25.04.2009 11:28 Uhr - 2. Bundesliga Süd - Ingo Feiertag - Südkurier

Alles Gute zum 20.: Allensbach feiert 20 Jahre Bundesliga

20 Jahre Bundesliga in Allensbach20 Jahre Bundesliga in Allensbach
Quelle: SV Allensbach
September 1989. Die Berliner Mauer steht noch, die DDR bereitet die Festlichkeiten anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens vor. Der junge TV-Sender ProSieben hat wenige Monate zuvor den Sendebetrieb aufgenommen, George Bush, der ältere, hat Ronald Reagan als US-Präsident abgelöst. Boris Becker gewinnt als erster Deutscher die US Open im Tennis – und auf der Bundesliga-Landkarte im Frauenhandball erscheint ganz im Süden der Name SV Allensbach. In den folgenden zwei Jahrzehnten drohte er dort das eine oder andere Mal schon zu verblassen, verschwunden ist der 7000-Einwohner-Ort vom Bodensee aus der zweithöchsten deutschen Liga jedoch nie.

„Das Spiel gegen Kirchhof am Samstag ist unsere 492. Bundesligapartie“, sagt der Allensbacher Manager Manfred Lüttin stolz. Anlässlich dieses Jubiläums wird am Samstagabend im Anschluss an das Heimspiel gegen die SG Kirchhof in der Riesenberghalle kräftig gefeiert. „Wir haben etliche frühere Spielerinnen eingeladen – und es hat auch schon eine stattliche Anzahl zugesagt“, fährt Lüttin fort.

Aus der damaligen Aufstiegsmannschaft werden Sigrid Schieß (heute Sänger), Sabine Schill, Sandra Börger (Weber), Bettina Mayer (Jakob), Christa Mahlbacher (Karrer), Astrid Simianer (Völker) und Beate Berghold kommen, zudem haben unter anderem Kerstin Wohlsen (Metzler), Miriam Pfarr (Röhrig) oder Gabi Kern (Stanger) zugesagt. „Vielleicht kommt ja noch die eine oder andere spontan“, hofft Lüttin. Nach dem Spiel wird es dann in der Halle eine Party geben, „bei der wir mit den Fans sowie den heutigen und den früheren Spielerinnen die 20 Jahre Revue passieren lassen“, sagt Lüttin.


Team Allensbach läuft heute zum letzten Bundesligaspiel der Saison auf
Foto: SV Allensbach


Bei allen Feierlichkeiten, betont Lüttin, stehe am Samstag aber der Sport im Vordergrund. „Wir wollen unbedingt Sechster werden“, sagt der Manager. Dazu muss der SV Allensbach um 19 Uhr vor heimischer Kulisse in seinem letzten Saisonspiel das Schlusslicht SG 09 Kirchhof schlagen, und gleichzeitig darf die TSG Ketsch nicht gegen den Spitzenreiter Sindelfingen gewinnen. „Die Mannschaft wird sich reinhängen“, verspricht Lüttin, der Parallelen zur Hinrunde sieht: „Auch da hatten wir deutlich gegen Sindelfingen verloren und haben dann acht Tage später in Kirchhof mit unser bestes Saisonspiel gezeigt.“ Der SVA wolle auf keinen Fall mit zwei Niederlagen die Saison beenden.

Außerdem werden nach dem letzten Saisonspiel die scheidenden Spielerinnen verabschiedet. Sandra Kuppel wird aus Verletzungsgründen vorerst nicht mehr Handball spielen, Kathrin Egenhofer wechselt in die zweite Mannschaft und Dagmar Gekeler wird ihre Laufbahn beenden. „Sie hat sich beruflich verändert und hätte vom Aufwand her nicht weiterspielen können“, sagt der Manager. Für den Rückraum hat der SV Allensbach bereits für die kommende Saison Stefanie Hotz von der HSG Albstadt verpflichtet. „Jetzt werden wir weiter den Markt sondieren, um uns vielleicht noch im Rückraum zu verstärken“, sagt Lüttin.

Vorher aber lassen sie erst einmal die Sektkorken knallen. 20 Jahre 2. Handball-Bundesliga beim SV Allensbach – das will schließlich gebührend gefeiert werden.