10.10.2009 15:27 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß & Frank Härterich - handball-world.com

Leverkusen behält weiße Weste - Göppingen untermauert Aufwärtstrend

Der TSV Bayer Leverkusen tat sich wie schon bei den zurückliegenden Aufeinandertreffen schwer bei den Göppinger Frisch Auf Frauen. Die Gastgeberinnen lagen zwar schnell mit 2:5 (7.) zurück, kamen jedoch zum Ausgleich und stellten Leverkusen bis zum 10:11-Anschlusstreffer (25.) vor Probleme. Allerdings enteilten die Rheinländerinnen über leicht erarbeitete Strafwürfe zum 10:15-Pausenstand und konnten dabei vor allem auf Clara Woltering (12/2 Paraden) und Laura Steinbach (11/2) bauen. Beim 13:19 (38.) schienen die Gäste auf den Weg zur Vorentscheidung, doch Göppingen zeigte Moral. Erst Denisa Glankovicova (6) stellte beim 21:25 (57.) die Weiche zugunsten Leverkusens. Stellbrink (6), Schulz (4) und Vojtiskova (5) stemmten sich in einem engagiert geführten Spiel vergebens gegen die 23:27-Niederlage.

Laura Steinbach erzielte elf TrefferLaura Steinbach erzielte elf Treffer
Quelle: Heinz J. Zaunbrecher
Leverkusen stellte die Göppinger Abwehr zu Beginn vor Probleme, Steinbach überwand die groß gewachsenen Gastgeberinnen zum 1:1-Ausgleich und zeichnete auch für die 3:1-Führung (5.) Leverkusens verantwortlich. Immer wieder verschafften sich die „Elfen“ auch mit Strafwürfen Vorteile, Anna Loerper traf aus sieben Metern zum 5:2 (7.). Erst in Überzahl kam Göppingen besser ins Spiel, Steinbach musste auf die Sünderbank und Stellbrink war zum 4:5 (9.) erfolgreich. Kurz darauf musste auch Anne Müller auf der Bank platznehmen und Alena Vojtiskova ließ sich beim Ausgleichstreffer nicht lange bitten. Die Frisch Auf Frauen hatten ihre Abwehr stabilisiert und Katrin Schröder stellte etwas glücklich die 6:5-Führung (12.) für die Gastgeberinnen her. Dem Leverkusener Spiel mangelte es in dieser Phase an Ideen, Engel gelang dennoch der 6:6-Ausgleich.

Ein erfolgreiches Mittel Leverkusens waren die Strafwürfe, Engel verwandelte beim 7:6 bereits den vierten und brachte die Gäste somit wieder in Front. Nun war es Göppingen, das im Angriff den Spielfluss suchte, technische Fehler und Clara Woltering verhinderten über acht Minuten lang weitere Treffer der Schwäbinnen, die durch Birute Stellbrink mit einem direkt verwandelten Freiwurf dennoch zum 7:8-Anschluss (20.) kamen. Als Engel den Ball unbedrängt an die Latte knallte, nutzte Stellbrink auch die Möglichkeit zum 9:9-Ausgleich (23.). Steinbach empfand beim direkten Gegentreffer zwar erneut kaum Gegenwehr und Stratmann scheiterte an Woltering, doch kurz darauf traf Göppingens Allrounderin und eröffnete den Gastgeberinnen mit dem 10:11-Anschluss (25.) erneut alle Möglichkeiten.

Einen umstrittenen Strafwurf für Steinbach nutzte Leverkusen in der Folge um sich zum ersten Mal abzusetzen. Engel traf und zeichnete nach einem Ballgewinn Garcia-Almendaris´ auch für das 10:13 verantwortlich. Erneut durchkreuzte Leverkusen dann die Angriffspläne Göppingens und Garcia-Almendaris enteilte zum 10:14 (28.). Bis zum Ende der ersten Spielhälfte blieben die Gastgeberinnen ohne Treffer und mussten indessen noch Steinbachs siebenten Torerfolg zum 10:15 hinnehmen. Fast vierzig Prozent der Göppinger Würfe waren im ersten Abschnitt an Clara Woltering zerschellt, die ihren Kasten auch nach der Pause kontrollierte. Ihre Vorderleute nutzten die Vorlagen und profitierten auch von weiteren technischen Fehlern Göppingens.

