13.06.2009 20:24 Uhr - Jugend/Juniorinnen - Felix Buß - handball-world.com

Deutsche Meisterschaft A-Jugend weiblich: Oeversee und Titelverteidiger Blomberg im Finale

SG Oeversee-Jarplund/Weding (NOHV) gegen HSG Blomberg/Lippe (WHV) lautet das Finale der diesjährigen Deutschen Meisterschaft der weiblichen A-Jugend. Während der NOHV-Vertreter gegen die HSG Mörfelden-Walldorf über 7:10 und 16:5 (HZ) letztlichen zu einem unangefochtenen 31:17-Erfolg kam, war das zweite Halbfinale bis zum Ende umkämpft. Lara Schlüter stach mit sieben Toren aus einem ausgeglichen besetzten Team hervor. - Auch wenn Blomberg zur Pause mit 14:10 gegen die JSG Nellingen-Wolfschlugen führte, gaben sich die Gastgeber nicht geschlagen und hatten beim 22:24 (56.) nochmals die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. In der Abwehrschlacht mit den zwei starken Torhüterinnen Nancy Oldenburg und Jennifer Egyed hatte aber letztlich Blomberg die besseren Karten. Blombergs Anika Leppert traf ebenso wie Vera Laipple vom Gastgeber achtmal.

Jana Franzke steht mit der SG Oeversee im FinaleJana Franzke steht mit der SG Oeversee im Finale
Quelle: Thomas Weißenbrunner
SG Oeversee-Jarplund/Weding - HSG Mörfelden/Walldorf 31:17 (16:5)

Drückend überlegen war die SG Oeversee-Jarplund/Weding im ersten Halbfinale gegen die HSG Mörfelden-Walldorf. Über eine disziplinierte Abwehr hatten die Norddeutschen bereits zu Beginn immer wieder die Möglichkeit zu Gegenstößen, doch noch war das Visier beim Zuspiel auf die Konterläuferin noch nicht korrekt justiert und so wuchs der Vorsprung zunächst zaghaft. Zunehmend biss sich Mörfelden-Walldorf allerdings fest und fand kaum den Weg zum Tor. So setzte sich die SG Oeversee-Jarplund/Weding auf 7:1 (19.) ab und erzielte bereits in der Schlussphase der ersten Hälfte die entscheidenden Treffer zum letztlichen Erfolg. Beim Stand von 16:5 ging es in die Kabinen. Interessant war die Ausgeglichenheit beider Teams, keine Spielerin hatte bislang mehr als drei Treffer erzielt.


Nur selten brachte Mörfelden Oeversee derart in Bedrängnis
Fotograf: Thomas Weißenbrunner


Weiterhin nervös, aber mit mehr Willen und Einsatz warteten die Hessinnen nach der Pause auf. Gegen den Abwehrbeton und die ausgebuffte Spielweise der Norddeutschen war jedoch weiterhin kein Durchkommen. Catharina Volquardsen erhöhte auf 20:6, Jana Franzke auf 24:8 (40.). Sarah Dernbach machte kurz darauf die Zehn für Mörfelden-Walldorf voll (24:10). Die Schleswigerinnen wechselten nun immer wieder durch, sodass die Hessinnen in der Schlussphase mithalten konnten. Stefanie Markloff sorgte mit einem sehenswerten Doppelschlag für das 27:15 (52.). Nach Jördis Jensens 29:15 (56.) gewann die SG Oeversee/Jarplund-Weding letztlich unangefochten mit 31:17. Der Schlusstreffer war einer enttäuschten Luwann Habte für Mörfelden-Walldorf vorbehalten, während die SG Oeversee-Jarplund/Weding bereits ausgelassen feierte.


Am Ende feierte die SG Oeversee/Jarplund-Weding einen überlegenen Finaleinzug
Fotograf: Thomas Weißenbrunner


SG Oeversee/Jarplund-Weding: Nane Sibbersen, Nina Lenz; Lara Schlüter (7/3), Christina Schmidtke (1), Catharina Volquardsen (4), Lisa Detert (2), Nadine Friedrich, Jördis Jensen (4), Jana Franzke (3), Sarah Schäfer (2), Franziska Miegel (1), Lisa Radomski (2), Lea Woch (2), Jana Berendsen (3)

HSG Mörfelden-Walldorf: Christiane Skiepko, Leonie Lesny (1); Christel Unnold (1), Hanan Hamdi, Romina Amoroso (1), Sarah Dernbach (2), Luwann Habte (1), Kimberley Wack (1), Stefanie Markloff (3), Isabel Göbel, Kaya Diehl (1), Patricia Milde (4/2), Michelle Klein (2), Natascha Machetzki.

