02.09.2009 04:00 Uhr - 1. Bundesliga - Daniel Genings

Anika Leppert: Nach 30 Sekunden war der Traum aus

Es waren erst 30 Sekunden gespielt bei der EM der U19-Juniorinnen in Ungarn. Die Blombergerin Anika Leppert netzte zum 1:0 für das deutsche Team ein, doch dann kam sie unglücklich auf dem Boden auf. Die Kreisläuferin musste das Spielfeld verlassen und schon bald stand fest, dass die EM nach nur einem Tor und 30 Sekunden für sie bereits vorbei war: Mit Verdacht auf Kreuzbandriss wurde die 19-Jährige in die Klinik nach Györ gebracht.

Anika LeppertAnika Leppert
Quelle: Michael Heuberger
„Da bricht natürlich eine Welt zusammen, wenn man es auf einmal `Rums`im Knie macht, aber ich war sehr froh, dass sich der Verdacht auf Kreuzbandriss nicht bestätigte“, erinnert sich Leppert an den Schock. Sie kenne das Gefühl, wenn man sich so eine Verletzung zuziehe. 2005 hatte Anika Leppert bereits schon einmal eine ähnliche Verletzung erlitten.

Das nach nur 30 Sekunden die Europameisterschaft für die junge Blombergerin beendet war, war allerdings mehr als ein Schock für die 184 cm große Kreisläuferin des Bundesligisten Provital Blomberg-Lippe. „Geschockt ist noch gar kein Ausdruck. Nach den Schmerzen beim Aufprall wusste ich Bescheid, da ist was kaputt. Aber ich war wirklich froh, dass es doch nicht so schlimm ist, wie zuerst vermutet wurde“, erzählte sie wenige Tage nach der Rückreise aus Ungarn. Der Traum von der EM, er war gleichwohl ausgeträumt für Leppert.  

Direkt am Montag nach der Verletzung flog Leppert zurück nach Deutschland, um sich einer weiteren Untersuchung beim Mannschaftsarzt zu unterziehen. Es stellte sich heraus, dass das Vorderhorn vom Meniskus eingerissen war. Und auch in Deutschland wurde glücklicherweise der erste Verdacht auf Schädigung des Kreuzbandes nicht bestätigt. Die Operation in Herford verlief am vorletzten Dienstag ohne Komplikationen und bereits am vergangenen Montag konnte die U19-Nationalspielerin mit den entsprechenden Reha-Maßnahmen beginnen.

Die nach einem Meniskusseinriss verordnete Zwangspause von etwa sechs Wochen will Leppert schnell vorbei bekommen, um ihrem Trainer André Fuhr zeitnah wieder zur Verfügung zu stehen. Durch die längere Pause ist die Vorbereitung auf die neue Saison natürlich fast hinfällig, Leppert muss beim Training mehr oder weniger bei Null anfangen. Auch konnte die Kreisläuferin in der Vorbereitung nur sporadisch mit dem Kader von Blomberg-Lippe trainieren, da sie sich auf die EM mit der Nationalmannschaft vorbereitete. Leppert will aber so schnell wie möglich die Reha-Maßnahmen abschließen und sich beim Trainer zurückmelden.

Provital Blomberg-Lippe startet am 6. September gegen Trier in die Bundesliga-Saison. Dann noch ohne Leppert, die damit das Duell gegen Juniorinnen-Kollegin Caroline Thomas verpasst, die nach Lepperts Verletzung im Team von Rainer Osmann in die Bresche springen musste. Aber vielleicht kann Leppert schon in ein paar Wochen wieder zum Ball greifen. Für die Nachwuchshoffnung war die EM in Ungarn allerdings noch nicht der letzte Einsatz bei den Juniorinnen. Im nächsten Jahr möchte sie unbedingt bei der WM in Korea dabei sein.