29.03.2009 18:00 Uhr - 1. Bundesliga - Felix Buß - handball-world.com

Sieg im "Schicksalsspiel": Trierer Miezen feiern 30:29-Auswärtssieg

Unterlag mit FAG: Hannah BreitingerUnterlag mit FAG: Hannah Breitinger
Quelle: Eibner Pressefoto
Die Motivation war der entscheidende Faktor der spannenden Partie zwischen Göppingen und Trier. Von Beginn an feuerten sich alle Gästespielerinnen gegenseitig an. Die Schwäbinnen kamen zwar nach dem 6:6-Ausgleich (12.) besser ins Spiel, ließen danach jedoch mehrfach Überzahlsituationen ungenutzt. Mit Tempospiel holte sich Trier vor allem durch Mozgovaja (6) und Roubinkova (5) die Führung zurück. Katrin Schröder hatten die Miezen fest im Griff, ein Faktor, der Göppingen zu viele Torerfolge kostete. Allein Martina Fritz mit 11/1 Treffern agierte auffällig. So geriet der 30:29-Miezensieg kaum noch in Gefahr.

Trier startete furios und selbstbewusst, während die Bedeutung der Partie für den Klassenerhalt in den Göppinger Köpfen offenbar belastend war. Entsprechend nervös agierten die Schützlinge von Emir Hadzimuhamedovic, ließen sich leicht den Ball abluchsen oder scheiterten überhastet an Maike März im Trierer Kasten. Nach Pals Strafwurf, der die Partie eröffnete, fiel vor allem Simona Roubinkova auf, die den Miezen-Tempohandball mit Kontertreffern umsetzte und die Gäste nach fünf Minuten mit 0:3 in Führung brachte. Göppingens Spiel über Kreisläuferin Katrin Schröder stach in keinem Moment und der Rückraum brachte die bewegliche Trierer Defensive kaum in Verlegenheit.

Erst als Martina Fritz die Regie übernahm und Wendy Smits auf die linke Position wechselte, bekam Göppingen mehr Möglichkeiten. Die Holländerin agierte zu Beginn glücklos wie auch Femke Verboven, die in der ersten Hälfte zu keinem Torerfolg kam. Nachdem Smits zum 2:4 getroffen hatte, antwortete Svetlana Mozgovaja sofort. Doch Martina Fritz nutzte frech das schwache Rückzugsverhalten der Gäste mit dem 3:5 und schickte nach zehn Minuten das 4:5 hinterher. Göppingen war aber noch nicht in der Partie angekommen, auch wenn Smits den 6:6-Ausgleich erzielte (12.). In Überzahl liegend vergab der Gastgeber die Gelegenheit, eine Führung herauszuspielen, obwohl Trier völlig unkoordiniert agierte. So konnte Hofman nach 16 Minuten zum 8:8 ausgleichen.

Auch als Alena Vojtiskova vom rechten Flügel auf 10:8 erhöhte, stellte sich bei den Schwäbinnen keine Sicherheit ein. Vielmehr agierten nun alle Protagonisten nervös, Breidert traf nur die Latte und Hofman spielte die Göppinger Abwehr beim 10:10 (22.) aus - Die Initialzündung für die Gäste, die nun durch Vallet und Pal auf zwei Tore davonzogen. Göppingen ließ sich allerdings auf das Tempospiel der Miezen ein und fand schnelle Antworten, Fritz gelang nach 29 Minuten der 13:14-Anschlusstreffer. Ein vermeintliches Stürmerfoul von Hannah Breitinger verhinderte dann jedoch den Ausgleich und Martina Fritz konnte in knapper Not kurz vor dem Pausenpfiff lediglich noch den 14:16-Halbzeitstand herstellen.