JSG Nellingen-Wolfschlugen - HSG Blomberg/Lippe 22:26 (10:14)

Schon vor Anpfiff verschafften sich die Fans des Titelverteidigers aus dem Lipperland im zweiten Halbfinale Gehör, doch auch der Gastgeber hatte seine Anhänger mobilisiert und so wurde das zweite Halbfinale - nach einer Gedenkminute für den kürzlich verstorbenen Nellinger Handball-Macher Klaus-Dieter Faustka - zu einer stimmungsvollen und kämpferisch geführten Angelegenheit. Die gut aufgelegte Nancy Oldenburg ermöglichte Blomberg mit ihren Paraden eine Startführung, zumal das Spiel von Nellingen-Wolfschlugen über den Kreis nur schleppend funktionierte. Nach acht Minuten erhöhte Eva Tuschen auf 1:4 (8.). Doch die Gastgeber stabilisierten sich und Stephanie Frick konterte zum 4:4-Ausgleich (11.).


Spielmacherin Vera Laipple traf insgesamt achtmal für die Gastgeberinnen
Fotograf: Thomas Weißenbrunner


Aus den guten Paraden von Jennifer Egyed machte Nellingen-Wolfschlugen allerdings zu Beginn kaum etwas und so liefen die Schwäbinnen bei Julie Berndts 5:8 (17.) für Blomberg in der gutklassigen Partie weiterhin einem Rückstand hinter. Stets hatten die Herausforderinnen die richtige Antwort parat und so blieb NeWo-Trainerin Veronika Goldammer nach 20 Minuten (6:10) nur die taktische Auszeit. Das 7:11 (22.) von Tamara Heinzelmann sowie eine Sonderbehandlung an HSG-Spielerin Inga Lehnhoff hauchten den Gastgeberinnen dann neuen Mut ein, doch sie mussten bis zum 10:14-Pausenstand weiterhin wesentlich mehr Energie und Spielwitz für Torerfolge aufwenden und und gingen mit ihren Chancen teilweise fahrlässig um.


Doch schließlich brachte der Titelverteidiger aus Blomberg die JSG Nellingen/Wolfschlugen dank der besseren Spielanlage zu Fall...
Fotograf: Thomas Weißenbrunner


Nancy Oldenburg war auch in der zweiten Hälfte eine wichtige Säule des Blomberger Spiels, Lehnhoffs Konter zum 11:17 (37.) brachte Nellingen-Wolfschlugen in Bedrängnis. Doch in den Gesichern der Spielerinnen von Veronika Goldammer stand der Trotz. Spielmacherin Vera Laipple (14:18) und und Oldenburgs Gegenpart Jennifer Egyed hielten die Chance für die Gastgeber am Leben, die nach dem 17:22 (50.) im Angriff stehend K.O. schienen. Treffer wie jener von Kreisläuferin Kristin Woermann , die nach der Partie die Blomberger „Humba“ dirigierte, zeugten vom Blomberger Vorteil, doch die SG Nellingen-Wolfschlugen gab förmlich ihr letztes Hemd, hatte beim 22:24 (56.) nochmals den Anschlusstreffer vor Augen und sah erst beim 22:26-Endstand ein, dass der große Einsatz gegen den amtierenden Deutschen Meister letztlich vergebens gewesen war. Der Sieg hatte die abwehrstarken Lipperinnen sichtlich Kraft gekostet, doch eine ausgelassene Siegesfeier ließen auch sie sich nicht nehmen. "Die meisten unserer Spielerinnen sind aus dem jüngeren Jahrgang und haben sich gut verkauft", äußerte sich Nellingens Torwarttrainer Marc Witzel gegenüber handball-world.com dennoch erfreut über das Erreichte.

JSG Nellingen-Wolfschlugen: Tabea Kraft, Jennifer Egyed; Desiree Genkinger, Stefanie Kazmaier, Jessica Taubenberger, Lisa Wagner, Saskia Herold (5/3), Stephanie Frick (4), Vera Laipple (8/1), Xenia Wehr, Tamara Heinzelmann (4/1), Annika Leins, Jane Eigeldinger, Nina Vollmer (1).

HSG Blomberg/Lippe: Nancy Oldenburg, Lina Kuehnle; Mareike Kracht (1), Eva Tuschen (5), Jana Mueller, Lena Beckers, Kristin Woermann (1), Lisa Huch (1), Anika Leppert (8/5), Theresa Ostermann, Alina Leidt, Inga Lehnhoff (6), Julie Bernd (4).


... und feierte den Finaleinzug trotz der gelassenen Kraft ausgiebig.
Fotograf: Thomas Weißenbrunner