22.04.2009 08:00 Uhr - 1. Bundesliga - Matthias Braun / Hans Moritz (Märkische Oderzeitung) / dpa & red

FHC stellt neues Konzept vor

FHC-Coach Dietmar SchmidtFHC-Coach Dietmar Schmidt
Quelle: sportseye.de
Am Samstag wird der Frankfurter Handball Club sein Konzept für einen Perspektivkader vorstellen, für den sich um 15 Uhr im Vorfeld des letzten Bundesliga-Heimspiels der Hauptrunde gegen den 1. FC Nürnberg ein Förderkreis gründen wird. Dieser soll sich um Stiftungs- und Fördergelder sowie um Spenden aus der Wirtschaft bemühen. Der Jugendstil soll in Zukunft beim FHC weiter Methode bleiben, passend zur künftigen Ausrichtung der Oderstädterinnen hat der FHC heute mit Kira Eickhoff und Mandy Burrekers zwei Neuzugänge bekannt gegeben.

Mit dem Förderkreis soll die finanzielle Grundlage geschaffen werden, dass die „Kaderschmiede Schmidt“, wie das Konzept „WM und Olympiakader 2011/2012“ in Anlehnung an Trainer Dietmar Schmidt kurz genannt wird, auf soliden wirtschaftlichen Füßen steht. „Wir werden künftig nur noch Feldspielerinnen in die Mannschaft eingliedern, die auch eine Chance auf die Nationalmannschaft haben“, begründet Dietmar Schmidt seine in der Bundesliga einzigartige Ausrichtung auf junge deutsche Spielerinnen. So hat er die nach dem Meistertitel 2004 eingeleitete Verjüngung der Mannschaft seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren intensiv fortgesetzt und trainiert das mit einem Altersdurchschnitt von unter 21 Jahren jüngste Aufgebot der Bundesliga.

Damit hat der FHC aus der Not eine Tugend gemacht, die in den Jahren der WM 2011 in Deutschland und der Olympischen Spiele 2012 in London Früchte tragen soll. Weil der Verein den engen finanziellen Rahmen nicht sprengen darf, setzt man an der Oder bewusst auf den eigenen Nachwuchs statt auf gestandene Ausländerinnen. „Das Konzept braucht mehr zwar mehr Zeit als das Setzen auf gestandene Spielerinnen, aber dafür kommt der Erfolg neben dem Verein auch der Nationalmannschaft zugute“, begründet der Olympiasieger von 1980. Ein starker Förderkreis soll die Zukunft seiner Kaderschmiede künftig absichern.

In der nächsten Saison werden mit Juniorinnen-Nationalspielerin Lisa-Marie Preis sowie Spielerinnen wie Annika Nega weitere Talente aus der Reserve des FHC, die gerade aus der Regionalliga Nordost abgestiegen ist, an den Kader herangeführt. Die zweite Mannschaft, die Frankfurt/Oder mit den A-Jugendlichen des Vereins besetzt, soll in der nächsten Runde möglichst wieder den Aufstieg in die Regionlliga schaffen, um als Unterbau zur ersten Mannschaft zu dienen.

Von Ligakonkurrent Trier wechselt unterdessen die 20-jährige Rechtsaußenspielerin Kira Eickhoff zum FHC. Die 1,63 Meter große Linkshänderin ist nach Bundesliga-Torschützenkönigin Franziska Mietzner, Torfrau Melanie Herrmann und der vom FHC ebenfalls zur nächsten Spielzeit unter Vertrag genommenen Friederike Gubernatis bereits die vierte aktuelle Junioren-Weltmeisterin, die künftig das FHC-Trikot tragen wird. „Mit den Vieren können wir dann, denke ich, etwas vernünftiges aufbauen“, sagte Schmidt.

Da der FHC-Coach auch einen Wechsel im Tor wollte, kam nun auch der Kontakt zu Mandy Burrekers zustande.

Die 21-jährige Niederländerin kommt vom norwegischen Erstligisten Gjerpen Handball nach Frankfurt. Von 2005 bis 2008 spielte sie bereits mit der TSG Ketsch in der Bundesliga. Mandy Burrekers hat bisher 56 Juniorinnen-Länderspiele bestritten. Wie Kira Eickhoff unterschrieb auch Mandy Burrekers am Dienstag einen Zweijahresvertrag bis 2011. „Beide Spielerinnen haben den Kontakt zu uns gesucht, weil sie von der Perspektive beim FHC überzeugt sind“, sagte Dietmar Schmidt.