Vor Vojtiskovas 13:19 (38.) hatte Leverkusen der Führung somit zwei weitere Treffer hinzugefügt, doch Göppingen schien sich freizuschwimmen: Celia Schneider kam immer besser ins Spiel und bei Alena Vojtiskova war offenbar der Knoten geplatzt, wenngleich sie das mögliche 16:20 zunächst gegen Clara Woltering vergab. Der Einsatz stimmte nun bei Göppingen, Celia Schneider krönte ihre Leistung in dieser Phase mit einer Strafwurfparade gegen Engel und auf der Gegenseite trafen Schröder und Vojtiskova zum 17:20 (46.). Allerdings erlöste dann Denisa Glankovicova Leverkusen mit einem Treffer und Clara Woltering parierte einen Strafwurf von Jessica Schulz. Renate Wolf hatte an der Seitenlinie energisch auf ein aggressiveres Eingreifen ihrer Schützlinge hingewirkt, die Vojtiskova nun besser kontrollierten.

Dennoch bog das Spiel in eine dramatische Endphase ein. Birute Stellbrink verkürzte acht Minuten vor Abpfiff beim 19:22 erneut auf drei Tore, doch Denisa Glankovicova gab die direkte Antwort. In Unterzahl scheiterte zwar Byl an Schneider, aber Glankovicova konnte nun schalten und walten und führte mit zwei Treffern zum 21:25 (57.) die Vorentscheidung herbei. Göppingen überzeugte zwar kämpferisch und Vojtiskova sorgte, gemeinsam mit Schulz, beim 23:25 nochmals für einen Lichtblick, doch Leverkusen spielte im direkten Gegenzug erneut die Karte „Strafwurf“ aus und Steinbach traf kurz vor Spielende zum 23:26. Auch der Schlusspunkt in einer infernalisch lauten EWS-Arena war Steinbach aus sieben Metern vorbehalten.

Stimmen

Renate Wolf, TSV Bayer 04 Leverkusen
„Ich denke, wir haben hier ein kampfbetontes Spiel gesehen. Wir sind ordentlich ins Spiel gekommen und haben 2:5 geführt. Die doppelte Zeitstrafe hat Göppingen wieder ins Spiel gebracht und konnte dann in Führung gehen. Sie waren über weite Strecken ebenbürtig, zeigten dann aber einige technische Fehler, die wir zu einer fünf Tore Führung nutzen konnten. Irgendwann ist unsere Chancenauswertung dann gesunken, plötzlich wurde es nochmal eng. Was dann passiert wissen wir alle: Die Nerven spielen eine Rolle und das Publikum hat die Mannschaft unterstützt. Wir konnten allerdings keinen Vorsprung mehr herausspielen und es wurde sehr sehr spannend. Ich bin froh, dass meine Mannschaft am Ende gewonnen hat. Wir haben nun gegen Leipzig die Möglichkeit uns gegen die Finalniederlage in der Meisterschaft zu revanchieren. Dennoch können wir nach diesem hervorragenden Start relaxt in diese Partie gehen, wir sind noch in der Hauptrunde und unser Ziel liegt noch weit vor uns.“

Aleksandar Knezevic, Frisch Auf Frauen
„Es war ein verdienter Sieg Leverkusens. Die Schlussphaes der ersten Hälfte hat uns kaputt gemacht. Die zweite Hälfte war in Ordnung, es ist nicht leicht, dagegenzuhalten. In Überzahl hatten wir dann wieder eine schlechte Phase, aber der große Unterschied war in der ersten Hälfte. Wir hatten immer wieder Phasen, in denen wir zu defensiv sind, uns fehlt noch die Kontinuität. Doch wenn wir so weiterkämpfen, werden wir irgendwann wieder Punkte holen. Gegen Leipzig hatten wir die Möglichkeit, in Buxtehude wird es schwer, aber ich habe keine Sorge, dass wir diese zwei Wochen nutzen und dann in Buxte gewinnen können. Ich bin sehr optimistisch für das nächste Spiel, auch wenn wir einige Verletzte haben. Die Mannschaft hat ihre Sache heute ganz gut gemacht. Ich wechsle oft, auch wenn die erste Acht etwas mehr spielt. Annika Schmid war krank und hatte deswegen bisher wenige Einsatzzeiten.“