05.08.2009 03:57 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun / red

"Wir können einen der vorderen Plätze erreichen" - Friederike Gubernatis und Kira Eickhoff im Interview

Neu beim FHC: Juniorennationalspielerin Kira EickhoffNeu beim FHC: Juniorennationalspielerin Kira Eickhoff
Quelle: Michael Heuberger
Einmal mehr muss Dietmar Schmidt, Trainer des Erstligisten Frankfurter HC, vor einer neuen Spielzeit tragende Säulen ersetzen und ein neues Team formen. Der ehemalige Kreisläufer und Olympiasieger hat eine junge Truppe zusammen, die aber wieder um die Play-offs mitspielen soll. Eine der neuen im Kader der Oderstädterinnen ist Kira Eickhoff. Die 21 Jahre alte Linkshänderin Eickhoff wechselte vor der Saison von der Mosel an die Oder. Ebenfalls neu im Kader ist Rückraumspielerin und Junioren-Weltmeisterin Friederike Gubernatis (21), die von der TSG Ketsch an die Oder wechselte. Beide stellten sich im Interview und gaben ihre ersten Eindrücke beim FHC wieder.

Seit einigen Wochen läuft nun die Vorbereitung, die ersten Trainingswochen sind vorbei. Wie seid ihr von der Mannschaft aufgenommen worden und wie ist euer erster Eindruck?

Eickhoff: Die Mannschaft ist super nett und offen. Wir sind eine junge Truppe und es wird trotz viel Schweiß und „Leiden” - wie in der Vorbereitung so üblich - viel gelacht und es macht wirklich Spaß.

Gubernatis: Von der Mannschaft bin ich super aufgenommen worden. Jeder bietet seine Hilfe an, wenn man mal etwas braucht oder so. Die Mannschaft ist nett und macht einen sehr guten Eindruck auf mich. Das Training war natürlich schon eine Umstellung, denn ich habe vorher nicht zwei Mal am Tag trainiert. Aber langsam gewöhne ich mich auch daran. Dietmar ist auch super nett und macht einen guten Eindruck auf mich. Er ist ein guter Trainer, der weiß wie er seine Spieler „anpacken” muss.

Was waren für euch die Gründe, nach Frankfurt zu wechseln?

Gubernatis: Frankfurt bietet für mich sehr gute Chancen, mich weiter zu verbessern und in Dietmar sehe ich einen guten Trainer, der weiß, wo meine Knackpunkte sind, an denen ich noch arbeiten muss. Außerdem kann ich hier mit dem Studium in Berlin gut meine berufliche und sportliche Karriere vereinbaren.

Eickhoff: Der erste Grund war einfach das Konzept vom FHC, das mich überzeugt hat und natürlich war Dietmar ein wichtiger Grund, weil ich ihn für einen super Trainer halte und er mir auf Anhieb sympathisch war.

Welche sportlichen Ziele habt ihr euch mit dem FHC gestellt?

Eickhoff: Schwierig zu definieren.... Das Team ist jung und neu zusammen gestellt. Trotzdem würde ich sagen, wir könnten einen der vorderen Plätze erreichen. Zumindest wäre dies meine Zielvorgabe.


Highlight: Am 24. Januar 2009 traf Friederike Gubernatis
mit einem direkten Freiwurf gegen Allensbach
- der Ausgleichstreffer für ihren damaligen Klub Ketsch.
Foto: Jürgen Pfliegensdörfer


Gubernatis: Im oberen Tabellendrittel mitspielen und somit an den Playoffs teilnehmen.

Welche Vor- oder Nachteile hat ein so junges Team wie der FHC für euch?

Eickhoff: Der einzige Nachteil könnte sein, dass die Erfahrung fehlt. Ansonsten sehe ich nur Vorteile: Alle haben Ziele, sind hungrig und ehrgeizig. Auch im privaten Bereich sind ähnliche Interessen vorhanden, so dass man auch außerhalb des sportlichen Bereiches gemeinsam etwas unternimmt und zusammenwachsen kann.

Gubernatis: Vorteile sind: Wir können alle noch etwas lernen und uns gut zusammen einspielen und auch über einen längeren Zeitraum so zusammenspielen und dadurch z.B. Laufwege und Passwege festigen. Nachteile: Ein junges Team ist manchmal etwas überhastet auf dem Spielfeld und sucht den Abschluss zu früh. Aber ich denke, obwohl wir so ein junges Team sind, haben wir schon einige Erfahrungen gesammelt, so bei der Juniorinnen-WM oder Länderspielen.

Was macht ihr beruflich neben dem Handball?

Gubernatis: Neben dem Handball studiere ich noch. Ich habe mein Studium der Sportwissenschaft an der Uni Heidelberg begonnen und werde dies an der HU Berlin fortsetzen.

Eickhoff: Ich habe ein Urlaubssemester eingelegt, um die Vorbereitung komplett bestreiten zu können. Ab Oktober werde ich mein Studium für Sportwissenschaften und Englisch an der Humboldt-Universität in Berlin fortsetzen.

Wie gefallen euch das Umfeld und die Stadt?

Eickhoff: Na ja, so viel kenne ich vom Umfeld und der Stadt noch gar nicht, allerdings bin ich von den „Bergen”, die wir in der Vorbereitung im Stadtwald in Rosengarten hochhecheln, sehr beeindruckt. Es gibt sicher schönere Städte, aber bis jetzt hat mich die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, die mir überall hier begegnet, positiv überrascht und sehr gut gefallen.

Gubernatis: Viel habe ich vom Umland und von der Stadt noch nicht gesehen. Aber das was ich in Frankfurt gesehen habe war ok, der Brunnenplatz ist nicht schlecht. Natürlich gibt es die ein oder andere Stelle, die nicht so schön ist, aber die gibt es ja fast in jeder Stadt. Ansonsten hatte ich noch nicht viel Gelegenheit, Frankfurt kennenzuleren, außer vielleicht das ein oder andere Geschäft.

Wart ihr schon schnell mal in Berlin oder in Polen shoppen?

Gubernatis: Dazu hatte ich leider noch keine Zeit, aber wenn ich sie habe, werde ich bestimmt mal nach Berlin shoppen gehen.

Eickhoff: Berlin ist natürlich ein Einkaufs-Mekka und da kommen auch so Einkaufsmuffel wie ich nicht dran vorbei. (Lacht) Das ist natürlich die Wahrheit oder traut sich jemand, was anderes zu behaupten...?. Klar, war ich schon mal einen Tag in Berlin. Was Polen betrifft: War ich noch nicht. Hab nur von meinem Balkon aus samstags mal ein riesiges Feuerwerk gesehen und gedacht, ich habe Silvester verpasst.