22.08.2009 04:00 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - PM VfL Oldenburg

Oldenburg: Favoritenrolle beim heute beginnenden Wunderhorn bleibt ungeklärt

Bundesliga gegen internationale Konkurrenz: Der Frankfurter HC, der Buxtehuder SV und Gastgeber VfL Oldenburg vertreten beim am morgigen Samstag und Sonntag stattfindenden Robert-Schumann-Turnier um das Oldenburger Wunderhorn die deutsche Eliteliga - die schärfsten Konkurrenten um den Turniersieg kommen wohl aus Polen, Dänemark und Frankreich. Die Spiele in der VfL-eigenen Robert-Schumann-Halle beginnen am Samstag um 11 Uhr und am Sonntag um 10 Uhr. Jede Partie geht über 2x20 Minuten, das Endspiel am Sonntag (16.30 Uhr) dauert zehn Minuten länger. Die beiden Ersten jeder Gruppe erreichen das Halbfinale, die Dritten und Vierten spielen die Ränge 5 bis 8 aus.

Lublins Agnieszka Wolska  ist derzeit verletzt und wird beim Wunderhorncup nur zuschauenLublins Agnieszka Wolska ist derzeit verletzt und wird beim Wunderhorncup nur zuschauen
Quelle: Hermann Jack
Allerdings ist die Favoritenrolle bei der 24. Auflage des 1986 aus der Taufe gehobenen Stelldicheins internationaler Klasse ungeklärt. So müsste Polens Meister SPR Asseco Lublin (Gruppe A) als fast logischer Favorit gelten, das 20:35 im Testspiel vor zwei Wochen gegen den VfL aber ließ bei heimischen Medien Zweifel an der momentanen Klasse des Champions-League-Teilnehmers aufkommen. Allerdings hatte Lublin am Tag zuvor den VfL noch 29:27 geschlagen. Aktuell fehlen dem Team des früher in Deutschland tätigen Trainer Grzegorz Goscinski die drei verletzten Nationalspielerinnen Dorota Malek (vorher Malczewska), Agnieszka Wolska, und Agnieszka Tyda. Ewa Damiecka erwartet zudem ein Kind. "Eine starke Mannschaft hat Lublin aber trotzdem", verweist VfL-Trainer Leszek Krowicki auf einen auch quantitativ stark besetzten Kader.

Zum Mitfavoriten erklärt hat sich auch Toulon St.Cyr Var (Gruppe A). Zwar war der französische Erstligist vergangene Saison nur Liga-Vorvorletzter, beim 33:27-Erfolg im Testspiel am Donnerstag in Langwedel gegen den VfL aber zeigte Toulon phasenweise Spitzenhandball. Ein Wunder ist das nicht: Nach einigen spektakulären Transfers verfügt das Team von Ex-Merignac-Trainer Thierry Vincent über gleich sechs Nationalspielerinnen. Die Niederlage in Langwedel war erst die zweite des VfL über die reguläre Distanz. Die erste kassierte der DHB-Pokalsieger beim Buxtehuder SV (24:26) zu Beginn der Vorbereitungsphase. Der defensiv starke BSV (Gruppe A) könnte sich zum zweiten Mal nach 2004 in die Siegerliste des Wunderhorn-Turniers eintragen.

Meist eher schwächere Ergebnisse vor Saisonbeginn verbucht der Frankfurter HC (Gruppe B). Auch beim eigenen Turnier vergangenes Wochenende wurde der wieder einmal im Umbruch befindliche FHC - u.a. hat Aufbauspielerin Anne Jochin die Mannschaft gen Trier verlassen - gegen drei weitere Bundesligisten nur Letzter. Oder darf erstmals ein dänisches Team den Pokal in die Höhe halten? SonderjyskE (Gruppe B) spielt in der dänischen Liga allerdings nur eine untergeordnete Rolle und gilt als eine am schwersten einzuschätzende Mannschaft.

Dem niederländischen Meister VOC Amsterdam (Gruppe B) bleibt zwar nur eine Außenseiterrolle, muss sich allerdings schon zwei Wochen nach dem Wunderhorn in der 1. Runde der Champions League beweisen, ist also im Zwang, bereits zu einem frühen Stadium eine möglichst optimale Form zu präsentieren. Nicht wirklich große Siegchancen besitzt auch die Zweite des VfL Oldenburg (Gruppe A). Immerhin aber besiegte der Vierte der vergangenen Regionalliga-Saison kürzlich den niederländischen Erstligisten Huyser E&O mit 26:22.

Bleibt noch das Bundesligateam des VfL (Gruppe B): Trotz des teilweise schwachen Spiels gegen Toulon blickt Trainer Leszek Krowicki auf eine bis jetzt gute Vorbereitung zurück. Wie alle Teams werde auch der VfL seine Karten nicht vollständig aufdecken, werde auch Varianten testen, so Krowicki: "Aber beim Robert-Schumann-Turnier wollen wir unbedingt überzeugen. Das Halbfinale ist unser Ziel."

Während Buxtehudes Trainer Dirk Leun am vergangenen Wochenende in Frankfurt noch viel ausprobiert hat, soll in Oldenburg nur noch an der Feinabstimmung gefeilt werden. „Der Saisonstart rückt näher, wir werden jetzt nicht mehr allzu viel experimentieren“, so Leun. Dennoch kann der BSV-Coach personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich Christina Vogt kann auf Grund einer schulischen Fortbildung erst am Samstag Abend zur Mannschaft dazu stoßen. Die Spielerinnen aus dem Perspektivkader werden ebenfalls in Buxtehude bleiben und dort mit der Regionalliga-Mannschaft trainieren.

Samstag, 22. August  

11.00 VfL Oldenburg II - BSV Buxtehude
11.55 VOC Amsterdam - SonderjyskE
12.50 Toulon St-Cyr Var - SPR ASSECO BS Lublin
13.45 VfL Oldenburg I - Frankfurter HC
14.40 BSV Buxtehude - Toulon St-Cyr Var
15.35 SonderjyskE - VfL Oldenburg I
16.30 SPR ASSECO BS Lublin - VfL Oldenburg II
17.25 Frankfurter HC - VOC Amsterdam
18.20 BSV Buxtehude - SPR ASSECO BS Lublin
19.15 VOC Amsterdam - VfL Oldenburg I
20.10 VfL Oldenburg II - Toulon St-Cyr Var
21.05 Frankfurter HC - SonderjyskE

Sonntag, 23. August:

Play Off
10.00 3. Gruppe I - 4. Gruppe II
10.55 1. Gruppe I - 2. Gruppe II
11.50 4. Gruppe I - 3. Gruppe II
12.45 2. Gruppe I - 1. Gruppe II
Spiel um Platz 7
13.40 Verlierer Spiel 13 - Verlierer Spiel 15
Spiel um Platz 5
14.35 Gewinner Spiel 13 - Gewinner Spiel 15
Kleines Finale
15.30 Verlierer Spiel 14 - Verlierer Spiel 16
Finale
16.30 Gewinner Spiel 14 - Gewinner Spiel 16
17.30 Siegerehrung



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