04.04.2009 19:30 Uhr - DHB-Pokal - Felix Buß - handball-world.com

Oldenburg löst zweites Finalticket - 26:21-Sieg über Göppingen

Angie Geschke steuerte sechs Treffer zum Finaleinzug bei.Angie Geschke steuerte sechs Treffer zum Finaleinzug bei.
Quelle: sportseye.de
Große Nervosität prägte den Start der Frisch Auf Frauen, während Oldenburg mit schnellen Toren davonzuziehen schien. Nach der 2:6-Führung und einer Göppinger Auszeit kam jedoch ein Bruch ins Spiel der Norddeutschen, die beim 7:6 (15.) in Rückstand gerieten. Wiebke Verbovens Spielführung hatte den Schwäbinnen Sicherheit verliehen und beim 12:9 (27.) schien Göppingen auf eine bequeme Pausenführung zu steuern. Doch in Überzahl kämpfte sich Oldenburg zum 13:13-Halbzeitstand und konnte den Gegner auch danach auf Distanz halten. Nach dem 19:19-Ausgleich (46.) rückte das Team von Leszek Krowicki nochmals zusammen und stellte Göppingen vor unlösbare Probleme. Mit 26:21 gewann Oldenburg noch deutlich und spielt damit morgen im Finale gegen Nürnberg.

Unruheherd am Kreis: Wiebke KethornUnruheherd am Kreis: Wiebke Kethorn
Quelle:
Während Göppingen nervös startete und viel Respekt vor dem Gegner zeigte, schien sich Oldenburg schnell absetzen zu können. Die Schwäbinnen nahmen die Zweikämpfe nicht an, Oldenburgs Regisseurin Neuendorf, sowie Geschke und Parchina im Gegenstoß machten es besser und stellten nach 250 Sekunden die 1:4-Führung her. Bis zum 2:6 von Haege Fagerhus (9.) hatten die Frisch Auf Frauen wenig zu melden und Emir Hazimuhamedovic beantragte früh seine Auszeit, um seinen Schützlingen Stärke zu vermitteln.

Die Unterbrechung zeigte Wirkung. Oldenburgs Spielfluss war danach merklich gehemmt und Göppingen trat mit mehr Selbstbewusstsein auf. Sichtbar wurde dies zum einen, als Fagerhus einen Strafwurf an Alexandra Meisl vergab und Alena Vojtiskova sofort das 4:6 (11.) erzielte. Unter Verbovens Regie präsentierte sich Göppingen selbstbewusst und nach einer Viertelstunde fiel der 6:6-Ausgleich, während Oldenburg technische Fehler produzierte und nicht zum Abschluss kam. Leszek Krowicki reagierte und wechselte Julia Wenzl für Sabrina Neukamp ein, der Erfolg stellte sich langsam ein.

Nach 17 Minuten beendete Angie Geschke die Oldenburger Torflaute, Göppingen war inzwischen in Führung gegangen. Alexandra Meisl sorgte nun auf Göppinger Seite dafür, dass Oldenburg nicht erneut in Führung gelangte. Ein schwachen Unterzahl tat ihr Übriges und brachte die Frisch Auf Frauen psychologisch nach oben. Daniela Stratmann führte klug Regie und nach 25 Minuten lag Göppingen mit 10:8 von. Der Abstand war beim 12:9 (27.) noch leicht angewachsen und die Schwäbinnen schienen auf eine bequeme Pausenführung zu steuern.

Doch es kam anders, Oldenburg zeigte Moral, Gümmer traf und die zweite Überzahlsituation nutzte der VfL zu seinen Gunsten. Geschke mit ihrem vierten Treffer sowie Wenzl schafften den 12:12-Ausgleich, während die Schwäbinnen nach ihrer Drei-Tore-Führung in Überzahl überfordert schienen, den Vorsprung zu halten. Auch zur Pause beim Stand von 13:13 war die Partie ausgeglichen.

Auch nach dem Wechsel zeigte sich Oldenburg gefestigt und konnte die gegnerischen Spielzüge immer wieder unterbrechen. So führte das Team von Leszek Krowicki nach 35 Minuten durch Kethorn beim 14:18 mit vier Toren. Emir Hazimuhamedovic musste reagieren und schickte Femke Verboven zurück auf den Regisseursposten. Wendy Smits gelang daraufhin der späte erste Treffer für die Schwäbinnen.

