06.08.2009 04:00 Uhr - 1. Bundesliga - PM Österreichischer Handball-Bund (ÖHB)

"Hier ist alles ein wenig größer" - Katrin Engel über neue Aufgaben in Leverkusen und Chancen bei der WM

Katrin EngelKatrin Engel
Quelle: www.HAGENpress.com
Nach der Insolvenz und dem Rückzug des 1.FC Nürnberg aus der deutschen Handball-Bundesliga hat Österreichs Handball-Export Katrin Engel (25) zur kommenden Saison bei Bayer 04 Leverkusen ein neues Zuhause gefunden. Bernhard Mikl sprach für den Pressedienst des österreichischen Handballbundes mit der österreichischen Team-Kapitänin über die kommende Saison, die bevorstehende WM und welche Erwartungen und Ziele sie sich für die kommenden Wochen und Monate gesteckt hat.

Sie sind heuer von den krisengeschüttelten Nürnbergerinnen zu Leverkusen gewechselt. Wie sehr haben Sie die finanziellen Probleme des 1. FCN-Handball belastet?  

Engel: Die Probleme waren ja schon seit Längerem bekannt. Gott sei dank, hat das Insolvenzverfahren hingehauen und wir haben dann doch noch unser Geld bekommen. Angenehm war es jedenfalls nicht.   

Jetzt sind Sie eine Leverkusener „Elfe“. Wie würden Sie das neue Umfeld beschreiben?   

Engel: Ich wohne mit einer Teamkollegin zusammen, die mit mir von Nürnberg nach Leverkusen gezogen ist. Wir wurden ganz herzlich aufgenommen, mittlerweile kenne ich schon die Trainingsorte. In der Stadt kenne ich mich auch schon aus. Es gefällt mir hier ganz gut, zum Eingewöhnen braucht es noch ein bisschen Zeit. Einige Spielerinnen kenne ich bereits aus der Liga.   

Worin sehen Sie die größten Unterschiede zur WHA?   

Engel: Hier ist alles ein wenig größer. Die Liga ist mit Sicherheit stärker als in Österreich, man kann hier auch mehr Geld verdienen. Ich würde jeder jungen Spielerin dazu raten, ins Ausland zu gehen, um die notwendige Erfahrung für eine große Karriere zu sammeln. In Deutschland ist man auf jeden Fall sehr gut aufgehoben. In Österreich gibt es ja nur Hypo Niederösterreich, dann kommt lange nichts.   

Wie verläuft die Vorbereitung auf die kommende Saison?   

Engel: Also, den Ball haben wir bis jetzt noch keinen in der Hand gehalten. Nächste Woche steht das erste Testspiel auf dem Programm. Momentan konzentrieren wir uns beim Training vorwiegend auf Kraft und Ausdauer.   

Was wissen Sie über Ihre Gegner in der Liga?   

Engel: Heuer ist das extrem schwierig einzuschätzen. Alle Mannschaften haben sich mit starken Spielerinnen verstärkt. Viele Experten sagen, dass wir heuer auf alle Fälle um den Titel mitspielen. Aber auch Leipzig, Blomberg und Buxtehude zählen zum engsten Favoritenkreis. Ausschlaggebend wir auf alle Fälle sein, den Grunddurchgang ohne Verletzungen zu überstehen.   

Was sind Ihre Ziele für die heurige Saison? Ist das Leiberl fix?   

Engel: Also ich hoffe schon, dass ich fix gesetzt bin, sonst hätten sie mich nicht geholt. Aber natürlich muss ich stets mein Bestes geben, konstant meinen Level halten. Zuerst möchte ich das Spielsystem von Leverkusen kennen lernen, dann möchte ich alles daran setzen, dass wir den Meistertitel holen.   

Im Dezember wartet die WM. Wie glücklich sind Sie über die Auslosung?   

Engel: Ich denke, das Los ist nicht schlecht, es hätte uns wesentlich schlimmer erwischen können, siehe Deutschland. Leider weiß ich nicht, wie stark Angola ist, denn die sind einmal gut und dann wieder schlecht. Dasselbe gilt für die Ukraine, gegen Russland sind wir ohnehin chancenlos aber gegen Australien und Thailand dürfte nichts passieren. Unser Ziel ist ganz klar die Hauptrunde.