17.08.2009 18:30 Uhr - 1. Bundesliga - Christian Stein

Vielseitiger Teamplayer – Marlene Zapf im Portrait

Mit der TSG Ketsch kann Marlene Zapf schon auf zwei Spielzeiten in der ersten Liga zurückblicken. Gemeinsam mit der alten und neuen Teamkollegin Elisabeth Garcia-Almendaris gewann sie im vergangenen Jahr die Weltmeisterschaft der Juniorinnen. Dennoch gibt sich die Linkshänderin bescheiden, wenn es um die persönlichen Ziele beim neuen Klub in Leverkusen ür die kommende Spielzeit geht. „Ich möchte viel dazulernen und kann mir von Denisa und Katrin noch sehr viel abschauen“, so die Linkshänderin, die bei den Leverkusenerinnen auf beiden Positionen der rechten Angriffseite zum Einsatz kommen soll.

Marlene Zapf Marlene Zapf
Quelle: sportseye.de
„Meine Stärke ist natürlich, dass ich sowohl auf Halb, wie auch auf Außen spielen kann. Ich bin ein absoluter Teamplayer, aber manchmal müsste ich noch egoistischer spielen", sagt zapf weiter. Das Einspielen mit dem neuen Team erfolgt auf Sparflamme. Durch die Nominierung zur U19-Europameisterschaft blieben nur ein Turniertag in Wittlich, sowie die beiden Testspiele gegen den Verbandsligisten Westfalia Kinderhaus und den Regionalligisten TuS Lintfort, kurz vor dem Beginn der neuen Spielzeit zudem der hochklassig besetzte in Bad Urach. „Als neue Spielerin ist es natürlich problematisch, wenn nur so wenig Zeit zum Einspielen bleibt“, so die zukünftige Grundschullehrerin für Sport und Mathematik.

Trotz der schweren Vorrundengruppe mit Russland und Serbien, die vor einem Jahr das Endspiel der U18-WM bestritten, geht die deutsche Mannschaft mit großen Ambitionen in das Turnier. „Wir wollten zunächst die Hauptrunde erreichen. Nachdem uns das gelungen ist, haben wir jetzt auch die Chance eine Medaille in Angriff zu nehmen“, erklärt die einzige Linkshänderin im Rückraum der DHB-Auswahl. Parallelen zur Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr drängen sich auf. „Auch damals hatten wir eine schwere Vorrundengruppe. Es hatte keiner mit uns gerechnet und nach zwei Niederlagen drohte zwischenzeitlich gar das Aus“, erinnert sich Zapf, die diese positiven Erfahrungen mitnehmen will.

„Ich habe damals als junge Spielerin nicht ganz so viel gespielt, aber durch jedes Spiel lernt man dazu und sammelt bei so einem Turnier auch internationale Erfahrungen“, so Zapf, die nach dem Ende ihrer Juniorinnenzeit auch für die A-Nationalmannschaft empfehlen will. Diesem Ziel möchte die gebürtige Pfälzerin jetzt über eine Etablierung im Elfen-Kader wieder ein Stückchen näher kommen.

Für Leverkusen habe sie sich entschieden, weil der Club eine Top-Adresse sei und sie von Trainerin Renate Wolf viel halte. Zudem könne sie in Leverkusen das angestrebte Studium und den Sport gut verbinden. Das hören die Bayer-Verantwortlichen natürlich gerne, denn gerade der duale Weg von Spitzensport und Berufsausbildung ist seit Jahrzehnten eines der Markenzeichen beim TSV Bayer 04 Leverkusen. Die Spielerinnen bekommen ein sportliches Umfeld der Extraklasse geboten und können trotz sportlicher Dauerbelastung ihrem Studium oder ihrer Berufsausbildung gezielt nachgehen.

„Ich bin froh, dass es uns gelungen ist ein solches Talent von unserem Konzept zu überzeugen“, freut sich Renate Wolf über den Neuzugang. „Marlene macht den Eindruck, dass sie weiß was sie will. Sie hat bereits im Alter von 14 Jahren den ersten Schritt in Sachen Karriereplanung unternommen. Sie wechselte von ihrem Heimatverein Wörth zur TSG Ketsch, um dort bei Karin Euler eine bessere Ausbildung zu bekommen. Wir hatten Marlene natürlich schon länger im Auge, jetzt ist aber ein sehr guter Zeitpunkt für einen Wechsel, denn nach dem Abitur kann sie in ihrer neuen Umgebung mit einem Studium beginnen.“

Auch Penda Bönighausen freut sich auf den Neuzugang: „Wir sind in der Juniorinnenauswahl oft auf einem Zimmer und wir verstehen uns richtig gut. Ich bin froh, dass neben wir noch weitere junge Spielerinnen hierhin kommen und wir uns gemeinsam weiter entwickeln können“, so die Rückraumspielerin.