18.04.2009 19:19 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm

Göppingen überrascht Pokalsieger Oldenburg und feiert Klassenverbleib

Die frühere Oldenburgerin Alena Vojtiskova erzielte sieben Tore für die GästeDie frühere Oldenburgerin Alena Vojtiskova erzielte sieben Tore für die Gäste
Quelle: fag
Im einzigen Samstagspiel des 21. Spieltages haben die Bundesliga-Handballerinnen des VfL Oldenburg gegen Frisch Auf Göppingen einen herben Rückschlag im Rennen um die Meisterschafts-Playoffs hinnehmen müssen. Vor nur 450 Zuschauern in der Oldenburger EWE ARENA verlor der aktuelle Pokalsieger mit 24:33 (9:17) gegen den Aufsteiger und rutschte zumindest für einen Tag mit nun 22:20 Punkten auf Platz 6 ab. Die Göppingerinnen bejubelten dagegen den endgültig vollbrachten Klassenerhalt. Der fast abgestiegenen Thüringer HC, der am Mittwoch auf die Rhein-Main Bienen trifft, könnte bei zwei Siegen in den beiden verbleibenden Partien nur noch ProVital Blomberg-Lippe abfangen, müsste dafür aber auch 28 Tore aufholen.

Oldenburg erwischte im ersten Spiel nach dem gewonnenen DHB-Pokal am 5. April in Riesa den schlechteren Start, hielt aber immerhin zehn Minuten das Spiel ausgeglichen. Trainer Leszek Krowicki, der auf seine am Fuß verletzte Kreisläuferin Wiebke Kethorn komplett verzichteten musste, nahm in der 15. Minute beim Stand von 5:7 seine erste Auszeit. Danach klappte aber fast gar nichts mehr.

Während die Gäste vermehrt Freude an der Aufgabe beim Pokalsieger verspürten, geriet der VfL völlig von der Spur ab. Anspiele zur Kreis-Mitte verfingen sich meist in der dichten FAG-Abwehr, auch das Tempospiel klappte nur bedingt. Statt dessen konterte das auch im Positionsspiel bessere Frisch Auf den VfL aus. Seinen stärksten Waffen beraubt warf der VfL von der 23. Minute bis zum 9:17 durch Angie Geschkes Gegenstoß 20 Sekunden vor der Pause keinen Treffer mehr.

Verzweifelt versuchte Krowicki, der Partie eine Wendung zu geben. In der 18. Minute wechselte der Coach Maike Schirmer für Ines Gümmer sowie Kim Birke für Anna Badenhop ein. Kurz zuvor hatte bereits Julia Wenzl das Aufbauspiel übernommen. Einzig aber der Wechsel im Tor von Julia Renner für Tatiana Surkova brachte einen positiven Effekt: Mit vier Paraden bis zur Pause avancierte Renner zur besten VfLerin der ersten Hälfte.

In der zweiten Halbzeit vertraute Krowicki zunächst wieder Gümmer auf der rechten Bahn und Surkova im Tor. Zurück kam auch Geschke, die im ersten Angriff das 10:17 erzielte, eine Wende aber deutete sich danach nicht mehr an. Später kamen noch Barbara Hetmanek (43.), Caro Schmele (46.) und schließlich auch Haege Fagerhus (49.) ins Spiel. Göppingen verstand es weiterhin, das VfL-Angriffsspiel zu stören und hatte seinerseits im Angriff eine gelungene Aktion nach der anderen.

Einig waren sich die Beobachter und Beteiligten, dass Oldenburg seinen Gegner nach dem 32:24-Hinspielsieg und dem 26:21-Erfolg im Pokal-Halbfinale gegen Göppingen in Riesa unterschätzt haben muss. "Aber das reicht mir als Erklärung nicht aus", meinte eine fassungslose Julia Renner, bevor sie von Krowicki zur Mannschaftsbesprechung in die Kabine zitiert worden war.

Der Trainer selbst zeigte sich später maßlos enttäuscht: "Die Playoffs können wir jetzt abschreiben. Wir waren mit dem Kopf nicht im Spiel. Ich habe mit allen Mitteln versucht, die Mannschaft einzustellen. Aber das ist mir nicht gelungen. In Trier, das kann ich versprechen, werden wir uns anders präsentieren." Sein Kollege Emir Hadzimuhamedovic meinte: "Wir haben uns auf zwei Dinge konzentriert, beides ist gelungen: Wir haben die Anspiele zum Kreis unterbunden und sind mit mehr Tempo aus der Abwehr gekommen." Oldenburg habe sein Team offensichtlich unterschätzt: "Man nimmt einen Gegner wie uns auf die leichte Schulter, das ist normal."