24.10.2009 18:41 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß & Holger Putz - hbvf.de

Sindelfingen besiegt Frankfurter HC dank Energieleistung

Jörg Plankenhorn und Maja Sommerlund feierten einen wertvollen SiegJörg Plankenhorn und Maja Sommerlund feierten einen wertvollen Sieg
Quelle: Eibner Pressefoto
Ein 4:0-Traumstart und die 3:2:1-Abwehr waren die Grundlage für den 30:25-Heimsieg des VfL Sindelfingen gegen den Frankfurter HC. Torfrau Magdalena Chemicz verhinderte mit insgesamt 24/3 Paraden fast die Hälfte der Gästeversuche, Iris Cartarius traf zehnmal. So hielt Frankfurt nur knapp eine Viertelstunde mit, ehe Sindelfingen über eine Tempoverschärfung zum 17:9-Pausenstand davonzog. Allen voran mit Friederike Gubernatis (7/3 Treffer) war Frankfurt danach um Verbesserung bemüht, Sindelfingen kontrollierte aber die Schlussphase und hatte bereits nach 56 Minuten beim 29:21 den zweiten Saisonsieg eingefahren, der letztlich mit 30:25 noch etwas geringer ausfiel. Sindelfingen hofft nun in Dortmund und Celle auf weitere Zähler, Frankfurt ist nach der fünften Pleite auf der Suche nach einer Perspektive.

Sindelfingen erwischte einen Traumstart gegen den FHC, Cartarius und Rösler wechselten sich bei den Treffern zum 4:0 (5.) ab, während Beier und Mietzner an Chemicz scheiterten. Die Polin zeigte sich in herausragender Form, erst nach 400 Sekunden verbuchte Christine Beier den ersten Treffer für die Ostbrandenburgerinnen. Schneider, Hering und Beier (8/2 Treffer) mit guter Übersicht sorgten zwar in dieser Phase mit weiteren Treffern für das 5:7 (11.) aus Sicht der Gäste. Franziska Mietzner, die zum Frankfurter Sieg über Trier vor zwei Wochen zehn Tore beigetragen hatte, kam allerdings nicht ins Spiel und fehlte dem Team von Dietmar Schmidt sichtlich als Aktivposten. Einzig Christine Beier setzte Ausrufezeichen, aber Magdalena Chemicz hielt Sindelfingen mit zwei gehaltenen Strafwürfen in der Spur. Auch in Unterzahl war sie es, die das 10:8 (18.) von Eickhoff verhinderte.

Auch Sindelfingen konnte bisher noch nicht glänzen, das Angriffsspiel wirkte etwas behäbig. Nicola Freudemann und Karin Weigelt brachten dann frischen Wind, Weigelt verwandelte einen Konter zum 12:7 (22.) und nach einer Frankfurter Auszeit konnte der VfL seine 3:2:1-Deckung weiter stabilisieren. „Wir haben diese kroatische 3:2:1 sehr ausgiebig trainiert, das war einer der Punkte für unseren Sieg“, freute sich Trainer Jörg Plankenhorn über die taktische Umsetzung. Frankfurt kratzte zwar immer wieder an der Fünf-Tore-Distanz, doch Sindelfingen hatte durch Cartarius und Sommerlund immer wieder die richtige Antwort parat. Auch der Last-Second-Konter von Ina Großmann zum 16:9-Pausenstand sprach für sich.

Nach der Pause knüpfte Magdalene Chemicz nahtlos an ihre Leistung an und blieb gegen Hering beim möglichen 18:12 Siegerin. Auch Eickhoff im Nachsetzen hatte das Nachsehen. Frankfurt schnappte sich zwar im Folgeangriff das Spielgerät, doch statt Frankfurt gelang kurz darauf Sindelfingen ein Gegenstoß, den Meier zum 19:11 verwandelte. Iris Cartarius sorgte beim 22:14 (40.) erneut für acht Tore Unterschied, Chemicz hatte zu diesem Zeitpunkt schon elf Würfe pariert. Das Frankfurter Spiel war geprägt von Einzelaktionen und auch in der Deckung fehlte der Zusammenhalt.

Nach dem 23:15 von Iris Cartarius schien jedoch ein Ruck durch die Mannschaft von Dietmar Schmidt zu gehen. Maja Sommerlund hatte vor allem im ersten Spielabschnitt aus allen Lagen getroffen und wurde nun besser bewacht. Beier und Gubernatis trafen auf der Gegenseite zum 25:19. Die in diesem Moment erneut eingewechselte Nicola Freudemann scheiterte mit einem Strafwurf an Burrekers. Frankfurt witterte Morgenluft, die gereckte Faust von Gubernatis drückte neue Willenskraft aus. Eine Auszeit sollte die Gäste dann zusätzlich unterstützen, doch Ina Großmann traf sofort für Sindelfingen zum 27:20 (53.) und auch aus den nun zahlreichen Paraden von Mandy Burrekers zogen die Gäste keinen Profit. Stattdessen erhöhte Rösler auf 28:21 (56.).

Die Vorentscheidung war da längst gefallen, dennoch ließ es sich Kathrin Fischer nicht nehmen, nach ihrem 29:21-Treffer die Freude herauszuschreien. Bei acht Treffern sollte der Vorsprung allerdings nicht bleiben, Gubernatis, Schneider und Beier konnten Ergebniskosmetik betreiben, wenngleich Eickhoff mit einem Gegenstoß erneut an Chemicz scheiterte. Der Szenenapplaus für diese Parade mündete dann in rhythmischem Klatschen , der auch nach dem 30:25 anhielt. Sindelfingen feierte einen verdienten Heimsieg und hat somit jetzt vier Zähler.

Stimmen

Dietmar Schmidt, Frankfurter HC
Erstmal Glückwunsch an Sindelfingen. Die Abwehr und unser Gegenstoßverhalten haben nicht funktioniert und Sindelfingen war in bestimmten Phasen einfach besser als wir. Die Ergebnisse zeigen, dass man die Heimspiele gewinnen muss. Es gibt keine schwachen Mannschaften, erst am Ende wird abgerechnet. Nächste Woche in Leipzig sind wir ganz großer Außenseiter, aber wir haben noch eine Menge Heimspiele. Da wird sich alles wieder ausgleichen.

Jörg Plankenhorn, VfL Sindelfingen
Es war in der ersten Hälfte eines der besten Spiele dieser Saison. Gemeinsam mit dem Publikum können wir es schaffen und die Punkte holen für den Klassenerhalt. Wir haben engagiert gespielt und wollten dieses Spiel als Sieger verlassen. Wir haben es heute als Helden verlassen. Ich habe lange überlegt, welches Deckungssystem wir heute anbieten. Wir haben diese kroatische 3:2:1 sehr ausgiebig trainiert das war einer der Punkte für unseren Sieg. Wir dürfen uns auf dem Sieg heute aber nicht ausruhen, wir haben jetzt zwei wichtige Spiele in Dortmund und gegen Celle. Da müssen wir Punkte holen und dürfen dann beruhigt auf Weihnachten schauen. Aber das geht nur mit diesen Punkten, in Dortmund gewinnt man nicht einfach so.