22.09.2009 12:42 Uhr - GF World Cup - PM HSG Wetzlar

"Können einiges bewegen" - Kathrin Blacha im Gespräch

Katrin BlachaKatrin Blacha
Quelle: Michael Heuberger
Sie hat 222 Mal für Deutschland gespielt - vornehmlich am Kreis, ging in ihrer langen Karriere auch für die Bundesliga-Handballerinnen des TV Lützellinden auf Torejagd! Die Rede ist von Kathrin Blacha, die mittlerweile als Co-Trainerin und Teamkoordinatorin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft die „rechte Hand“ von Bundestrainer Rainer Osmann ist. Am Mittwoch, den 14. Oktober 2009 wird die 38-jährige auch auf der Bank sitzen, wenn die DHB-Frauen erstmals in der mittelhessischen Rittal Arena auflaufen. Um 19.30 Uhr trifft das Team zum Auftakt der Qualifikation zur Europameisterschaft 2010 auf die Landesauswahl Sloweniens.

Frau Blacha, am 14. Oktober spielt die deutsche Frauen-Nationalmannschaft in der Wetzlarer Rittal Arena. Ist der Termin für Sie mit besonderer Vorfreude verbunden?

Blacha: Na klar. Ich habe von 1991 bis 1996 sehr erfolgreich für den TV Lützellinden gespielt, kenne die Region und besitze aus der Zeit noch viele Kontakte nach Mittelhessen. Einige ehemalige Kolleginnen wie Heike Murrweiß werden sicherlich in der Arena vorbeischauen, wenn wir dort zum Auftakt der EM-Qualifikation gegen Slowenien ran müssen.

Das wird ohnehin eine sehr nachbarschaftliche Veranstaltung, oder?

Blacha: …weil ich zur damaligen Zeit Nachbarin von Rainer Dotzauer war? Richtig. Zu dem heutigen Sportlichen Leiter der HSG Wetzlar gibt es eine sehr spezielle Verbindung, schließlich haben wir in Dutenhofen eine Zeit lang Tür an Tür gewohnt.

Sie kennen ja auch die Rittal Arena bereits?

Blacha: Ja, das ist eine sehr schöne Halle! Ich habe die Arena in den vergangenen Jahren einige Male als Reporterin für den Internetsender Sportdigital bei Spielen der Handball-Bundesliga erlebt. Es wäre großartig, wenn wir eine ähnlich große Kulisse wie die HSG Wetzlar bekämen, denn wir brauchen eine richtig gute Heimspielatmosphäre, um unsere schwere Aufgabe erfolgreich lösen können.

Wie ist denn der sportliche Wert des Spiels gegen Slowenien einzuschätzen?

Blacha: Ganz einfach – das ist gleich zum Auftakt der härteste Gegner in der Qualifikation für die EURO 2010. Slowenien, Weißrussland, Italien und wir streiten uns um zwei Tickets für die Endrunde. Mit einem Erfolg in Wetzlar könnten wir eine gute Basis schaffen, denn bereits vier Tage darauf müssen wir in Italien antreten.

Wie bereiten sie sich vor?

Blacha: Zur Zeit befinden wir uns Århus beim GF World Cup. Dänemark hat dort wieder einmal das am besten besetzte Privatturnier für Frauen-Nationalmannschaften auf die Beine gestellt. Unser Bundestrainer Rainer Osmann muss der Mannschaft nach dem Ausfall unserer Kapitänin Grit Jurack, die Mutterfreuden entgegensieht, nicht nur ein neues taktisches Gerüst geben – auch zahlreiche neue und junge Spielerinnen wie zum Beispiel U20-Weltmeisterin Franziska Mietzner müssen an das A-Team herangeführt werden.

In diesem Jahr kommt noch einiges auf Sie zu…

Blacha: Ja, die Weltmeisterschaft in China. Für mich wird das als Co-Trainerin und Teamkoordinatorin ohnehin eine sehr spannende Aufgabe. 2008 hätte ich fast als Aktive an den Olympischen Spielen in Peking teilgenommen. Ein Jahr später werde ich China nun in einer ganz anderen Rolle erleben. Ich glaube, dass wir dort mit unserer Mannschaft trotz zahlreicher personeller und taktischer Änderungen einiges bewegen können.

Vor zwei Jahren gewannen Sie in Frankreich Ihre zweite WM-Bronzemedaille. Sind Sie noch versucht, selbst zu spielen?

Blacha: Nee, nee, obwohl es noch immer kribbelt, wenn man weiter so nah am Handball ist. Aber am 6. Januar wird mit meinem Abschiedsspiel in Göppingen ein endgültiger Schlussstrich unter eine lange Karriere gezogen. Ich bin jetzt wirklich bereit für andere Aufgaben.