22.10.2009 12:12 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Ingo Feiertag - Südkurier

Nachwuchs beim SV Allensbach

Wenn eine der besten Spielerinnen plötzlich nur noch auf der Auswechselbank sitzt und niemand etwas Konkretes dazu sagen kann oder will, dann brodelt die Gerüchteküche. In dieser Saison hat Petra Lauterbach vor eigenem Publikum noch keine einzige Pflichtspielminute für die Zweitliga-Handballerinnen des SV Allensbach absolviert. Zum Pokalsieg in Ismaning hat sie drei Tore beigesteuert, ebenso wie zum Auswärtserfolg in der Liga beim TuS Weibern, doch fortan saß die Nummer 20 im Trainingsanzug auf der Bank und sah ihren Mitspielerinnen zu. Verletzt sei sie, hieß es. Woran? Das wollte niemand sagen. Nun ist es raus: Das Eigengewächs des SV Allensbach ist nicht verletzt, sie ist schwanger.

„Ich weiß es schon seit Mitte September, drei Tage vor dem Heimspiel gegen Riesa, als ich erstmals nur noch auf der Bank saß. Ich wollte aber noch die ersten drei Monate der Schwangerschaft abwarten, bis ich es bekannt gebe", verriet die 23-Jährige. Anfang Mai 2010 wird die Außenspielerin des SV Allensbach Mutter. Der Vater des Kindes ist in Konstanzer Fußballkreisen auch kein Unbekannter. Er heißt Marco Wagner und spielt mittlerweile für den FC Kreuzlingen in der Schweiz. „Wir freuen uns riesig über das Kind", sagt Lauterbach, die mit einem Augenzwinkern verspricht, dass es eine Handballerin wird.

Für die Zukunft der Jugendabteilung ist also gesorgt, in der Gegenwart ist der Ausfall Lauterbachs „ein Riesenverlust", den der Allensbacher Manager Manfred Lüttin beklagt. „Sie fehlt uns als variable Spielerin in der Abwehr und auch im Angriff werden wir ihr Tempospiel vermissen", sagt Lüttin. Er ist sich aber sicher: „Petra kommt wieder."

Wann sie wieder spielen wird, ist noch ungewiss. „Es ist aber schon geplant, dass ich weiter mache", betont die Spielerin selbst. Im Moment stehen jedoch Nachwuchs und Beruf im Mittelpunkt. Lauterbach studiert Sport und Mathematik und hat am Dienstag ihre letzte Prüfung fürs Staatsexamen. „Dann gehe ich ins Referendariat, wenn die da eine Schwangere nehmen", sagt sie, „sonst warte ich halt noch ein Jahr."