18.04.2009 08:59 Uhr - 1. Bundesliga - Ole Rosenbohm - VfL Oldenburg

Für Oldenburg und Göppingen geht es um entscheidende Punkte

Der Einsatz von Wiebke Kethorn ist fraglichDer Einsatz von Wiebke Kethorn ist fraglich
Quelle: Thorsten Helmerichs
Den Klassenerhalt hat der nächste Gegner des VfL Oldenburg, Frisch Auf Göppingen, fast geschafft, nun fehlt dem Aufsteiger nur noch ein Trainer für die nächste Saison. Wie der Club in der Woche des Gastspiels beim VfL (Samstag, 16.30 Uhr, EWE ARENA) bekannt gab, wird Emir Hadzimuhamedovic keinen neuen Vertrag unterschreiben. Der 39-Jährige, der seit 2007 die FA-Frauen coacht, begründete seine Entscheidung mit der Belastung aus Beruf und Trainer-A-Lizenz-Lehrgang, den er Anfang April begonnen hat. Oldenburg hat unterdessen mit dem Gewinn des Pokals das Soll in der Saison bereits übererfüllt, träumt aber noch von den Play-offs. Zwei Siege in den letzten beiden Hauptrunden-Spielen müssten aller Wahrscheinlichkeit nach reichen, den angestrebten Rang unter den ersten vier Plätzen zu erreichen.

Im Hinspiel siegte das Team von Trainer Leszek Krowicki mit 32:24, zeigte dabei einer seiner besten Saisonleistungen. Im Pokal-Halbfinale in Riesa legte der VfL beim 26:21 noch einmal nach. "Bis jetzt hat uns Göppingen gelegen", sagt Oldenburgs Linksaußen Anna Badenhop zu den Aussichten im letzten Hauptrunden-Heimspiel: "Wir spielen ganz einfach schneller als Frisch Auf, das haben wir gut ausgenutzt."

Auf der Kippe steht weiterhin der Einsatz von Kreisläuferin Wiebke Kethorn. Die 23-Jährige knickte am Mittwochabend mit ihrem linken Fuß um, riss sich ein Band und musste das Training abbrechen. "Ich weiß noch nicht, ob ich spielen kann", sagte die Jung-Nationalspielerin am heutigen Freitag: "Ich gebe alles dafür." Immerhin könne sie "inzwischen wieder gehen. Gestern konnte ich nicht einmal auftreten."

Mit vier Punkten und 26 Toren Vorsprung auf den Tabellenelften Thüringer HC ist der Abstieg in die Zweite Liga Süd nur noch ein theoretisches Konstrukt bei den Gästen. In Göppingen wurden deswegen schon mal in aller Ruhe die Personalien für die kommende Saison geklärt: Frances Günthel (HC Leipzig), Jessica Schulz (Rückkehrerin aus Madrid/Zweite Liga Spanien), Annika Schmid (TuS Metzingen) und Christine Dangel (Rückkehrerin vom THC) füllen den Kader des letztjährigen Aufsteigers aus Deutschlands "Handball-Hauptstadt" auf, die Personalplanungen sind laut Manager Thomas Pientka abgeschlossen.

Eine feste Größe auch in der kommenden Spielzeit bleibt die ehemalige Oldenburgerin Alena Vojtiskova, die einen Kontrakt bis 2010 besitzt. Die Linkshänderin sorgte beim 21:26 gegen den VfL im Pokal-Halbfinale bis zur 16. Minute für vier blitzsaubere Tore und die 8:6-Führung Göppingens, hatte danach aber nur noch einen erfolgreichen Wurf. "Alena wirft noch in Situationen, in denen andere längst aufgeben. Sie ist ein ständiger Gefahrenherd", sagt VfL-Trainer Leszek Krowicki über seine ehemalige Halbrechte: "Daran musste ich meine Mannschaft nach der Anfangsphase in Riesa noch einmal erinnern."

Womöglich das letzte Mal in Oldenburg antreten werden die Brasilianerin Aline dos Santos (geht vermutlich nach Frankreich), Wendy Smits (zurück nach Holland) und Leistungsträgerin Femke Verboven (Karriereende). Einzig ungeklärt ist die Frage, wer das Team kommende Spielzeit trainieren wird. Emir Hadzimuhamedovic hört nach dieser Spielzeit als FAG-Coach auf. Der 39-Jährige erklärte seine Entscheidung, keinen neuen Vertrag zu unterschreiben, mit der Belastung aus Beruf und A-Lizenz-Lehrgang.

In dieser Serie kann Frisch Auf, das im Sommer mit 8:2 Punkten einen Raketenstart hinlegte, immerhin noch Siebter werden. In den Platzierungsspielen ist sogar Rang 5 und eine Teilnahme am Challenge Cup möglich. Das noch nicht ganz verschwundene Abstiegsgespenst will FAG möglichst noch vor dem letzten Hauptrunden-Spieltag vertrieben haben. 17 Punkte hat Göppingen bisher geholt, der beste reguläre Bundesliga-Absteiger bisher war der VfL Sindelfingen 1989/90 mit 15 Punkten.

Die aktuelle VfL-Mannschaft könnte sich mit der Playoff-Teilnahme einen weiteren Eintrag in der Vereinschronik sichern. Noch nie erreichte Oldenburg die zur Serie 2004/05 eingeführten Playoffs. Vierter wurde der nun zweimalige Pokalsieger zuletzt 1989, Dritter 1986. Schlüssel zum Erfolg gegen Göppingen könnte die Einstellung werden. Die Fakten sprechen für den VfL, damit wächst aber auch die Chance, die Gäste zu unterschätzen. Badenhop verspricht: "Keine von uns unterschätzt Göppingen. Alle sind super motiviert, wir wissen ganz genau, dass wir vor den zwei wichtigsten Spielen in der Hauptrunde stehen."