Allmählich schlichen sich Unkonzentriertheiten ins Spiel der Oldenburgerinnen ein und Göppingen kam, aufgrund einer agilen und aufmerksamen Abwehr, langsam heran. Wiebke Kethorn reagierte zu spät auf den Durchbruchsversuch von Hannah Breitinger und Aline Silva dos Santos verkürzte aus sieben Metern auf 16:18 (41.). Alena Vojtiskova markierte danach den 18:19-Anschlusstreffer. VfL-Spielmacherin Natalja Parchina gelang es in dieser Phase kaum, ihre Mitspielerinnen in Szene zu setzen und Göppingen stand vor dem Unentschieden.

Die Partie schien zu kippen und Tatjana Surkova hatte alle Hände voll zu tun, den Göppinger Ausgleich zu verhindern. Hannah Breitinger gelang schließlich im Gegenstoß das 19:19 (46.). Allerdings verpassten es die Frisch Auf Frauen nachzusetzen, stattdessen verschaffte Haege Fagerhus dem VfL nach leichten Ballgewinnen mit dem 19:22 (48.) wieder etwas Luft und Göppingens Trainer sah die Zeit für eine Ansprache gekommen. Danach wollte Haege Fagerhus die Vorentscheidung erzwingen, sie scheitert aber dreimal nacheinander an Alexandra Meisl.

Meisls Vorderleute hatten jedoch größere Not in der Offensive und zeigten kein Tempospiel. Oldenburg machte es besser, Julia Wenzl bracht den VfL sieben Minuten vor Abpfiff mit dem 19:24 auf die Siegerstraße. Katrin Schröder sorgte mit dem 20:24 (54.) lediglich für einen kleinen Göppinger Lichtblitz. In der Schlussphase standen die Torleute Alexandra Meisl und Tatjana Surkova im Vordergrund. So schaffte Oldenburg schließlich mit 26:21 deutlich den Sprung ins Halbfinale.

Stimmen zum Spiel:

Emir Hadzimuhamedovic: Wir haben uns sehr schwer getan, sind schlecht ins Spiel gekommen. Bei 6:6 musste ich die Auszeit nehmen. Ich hatte den Eindruck, dass alle unsere guten Vorsätze in der Kabine geblieben sind, die Spielerinnen waren lethargisch. Ich habe ihnen nochmals die Bedeutung des Spiels vor Augen gehalten, unter anderem auch was wir mit dem Kreis machen müssen und dass es jetzt zur Sache geht.Danach hatten wir eine gute Phase. Die Abwehr hat gut gestanden. Jedoch die doppelte Zeitstrafe war dann spielentscheidend. Einige Rückraumspielerinnen hatten heute nicht ihren guten Tag. Der Sieg für Oldenburg geht völlig in Ordnung. Wir hatten zu viele technische Fehler und nahmen schlechte Würfe,dafür wurden wir dann bestraft.

Leszek Krowicki: Wir starteten gut in das Spiel, jedoch nach unserer vier Tore Führung hörten wir auf zu spielen. Wir hatten zu viele Einzelaktionen und es wurde zu früh abgeschlossen. In diesem Spiel konnte man zwei Super Torhüterinnen sehen, die mehr gehalten hatten als notwendig war. Wir starteten dann viel aggressiver in die zweite Halbzeit. Ich habe viel gewechselt, weil wenn man zwei Spiele hintereinander hat, dann muss man mit den Kräften haushalten. Die Spielerinnen sollten das Gefühl bekommen, zu gewinnen und zu realisieren, ich war dabei. Junge Spielerinnen brauchen dieses Gefühl. Alle haben viel zu diesem Sieg beigesteuert, ich bin stolz auf meine Mannschaft. Allerdings muss ich mein Team bremsen, gegen Nürnberg wird das ein anderes Spiel. Morgen werden wir eine andere Rolle spielen, wir werden jedoch die Iniative nicht abgeben. Unser junges Team soll die Chance morgen nutzen. Nürnberg hat eine erfahrene Mannschaft, jedoch einen kleineren Kader als wir, diesen Vorteil können wir vielleicht nutzen, Wir werden um den Sieg kämpfen und gehen optimistisch ins Spiel. Wir haben Katrin Scholl versprochen, zu gewinnen. Sie wird nach dieser Saison ihre Kariere beenden, da sie beruflich zu stark belastet ist. Wir bedauern das sehr, da sie eine besondere Persönlickeit ist, die sich in Oldenburg gut weiter entwickelt hat.