Trier eröffnete auch die zweite Hälfte, Arnosova traf zum 14:17. Doch die Gastgeberinnen konterten durch Vojtiskova, Fritz und Smits zum 17:17-Unentschieden (33.). Risikoreiches Spiel verbaute jedoch die Göppinger Führung, stattdessen hatte Trier nur eine Minute später den 17:20-Vorsprung auf der Hand. Der Ball ging zwar übers Tor, doch Svetlana Mozgovaja stellte beim 18:21 (38.) in Unterzahl erstmals die Drei-Tore-Führung für die Gäste her. Die Göppinger Abwehr zeigte sich mit dem gegnerischen Tempospiel überfordert und Anna Monz im Trierer Kasten fügte sich gut ins motivierte Spiel der Gäste ein. Die immer wieder hörbaren Anfeuerungsrufe der Bank und die Ruhe aufseiten der Schwäbinnen sprachen Bände. Dreimal nacheinander traf Göppingen Holz.

Nach 43 Minuten beim 21:25 schien die Begegnung vollends zugunsten der Miezen zu kippen. Lediglich Martina Fritz stemmte sich in dieser schwachen Phase mit ihrem neunten Treffer noch gegen die drohende Niederlage. Doch in der Abwehr stabilisierten sich Gastgeberinnen und der Funke schien auf den Angriff überzuspringen. Martina Fritz´ elfter Treffer zum 24:25 (49.) ließ wieder Hoffnung aufkeimen im Lager der Schwäbinnen.

Doch die Führung sollte Göppingen in der Schlussphase verwehrt bleiben. Überhastet benötigten die Frisch Auf Frauen zu viele Versuche für Torerfolge, Daniela Stratmanns gelang schließlich das 28:28 (57.). Das Spiel war ruppig geworden, aber auch gegen eine offensive Göppinger Abwehr fand Trier immer wieder die richtige Antwort. Simona Roubinkovas Treffer vier und fünf waren letztlich gleichbedeutend mit dem knappen 29:30-Miezenauswärtssieg, der nach Abpfiff entsprechend gefeiert wurde.


Stimmen

Ildiko Barna, Trainerin DJK MJC Trier
Das war ein Schicksalsspiel. Es gibt kein Mittelfeld diese Saison, entweder Playoffs nach oben oder Abstiegsgefahr. Es war ein ganz enges Spiel, sonst haben wir da immer unentschieden gespielt. Aber diesmal war etwas Glück auf unserer Seite. Beide Mannschaften haben gekämpft und alles versucht. Am Ende hatten wir etwas mehr Glück und können nach dem Klassenerhalt jetzt planen. Vor der Saison haben wir gesagt, wir wollen keinen Druck ausüben. Wir wollten die jungen und älteren Spieler zusammenbringen. Wir waren eine gute Mittelfeldmannschaft, aber wie gesagt gibt es kein Mittelfeld. Bei uns laufen jetzt sechs Verträge aus. Mit den Leuten wollen wir sprechen, außerdem weiter auf der Suche nach jungen Talenten sein. Wir müssen uns noch etwas Zeit geben, aber nächste Saison soll es nicht noch einmal so knapp mit dem Klassenerhalt werden.

Emir Hadzimuhamedovic, Trainer Frisch Auf Frauen
Wir haben uns einiges vorgenommen für dieses Spiel. Wir wollten euch und uns heute den klasenerhalt holen. Durch den Sieg Leverkusens gegen den THC haben wir natürlich gute Karten, aber die Leistung schmerzt. In der Abwehr haben wir es nicht geschafft, unser gutes Abwehrspiel zu zeigen. Wir können nur gewinnen, wenn wir uns hinten Sicherheit holen. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass wir gegen Trier 29 Tore werfen, hätte ich gesagt, dass wir das Spiel gewinnen. Aber es hat nicht geklappt, aber die Entscheidung um den Klassenerhalt ist nur verschoben. Die Unterstützung war grandios heute, und wir werden alles versuchen, den Klassenerhalt in den letzten beiden Spielen zu schaffen.