04.04.2009 03:58 Uhr - 1. Bundesliga - hbvf.de

Oldenburg und Göppingen wollen den Schritt ins Finale schaffen

Emir HadzimuhamedovicEmir Hadzimuhamedovic
Quelle: Eibner Pressefoto
In diesem Jahr gab es erst ein Aufeinandertreffen zwischen den beiden Vereinen, Göppingen unterlag vor heimischem Publikum mit 24:32. Doch nach Revanche wird es auch die Oldenburgerinnen gelüsten, im Januar 2007 war für den VfL beim letzten Vergleich im Pokal Endstation in Göppingen. Nun bringt zunächst der Pokal und dann auch die Liga die beiden Teams erneut zusammen. Von der Ligatabelle gilt dabei Oldenburg als Favorit, immerhin macht sich der Tabellenfünfte noch berechtige Hoffnungen auf einen Platz in den Play-offs. Frisch Auf Göppingen hat unterdessen den Klassenerhalt theoretisch noch nicht endgültig sicher, dies hinderte den Aufsteiger aber nicht, im Viertelfinale den letztjährigen Sieger und Tabellenzweiten Leipzig aus dem Wettbewerb zu werfen.

Leszek KrowickiLeszek Krowicki
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"Die Mannschaft freut sich sehr auf dieses Highlight. Aber ich denke, dass es allen Mannschaften, die in dieser Finalendrunde stehen, ebenfalls so geht", ist die Vorfreude bei Göppingens Trainer Emir Hadzimuhamedovic bereits spürbar. "Wir haben uns vorgenommen mit viel Spaß und Einsatz an den Start zu gehen. Wenn uns das gelingt, da bin ich mir sicher, ist uns am Wochenende einiges zuzutrauen", so der Coach der Grün-Weißen zu den Aussichten seines Teams. Vor dem Gegner VfL Oldenburg hat der Frisch Auf-Coach dabei merklich Respekt: "Oldenburg hat uns in der Liga eindrucksvoll erleben lassen, wozu sie an einem guten Tag in der Lage sind. Wir wollen zeigen, dass wir es besser können und sind heiß auf die Revanche für die Niederlage, zumal es wohl unser schlechtestes Spiel in diesem Jahr war. Dazu müssen wir aber das hohe Tempo des VfL mitgehen und uns nicht wieder von der Torfrau den Zahn ziehen lassen."

In Oldenburg ist unterdessen derzeit vor allem das Jahr 1981 präsent, das Jahr des ersten und bislang einzigen Erfolgs im DHB-Pokal. Dieser soll nun wiederholt werden. Der Club war erst im Sommer 1980 in die Bundesliga aufgestiegen, wurde in seiner Premieren-Saison sensationell Zweiter der Nord-Gruppe und zog dann noch ins Pokal-Finale gegen Holstein Kiel ein. Nach dem Hinspiel in Kiel (18:11 für Holstein) schien alles entschieden, in Oldenburg eine Woche später aber drehte das Team des 2002 verstorbenen Trainers Robert Schumann den Vergleich und siegte durch zwei späte Tore von Rita Köster (heute Forst) mit 15:8. 1400 Zuschauer in der damals hoffnungslos überfüllten Brandsweghalle feierten eine aus Oldenburger Sicht historische Aufholjagd. Wegen der damals schon existierenden Auswärtstorregelung holte Oldenburg den Cup.

"So einen leichten Sieg erwarte ich aber nicht mehr", erklärte Trainer Leszek Krowicki und auch seine Kreisläuferin Wiebke Kethorn erwartet "gleiche Chancen". "Göppingen hat einen ganz starken Rückraum. Wir müssen aus einer guten Abwehr ins Tempospiel kommen", klärt Krowicki über die Taktik auf. Verletzungssorgen hat Krowicki nicht. Allerdings wird Maike Schirmer fehlen, die im Pokal bereits für das VfL-Regionalliga-Team zum Einsatz kam und daher nicht spielberechtigt ist. Zwei Tage Pause vom Training machten zuletzt Ines Gümmer (Krankheit) und Torjägerin Angie Geschke, die bei ihrer Fernuniversität in Hamburg Präsenzpflicht hat. Für Krowicki kein Problem: "Taktisch werden wir etwas nachholen müssen, ein Fitnessproblem gibt es nicht. Daran arbeitet Angie individuell." Taktisch beschäftigt den Oldenburger Trainer eher der Gegner: "Allein schon die Aufstellung Göppingens ist schwer zu tippen. Die haben einen großen und ausgeglichenen Kader."

Der Weg nach Riesa war für den VfL Oldenburg dabei mit keinen übermäßigen Stolpersteinen versehen. In Wismar, Celle und Recklinghausen traten die Niedersächsinnen jeweils bei unterklassigen Vereinen an und siegten ungefährdet, der Vorsprung betrug in jeder der drei Partien bereits zum Seitenwechsel fünf oder mehr Tore. Göppingen hatte in Allensbach und Zwickau ebensowenig Probleme, bekam dann aber im Viertelfinale einen der größten Brocken zugelost - den schaufelte das Team von Emir Hadzimuhamedovic trotz eines 13:16-Pausenrückstands aus dem Weg und siegte am Ende 28:24.

Die Favoritenrolle auf den Titel schieben unterdessen beide Trainer in Richtung Nürnberg. Der Meister der vergangenen Spielzeit ist besonders seit dem Ausscheiden aus der Champions League im Januar auf Titelkurs, verlor nur zwei von zehn Pflichtspielen. "Wir müssen mit einem ganz starken FCN rechnen", glaubt Krowicki. "Da tippe ich eindeutig auf Nürnberg", erklärte auch Hadzimuhamedovic auf die Frage nach dem Favoriten für Riesa. "Der Club ist personell sehr gut besetzt und verfügt über die notwendige Erfahrung um so ein Turnier zu gewinnen. Nürnberg ist der Favorit, aber auch der amtierende Meister ist keineswegs unschlagbar", so Hadzimuhamedovic weiter. Doch zunächst steht für beide Trainer das Halbfinale im Mittelpunkt: "Diese Gedanken gehen schon viel zu weit. Lass uns mit Hoffnung ins Halbfinale gehen, dann sehen wir weiter", gibt Krowicki die Richtung vor.