06.07.2009 10:59 Uhr - 3. Liga - mak

Wenn ein Sponsor hereinschneit: Regensburg geht Partnerschaft mit Areva ein

Eine solche Szene dürfte der Traum eines jeden Handball-Abteilungsleiters sein: Da kommt nach Abpfiff ein Mann im Anzug an und sagt, „Hier ist der neue Hauptsponsor, wir bringen uns jetzt bei euch ein.“ So oder so ähnlich hat es sich zugetragen beim Süd-Regionalligisten ESV Regensburg, der nach dem 30:24 im letzten Saisonspiel in Thierry Tricot vom französischen Energieunternehmen Areva urplötzlich einen potenten Partner fand.

Areva unterhält in Regensburg einen Standort, die Unterstützung für eine Frauenmannschaft passe ins Konzept und: „Das Engagement hat mich begeistert und die Kombination von erfahrenen und jungen Spielerinnen überzeugt“, erklärte Tricot in der „Mittelbayrischen Zeitung“ (MAZ – Onlineausgabe). Für zwei Jahre binden sich ESV und Areva, ein ungewöhnliches Zeichen in Zeiten anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten und Krisenmeldungen.

„Wir müssen erst ein solides Fundament schaffen“, erklärte Tricot bei der Bekanntgabe der Partnerschaft, an deren Ende „durchaus der Aufstieg in die zweite Bundesliga stehen soll.“ In der kommenden Spielzeit wird man in Regensburg, dass immerhin ein Jahr Zweitligaerfahrung aufbringen kann, allerdings noch kleinere Brötchen backen. Ziel sei der Klassenerhalt, berichtet die MAZ.

Aus der Insolvenzmasse des deutschen Meisters 1.FC Nürnberg wollten fünf Spielerinnen nach Regensburg kommen, aber das sei noch nicht machbar für den ESV gewesen, wie Abteilungsleiter Dieter Müller der „Mittelbayrischen“ sagte: „Der Aufstieg wäre so gut wie in der Tasche, aber am Ende der Saison hätten wir 350.000 Euro Miese. Vereine anderer Sportarten machen das und bitten anschließend die ganze Stadt um Hilfe, wir nicht.“

Nun hofft man in Regensburg auf den neuen Partner und damit einen Höhenflug des Handballs im Fußball-Land Bayern, schließlich ist nach dem Aus des FCN der ESV die erste Adresse in Handball-Bayern. "Regensburg und die Region sind neben Fußball und Eishockey prädestiniert für ein drittes Standbein, nämlich höherklassigen Frauen–Handball", bekräftigte Teammanager Gerd Fränkel.