11.10.2009 00:05 Uhr - 1. Bundesliga - PM Frankfurter HC

Dietmar Schmidt: "Konsequente Abwehr und taktische Disziplin"

FHC-Coach Dietmar SchmidtFHC-Coach Dietmar Schmidt
Quelle: sportseye.de
Im Vorjahr noch im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft hat der Frankfurter HC einen regelrechten Fehlstart hingelegt. Vier Spiele, vier Niederlagen - das ist die niederschmetternde Bilanz in dieser Saison. Im Gespräch mit FHC-Pressesprecher Matthias Braun erklärt Trainer Dietmar Schmidt, was ihm an den vergangenen Auftritten gestört hat und warum es heute zu einer Wende kommen soll.

Warum stehen wir mit dem Rücken an der Wand?

Wir haben einen klassischen Fehlstart hingelegt und werden nun mit jedem weiteren Spiel immer nur daran gemessen und müssen uns daran messen lassen, ob wir gewinnen oder verlieren. Wir können uns sozusagen keine Niederlagen leisten, obwohl jeder weiß, dass man im Sport eben auch unterliegt, weil andere klar besser sind. Insofern "an der Wand".

Deine Unzufriedenheit und öffentliche Kritik nach dem Oldenburg-Match am vergangenen Wochenende löst sich wie auf?

Es ging mir mit der Kritik einzig und allein um das Spiel in Oldenburg. Dort hat mir, wie ich es sagte, die Killermentalität gefehlt. Am Sonntag letzter Woche war Oldenburg nicht so überragend wie z.B. in den Vorbereitungsspielen im August. Zum Schluss war mein Eindruck: mein Team war nicht überzeugt gewinnen zu können. Und das hat mich wahnsinnig unzufrieden gemacht. Ich war richtig böse. Wenn die Mädels heute die taktische Route einhalten und mit "Biss und Besessenheit" spielen und dann noch gewinnen, dann bin ich wieder zufrieden.

Gab es wieder eine Knacksituation beim FHC, wie z.B. die 5-Minuten-Schläfrigkeit nach der Pause gegen Blomberg-Lippe?

Die gab es. Aber nicht "schläfrig". Nachdem wir auf 17:16 heran waren, hatten wir drei Chancen nacheinander und kriegen den Ball nicht ins Tor. Dafür enteilt uns Oldenburg in dieser Phase auf 20:16. Da sind wir umgekippt, es fehlte dann leider auch die Konsequenz in der Abwehrarbeit. Bis dahin war uns gelungen, das schnelle Spiel von Oldenburg in den Griff zu bekommen. Und obgleich wir den VfL in den Positionsangriff haben zwingen können, kam Leszek Krowickis Team dann zu leichten Toren.

Platzt heute der Knoten?

Ja, wir gewinnen. Franziska Mietzner und Tine Beier sind mit guten Resultaten von der Nationalmannschaft gekommen. Tine hat sich trotz Verletzung durchgebissen. Macht das auch heute. Unsere Flügelspielerinnen wissen, dass auch sie Tore werfen können. Friederike Gubernatis und Susann Schneider haben gezeigt, was in ihnen steckt. Das individuelle Wurftraining wird sich hoffentlich heute auszahlen.

Hoffst Du nach einem Sieg heute auf einen Lauf wie vor zwei Jahren?

Ein Sieg ist wichtig für die Köpfe der Spielerinnen. Danach ist alles möglich. Es geht nicht mit der Brechstange, aber nur über den Kampf, den Wille und das Herz.

Sind denn alle Spielerinnen fit und konnten durchweg trainieren?

Leider nein. Mandy Hering und Susann Schneider konnten nicht voll trainieren. Tine laboriert noch mit ihrer Fußverletzung, wird aber spielen. Franziska Mietzner ist von ihrer starken Erkältung zwar genesen, hat aber natürlich diese Woche im Training etwas zurückstecken müssen.

Unser Gegner Trier ist Tabellennachbar ...

Trier hat dieses Jahr eine junge Mannschaft, die sich erst finden muß. Und wenn sie die Startphase nicht hinkriegen, bekommen sie Probleme. Beeindruckend ist ein superstarker "erster Anzug". Sie wollen auch aus dem Keller. Insofern geht es beiden Teams heute um Ganze. Für mich zeigt die Saison bisher: es gibt keine Luschen. Jeden Gegner nehmen wir ernst, auch wenn er gegen einen Aufsteiger verloren hat. Die sind nämlich auch stark.

Du kennst die Stärken von Anne Jochin als Spielmacherin.

Anne Jochin will beweisen, dass sie eine tolle Handballerin ist. Und wir werden beweisen, dass wir sie in den Griff bekommen. Es ist aber für uns und sicherlich auch für Joschi ein ganz normales Spiel. Die Fights gegen ehemalige Frankfurterinnen finden sicherlich ganz besonders in den Zuschauerköpfen statt.



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