria Galouza ist wieder im SVG-Kader
Quelle: SVG Celle
Handball-Erstligist SVG Celle steht vor wichtigen Wochen. In den kommenden vier Begegnungen geht es ausschließlich gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Die Chance, weitere Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln, scheinen greifbar nahe. Doch Selbstläufer werden die Begegnungen nicht werden. Den Auftakt in die „Wochen der Wahrheit“ macht am Sonnabend das Heimspiel gegen DJK/MJC Trier. Nach dem 31:25 Sieg gegen Borussia Dortmund am vergangenen Samstag fiel den Triererinnen einige Last von den Schultern. Mit den beiden zusätzlichen Punkten und neuem Selbstbewusstsein reist das Team von Trainerin Ildiko Barna nun nach Celle und will dort anknüpfen, wo sie gegen Dortmund aufgehört haben.

Auswärts bereits vier Pluspunkte gesammelt, aber die heimischen Fans in der HBG-Halle noch nicht mit einem Zählern verwöhnt. Verständlich, dass Handball-Erstligist SVG Celle an dieser negativen Bilanz etwas ändern möchte. Die Möglichkeit dazu bietet sich am Sonnabend ab 19.30 Uhr im Heimspiel gegen den punktgleichen Tabellennachbarn DJK/MJC Trier. „Das ist ohne Frage eines der besonderen Spiele“, sagt SVG-Trainer Martin Kahle vor der Auseinandersetzung mit dem Tabellenachten. „Aber das gilt für beide Mannschaften.“

Der Blick auf die Tabelle zeigt es auf. Es ist eines dieser besonderen Begegnung. Die Teams stehen mit jeweils 4:8 Zählern auf den Rängen neun und acht. Ein „Vier-Punkte-Spiel“ sagt man wohl dazu. „Celle hat einen spürbaren Erfolgsdruck“, meint Triers Trainerin Ildiko Barna. „Nach dem überraschenden Sieg gegen Oldenburg erwarten nun alle einen Heimerfolg gegen uns. Aber da wollen wir natürlich nicht mitspielen. Die Punkte gegen Dortmund tun uns gut und waren absolut verdient, wir haben Lust so weiterzumachen und arbeiten hart dafür.“ Nur allzu gern schiebt sie die Favoritenrolle in Richtung der Gastgeberinnen. Davon will Celles Coach Kahle allerdings nichts wissen. „Nur weil wir den Deutschen Pokalsieger geschlagen haben, wird das Spiel gegen Trier für uns noch lange kein Selbstläufer. Das wird ein enges Ding. Viel wird auch von der Tagesform abhängen. Kleinigkeiten werden entscheiden.“

Dennoch hat er für Sonnabend ein Ziel vor Augen. „Unsere Zuschauer haben uns in den bisherigen Heimspiel super unterstützt“, sagt er. „Es wäre schön, wenn wir uns dafür mit dem ersten Heimsieg bedanken könnten.“ Personell scheint es dabei keine Probleme zu geben. Neben Neuzugang Nicole Steinfurth, für die die Spielberechtigung für Celle vorliegt, steht auch Waleria Galouza nach ihrem Fußbruch erstmals wieder im Kader. „Sie hat das Mannschaftstraining wieder aufgenommen“, bestätigt der Coach, der davon ausgeht, dass die 24-Jährige gegen Trier Einsatzzeiten bekommen wird.

Die Gäste verfügen über einen zur neuen Saison auf vielen Positionen runderneuerten Kader. Einige wichtige Spielerinnen hatten den Verein zum Ende der vergangenen Spielzeit verlassen. Genügend Erfahrung ist dennoch vorhanden. Mit der individuell starken Slovakin Lydia Jakubisova sowie Anne Jochin und der wurfgewaltigen Nadja Nadgornaja ist die mit dem Spitznamen Miezen“ ausgestattete Mannschaft im Rückraum gut besetzt. Und auf den Außenpositionen sorgen die flinken Mégane Vallet und Svenja Huber ständig für Gefahr.

Kein Wunder, dass Kahle die Hauptaufgabe seines Teams in der Defensive sieht. „Da müssen wir gut stehen“, sagt der Coach mit einer Portion Zuversicht. „In den bisherigen Spielen haben wir das gemacht.“ Genau dort möchte allerdings Triers Trainerin den Hebel ansetzen. „Die Fähigkeiten dazu haben wir. Einfach wird es aber sicher nicht“, so Barna und sagt Celle einen großen Kampf bis zur letzten Sekunde voraus: „Wir werden wieder bis zur letzten Sekunde kämpfen und am Ende dann hoffentlich wieder feiern.“ Kahle hält dagegen: „Sicher wird es ein Spiel auf Augenhöhe. Mit den Zuschauern im Rücken sollten wir in der Lage sein, mal ein Heimspiel zu gewinnen“, meint der Coach. „Und wenn es dabei halt knapp wird, dann wird es halt knapp. Für uns ist wichtig, dass wir uns von dem Druck, der ohne Frage auf uns lastet, nicht verrückt machen lassen.“ Die Vorzeichen lassen eine packende Partie erwarten.